Ein paar Subventionen für Milch? Macht doch nichts!

Hallo Welt,

pünktlich zum Weltmilchtag und zu den neuen Subventionen für Milchbauern soll es heute um das Thema Milch gehen. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass auch noch andere Produkte wie Käse oder Sahne aus Milch gewonnen werden, was man vielleicht vergessen könnte. Ich nehme mal an, dass das für die meisten Menschen täglich auf dem Speiseplan steht, ich selbst sehe mich da nicht als Ausnahme, obwohl ich Milch in der reinen Form als Milch nur noch selten konsumiere, weil ich die Alternativen viel vielfältiger finde und es dabei eben verdammt viel Auswahl gibt.

Subventionen oder Marktvorteile in der Landwirtschaft hat es schon des Öfteren gegeben. Ich bin zwar der Meinung, dass an manchen Stellen in den Markt eingegriffen werden muss, damit kein Monopol besteht und auch kleinere und mittlere Unternehmen erhalten werden können. Dennoch rechtfertigt das natürlich nicht, dass permanent in die Landwirtschaft eingegriffen wird. An der Stelle erinnere ich gerne an die Abnahmegarantie im Agrarsektor der EU. Was würde ich als Bauer denn tun, wenn sowieso klar wäre, dass alle Produkte, die ich herstelle, zu einem bestimmten Preis aufgekauft werden? Ich würde natürlich so viel produzieren, wie es geht, vermutlich egal, was die Umwelt sagt, angenommen, ich würde so unmoralisch handeln und auch nicht vor Methoden nach Monsanto zurückschrecken. Da ich aber nicht der einzige Bauer wäre und es sich dann besonders lohnen würde, den landwirtschaftlichen Sektor auszubauen, kämen auch noch ein paar andere Bauern auf diese Idee. Die Folge ist eine massive Überproduktion von landwirtschaftlichen Gütern. Eine Abschaffung dieser Abnahmegarantie ist damit schwierig, weil dadurch Existenzen zerstört werden würden. Den Rest, den wir davon heute noch haben, sind sogenannte Ausfuhrsubventionen. Hört sich toll an, ist es aber nicht. Wenn ein Agrarprodukt aus der EU seinen Weg aus dem Binnenmarkt findet und dort ein niedrigerer Preis gezahlt wird, wird der Preis im Vergleich zu dem, den man in der EU bezahlt hätte, durch Subventionen ausgezahlt.

Aber zurück zur eigentlichen Milch und nicht zum Sinn und Unsinn der Subventionen. Schauen wir uns erst einmal an, wie viel Milch und Milchprodukte produziert werden. Wenn nur die reine Produktion von Milch betrachtet wird, ist zu sehen, dass etwa 5 Millionen Tonnen sind. Das ist einiges. Und was (ver)brauchen wir davon eigentlich? Laut aktueller Medienberichte zu wenig, wir bräuchten eigentlich weniger Milch. Auch ist es gewaltig zu sehen, wie viel davon eigentlich exportiert wird.

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Interessant ist, dass etwa die Hälfte der hergestellten Milch ins Ausland exportiert wird. Und gerade, wenn die wirtschaftlichen Partner, die uns eigentlich Milch abnehmen sollten, mal nicht so stark mit uns handeln, kann es sehr gut passieren, dass Subventionen scheinbar notwendig werden. Kleine wirtschaftliche und politische Änderungen können eine solche Milchkrise wie aktuell bewirken. Beispielsweise ist durch die Abschaffung der Milchquote der EU, die geregelt hat, dass Milch nicht über eine bestimmte Menge hinaus produziert werden darf, einer der Gründe dafür zu suchen, warum wir eigentlich eine solch große Überproduktion von Milch haben, neben den Subventionen, die der Agrarbereich nun einmal erhält.

Eine einfache Lösung wäre, den Bereich der Milchproduktion nicht zu subventionieren. Leider geht das nun einmal nicht so einfach. Das größte Problem liegt erst einmal darin, dass durch einen sofortigen Stopp der Subventionen darunter kleinere und mittlere Betriebe leiden würden, während die Monopole, die Freunde der Massentierhaltung sind, davon eher Vor- als Nachteile davon hätten. Das geht also auch nicht so einfach. Eine neue Milchquote könnte ein Ansatz sein, genauso wie eine spezifische Förderung für kleinere Betriebe. Meiner Meinung nach sollte die Politik darauf ausgerichtet werden, nicht die Großkonzerne zu erhalten, das schaffen die selbst. Schließlich kann nur die Massentierhaltung die billigsten Preise liefern, warum also noch staatlich unterstützen? Das ist w0hl der heftigste Tritt für alle Tierschützer, die hier natürlich auch Steuern zahlen, wenn davon ein solch großes Tierleid wie die Massentierhaltung unterstützt wird. Für viele Verbraucher zählt sowieso nur der Preis, man muss sich nur anschauen, wie viel Billig-Fleisch es im Supermarkt gibt. Klar, ein Teil der Verbraucher, zu denen ich mich zähle, die zwar tierische Produkte konsumieren wollen, tun das bewusst und nehmen auch mal gerne höhere Preise dafür in Kauf. Sonst würde es auch nicht hier, in den nördlichsten Tiefen des Saarlandes noch Biohöfe mit Verkauf geben. Bio-Haltung ist zwar auch nicht immer die Lösung, weil man die klassischen Probleme der Trennung der Tiere von ihrer Mutter beispielsweise noch hat, aber auch in diesem Bereich gibt es inzwischen Bauern, die das Problem lösen wollen. Der erwähnte Milchratgeber ist übrigens hier zu finden, den erwähnten Förderbetrag muss aber niemand bezahlen. Falls jemand noch einen besseren Milchratgeber kennt und eventuell einen, der nicht Bio als das Non-Plus-Ultra darstellt, sondern auch gerne Probleme aufzeigt und einzelne Höfe und Initiativen, die sich dem entgegenstellen, zeigt, dafür bin ich immer offen. Um möglichst wenig Tierleid zu verursachen und nicht einen moralischen Kompromiss in Kauf zu nehmen, gibt es natürlich immer noch die Möglichkeit, sich komplett von tierischen Produkten fernzuhalten. Im Bereich der Milch sehe ich da immer mehr auftauchen, Sojamilch in verschiedensten Geschmacksrichtungen, Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch, Lupinenmilch, Haselnussmilch und noch weiteres. Da existiert wirklich wenn es nur um die reine Milch geht eine verdammt große Auswahl, bei denen auch sehr viel im Bereich Bio existiert, wenn es denn beides sein soll. Davon haben wir aktuell zum Glück noch keine Überproduktion, was auch hoffentlich so bleibt.

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2 Gedanken zu “Ein paar Subventionen für Milch? Macht doch nichts!

  1. Hallo in „den nördlichsten Tiefen des Saarlandes“! 🙂

    ein ausgezeichneter Kommentar. Besonders gefällt mir dein (Halb-) Satz:

    „nicht die Großkonzerne zu erhalten, das schaffen die selbst“.

    Wie ich schon mal auf twiiter.com schrieb, ich lese dich immer gerne!

    Woogpirat

    Gefällt mir

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