Fake News, warum nicht einfach verbieten?

Hallo Welt,

an dieser Stelle möchte ich ein paar Wörtchen über die sogenannten Fake News verlieren. Wenn ihr allerdings einfach nur kurz und knackig hören wollt, was ich dazu sage, bitte hier lang.

Bevor ich allerdings darüber meine Meinung in dieser schriftlichen Form abgebe, ist es vielleicht ganz sinnvoll, zu definieren, worum es sich dabei überhaupt handelt. Übersetzt man es einfach nur, kommt man recht einfach auf das Wort „Gefälschte Nachrichten“, also Nachrichten, die so eigentlich gar nicht stimmen. Falschmeldungen, sozusagen, sowohl bewusst als auch unbewusst. In letzter Zeit sind das ziemlich häufig irgendwelche politischen Falschmeldungen, die Menschen in der Regel in eine bestimmte politische Richtung drängen sollen. Somit können Fake News als Propaganda-Mittel dienen, müssen es aber nicht unbedingt. Schließlich können es auch dummerweise glaubwürdig erscheinende, eher unpolitische Meldungen sein, die nicht unbedingt so bewusst geteilt werden. Der Begriff selbst stammt auch ein wenig aus dem US-Wahlkampf, in dem Fake News Anteil genommen haben sollen und potentiell Donald Trump unterstützt haben könnten.

Das Ganze ist also nicht wirklich das, was unproblematisch genannt werden könnte. Irgendwas müsste also gegen die Fake News getan werden können, um eine Ausbreitung zu stoppen und dafür zu sorgen, dass solche Nachrichten eben nicht die Möglichkeit haben, extrem einen Wahlkampf zu beeinflussen. In der Diskussion stehen bisher Strafen für die Verbreitung von Fake News und ein schnelleres Reagieren der betreffenden Seiten  und Social Media-Netzwerke wie Facebook. Natürlich ist der Weg bis hin zur Zensur nicht weit, um gegen Fake News kämpfen zu können.

Ich halte das jedoch für den vollkommen falschen Weg. Für viele Menschen scheint es einfacher zu sein, ein Beispiel aus der Online-Welt in die Offline-Welt zu übertragen. Angenommen, ich befinde mich nun in einem öffentlichen Raum und teile anderen Menschen bewusst Falschinformationen mit, vielleicht sogar politischer Natur. Droht mir nun eine Strafe? Nein. Lügen wird nicht bestraft und das ist im Rahmen der Meinungsfreiheit auch irgendwo gut so. Des Weiteren sind die Grenzen zwischen Nachrichten und Meinung oftmals ziemlich fließend. Das führt dann dazu, dass Meinung fälschlicherweise als Nachricht wahrgenommen wird. Das fällt dann allerdings unter die Meinungsfreiheit. Die in dieser Art und Weise einzuschränken halte ich schlicht und ergreifend für falsch, weil man meiner Meinung nach nicht sagen kann, ob eine Meinung nun richtig ist oder nicht. Klar, eine Meinung kann auf falschen Fakten und Tatsachen beruhen, was die Grundlage irgendwie falsch macht. Dafür aber jemanden zu bestrafen halte ich schlicht und einfach für falsch. Selbst, wenn es rechte Propaganda sein sollte. Diese lässt sich sicherlich nicht durch Verbote und Einschränkungen eindämmen, sondern würde damit vermutlich noch mehr wachsen. Ich meine, überlegt euch bitte, wie viel Aufwind die AfD wieder bekäme, wenn Nachrichten und Meinungen mit Nachrichten vermischt unter Strafe stünden. Aber das alleine ist nicht Grund genug. Wir sollten uns nicht nur auf die AfD und rechte Kräfte in unseren politischen Entscheidungen beschränken. Aber um wieder zurück zum Thema zu kommen, es kann niemand entscheiden, welche Meinung, wenn auch vermischt mit Nachrichten, nun falsch oder richtig ist. Weder online noch offline. Und letztlich fallen irgendwo auch gefälschte Nachrichten unter den Schutz der Pressefreiheit.

Zensur würde das Ganze bereits dargestellte Problem noch verstärken. Aufgrund einer geringen Anzahl an Fake News im Vergleich zu der riesigen Menge an Mitteilungen, Beiträgen und nicht-postfaktischen Nachrichten, die produziert werden, die Tür für eine solche große Eindämmung der Freiheit zu öffnen ist schlicht und ergreifend unverhältnismäßig und lässt sich an keiner Stelle wirklich rechtfertigen. Dazu kommt noch erschwerend, dass prinzipiell immer die Möglichkeit besteht, dass eine scheinbar falsche Meldung sich letztlich doch als richtig herausstellt. Gerade in Kriegssituation wie in Syrien kann es immer mal passieren, dass Meldungen und Nachrichten sich widersprechen, weil einfach alles in einem unübersichtlichen Chaos ist, in dem niemand mehr so wirklich durchblicken kann. Dementsprechend ist es dabei auch sehr schwer. Und wie ist es eigentlich mit Satire? Solche höchst seriösen und ernsten Seiten wie der Postillion würden somit auch unter Fake News fallen, weil es nun einmal falsche Meldungen sind. Abgesehen von der Tatsache, dass es immer noch so etwas wie Kunstfreiheit gibt, zeigt das ziemlich gut, wie schwachsinnig Zensur und Verbote in Bezug auf Fake News eigentlich sind.

Doch was ist denn nun wirklich eine Strategie, um Fake News einzudämmen? Meiner Meinung nach gibt es da nicht wirklich allzu viel Auswahl. Die Grundlage muss Bildung und Aufklärung bilden. Wie soll es mir sonst möglich sein, zu erkennen, was vermutlich richtig ist und was nicht? Ein sehr einfaches Beispiel wäre folgendes Bild mit der Schlagzeile „Einhorn gesichtet!“

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Da Einhörner bisher höchstens in Form von Duschgel und Schokolade existieren und die Gentechnik noch nicht so weit ist, echte Einhörner zu basteln, kann davon ausgegangen werden, dass diese Meldung falsch ist. Kommt noch erschwerend dazu, dass irgendwer es einfach nur auf Facebook gepostet hat oder es von einer nicht gerade seriös erscheinenden und unbekannten Seite kommt und dazu kein weiterer Beleg existiert, handelt es sich wahrscheinlich auch um eine Falschmeldung. Daher rufe ich sehr gerne zum kritischen Denken auf, um Fake News zu enttarnen. Wir sind alle in der Lage, unseren Kopf anzustrengen und genau das ist meiner Meinung nach die Lösung, um Fake News effektiv entgegen treten zu können. Alle Menschen müssen grundsätzlich durch Bildung in der Lage dazu sein, kritisch zu denken und hinterfragen zu können. Das ist eine Anforderung an unser Bildungssystem, aber auch an uns selbst, wenn wir nicht ideologisch verblendet sein wollen.

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Analsex, Darkrooms und BDSM im Aufklärungsunterricht?

Hallo Welt,

heute geht es um ein Thema, das vor kurzem wieder durch die Medien gegangen ist. Es soll diesmal um Sexualkunde gehen oder das Wort, das ich in dem Kontext bevorzuge, nämlich Aufklärungsunterricht. Meiner Meinung nach sollte es dabei nämlich nicht nur um sexuelle Gegebenheiten gehen. Hintergrund der Diskussion ist unter anderem hier zu finden.

Bevor ich mich allerdings dem Thema widme, was ich denke, was allgemein so im Aufklärungsunterricht von der Schule aus wann behandelt werden sollte, werde ich mich erst einmal mit der erwähnten Kampagne, Schule der Vielfalt, auseinander setzen und ob das auf der Onlinepräsenz wirklich so extrem ist, wie es in den meisten Medien dargestellt wird. An sich ist das Projekt, was den ersten Blick angeht, zu befürworten. Zunächst einmal geht es um die Bekämpfung von Homophobie an Schulen, daneben noch um den Abbau von Diskriminierungen gegenüber Leuten, die irgendwie der Queer- oder LGBT+-Community angehören. Allerdings gibt es ja hauptsächlich Kritik bezüglich der Lehrmaterialien im Punkt Rollenspiele. Genau das habe ich versucht, mir anzuschauen. Ja, versucht. Als ich für diesen Blogbeitrag recherchiert habe, hat mir die Seite gesagt, dass die pdf-Datei bezüglich dem kompletten Modul wohl nicht (mehr) verfügbar ist.

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Gerade an dieser Stelle wäre es sehr interessant gewesen, sich das alles anzuschauen, was so kritisiert wird, aber an der Stelle tut es mir Leid, dass ich das Dokument nicht finde. Wenn der Link wieder funktionieren sollte oder jemand die entsprechende Datei hat, ich bin dafür zu haben und an dieser Stelle kann ich das dann gerne wieder aufgreifen. Daher werde ich nun auf die vermutlich etwas weniger inhaltreiche Übersichtsseite zu Rollenspielen zurückgreifen. Hier finden wir keine konkreten Informationen zu irgendeiner Art der Rollenspielen, in der Anleitung ist lediglich folgender Hinweis noch dazu gegeben:

Grundsätzlich sollten Rollenspiele freiwillig erfolgen. Da in drei der vier Rollenspiele Lesben bzw. Schwule auftreten, sollte die Rollenverteilung unter den Freiwilligen per Los erfolgen, um keine Schülerin/keinen Schüler unter Rechtfertigungsdruck zu setzen.

Dieser Hinweis ist bezüglich der weiteren Diskussion zur Schule über Vielfalt meiner Meinung nach unglaublich wichtig. Es wird also kein kleines Kind dazu gezwungen, Analsex oder ähnliche Praktiken darstellen zu müssen, wenn es das nicht will. Einvernehmen bezüglich jeglichen sexuellen Handlungen ist verdammt wichtig und sollte auch schon in jüngeren Jahren, also hier ist die Rede von Klasse 7, gelehrt werden. Der Punkt ist hier allerdings, dass die meisten Kinder in dem Alter noch nicht wissen, was Analsex ist und selbst, wenn es einer nicht weiß, könnte man dessen Schamgefühl verletzen. Wenn ich mich an die Zeit in der siebten Klasse zurück erinnere, wusste ich persönlich noch nicht, was Analsex ist. Ich habe mich da immer gefragt, warum einige aus meiner Klasse das Wort Uralsee zu Analsee umwandelten und sich dabei kaputt lachten. So viel dann auch zu Reife bei dem Thema. Da ich im Grunde genommen nur die Informationen aus den Medien habe und die wenigen, die Schule der Vielfalt selbst hat, greife ich kurz Rollenspiele mit Dildos, Analsex, BDSM, den Bau eines Bordells und was weiß ich noch alles auf. Davon bin ich kein großer Fan. Die meisten Schüler sind dafür entweder zu jung oder haben es schon geschafft, sich dank Internet selbst aufzuklären. Wenn an irgendeinem dieser Themen ernsthaftes Interesse besteht, dann wird derjenige sich auch intensiv damit beschäftigen. Es ist zwar okay, ab einem gewissen Alter mal am Rande davon gehört zu haben, damit man weiß, dass es noch etwas anderes als die eigene, sexuelle Norm gibt, aber das gleich nachzuspielen halte ich für fragwürdig. Anders sieht es meiner Meinung nach im Bereiche der alltäglicheren Rollenspiele aus. Hier bin ich der Ansicht, dass Kinder ruhig mal eine Diskriminierungssituation darstellen können, um mal ein Beispiel zu nennen, wie ich mir das vorstellen könnte:
Schüler A: „Ey, ich hab gehört, du bist eine Schwuchtel!“
Schüler B: „Ich habe doch nur einen Freund wie ihre eine Freundin.“
Schüler C: „Schwuchtel, Schwuchtel!“
Damit soll dann im Idealfall gezeigt werden, was eben nicht okay ist, wenn Homophobie in der Klasse denn wirklich auftritt. Wenn alle lieb und tolerant sind, kann man auch gerne Rollenspiele durchführen, in denen Homosexuelle dann so behandelt werden, wie sie es eigentlich auch sollten, nämlich wie ganz normale Menschen, was sie ja letztlich auch sind. Sexuelle Handlung müssen da nicht nachgestellt werden, wenn denn was zum Thema Diskriminierung gegen Queer und LGBT+ gemacht werden soll. Übrigens habe ich mir mal den Spaß gemacht, die Suche auf der Seite Schule der Vielfalt mit verschiedenen Suchbegriffen zu füttern. Zu Dildo, anal, Darkroom, BDSM, Fetisch, Vibrator, Sexspielzeug, Lecktuch (was eigentlich ja eine Verhütungsmethode ist, was wichtig werden kann, sobald die sexuelle Handlung einen Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen involviert), Kondom (auch ein nicht unwichtiges Verhütungsmittel, sobald ein Mensch mit männlichen Geschlechtsorganen dabei ist), Penis und Vagina gibt es keinen einzigen Treffer. Zu SM gibt es lustigerweise Treffer, das sind dann aber meistens einfach nur Wörter, in denen irgendwie die Buchstaben S und M hintereinander vorkommen:

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Ähnliches Spiel hat man bei der Suche nach dem Wort Sex. Da das Wort Homosexualität nun einmal die Buchstaben S, E und X hintereinander enthält und es sich um ein Projekt gegen die Diskriminierung von Homosexualität handelt, ist es irgendwo logisch, dass dieser Begriff auftaucht. Da gibt es nur wenig interessante Dinge, beispielsweise das Begriffslexion zum Abgrenzen von Begriffen und es werden sogar Filme ab 16 aufgegriffen. Da gibt es wirklich Schlimmeres, vor allem, weil in meiner Schulzeit auch Filme mit FSK 16 geschaut worden, obwohl nicht alle Anwesenden zu diesem Zeitpunkt 16 waren. Das interessiert in der Regel auch nicht groß, vor allem nicht die Eltern, wenn es mal um ein bisschen mehr Gewalt geht. Die Schule für Vielfalt scheint also eigentlich gar nicht so schlimm zu sein, wenn man von dem Punkt absieht, dass gewisse Rollenspiele keine Option darstellen sollten.

In diesem Zusammenhang wird jedoch auch SCHLAU NRW kritisiert, was ich mir in dem Zusammenhang auch mal ansehen will. Dazu habe ich diesmal funktionsfähige Infomaterialien gefunden, an denen ich mich orientieren will. Dort steht explizit ganz weit vorne schon einmal das drin:

Werden die Jugendlichen in euren Workshops mit Sexualität konfrontiert?

Nein. SCHLAU macht keine Sexualaufklärung, sondern Antidiskriminierungsarbeit. Das bedeutet, dass wir mit den Jugendlichen über Lebensentwürfe und Familienmodelle, über Coming‐out und Diskriminierung sprechen.

Hört sich doch schon einmal gut an, dass hier kein Workshop im Sinne von sexueller Aufklärung bezüglich aller Bereiche der Sexualität, also auch beispielsweise verschiedene Fetische genaustens unter die Lupe genommen werden, stattfindet. Es wird sogar auf die kritisierten Rollenspiele eingegangen:

Wir haben von Methoden gehört, in denen Jugendliche einen Puff planen oder sich Lieblingsstellungen ausdenken sollen. Wendet ihr solche Methoden an?

Nein. In unseren Methoden geht es um Diskriminierung, Klischees, Familienbilder oder allgemein um gesellschaftliche Privilegien. Die Jugendlichen planen keinen Puff, denken sich keine Lieblingsstellungen aus und spielen auch sonst keine Stellungen nach. Alle von uns genutzten Methoden respektieren die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der Jugendlichen.

Laut Projekt scheint es also keine solcher Methoden zu geben. Auch wird scheinbar auf die Freiwilligkeit großen Wert gelegt:

Können die Jugendlichen eure Workshops verlassen?

Ja. Dies ist selbstverständlich zu jedem Zeitpunkt des Workshops möglich. Die Lehrkraft hat für diesen Fall alternative Aufgaben und Themen parat.

Was ich etwas schade finde an diesen Aufklärungsprojekten ist, dass die Queer-Community sich rein auf die Sexualitäten und die Geschlechteridentitäten dreht. Ich persönliche sehe Menschen, die in irgendeiner Weise dem Bild von zwei Menschen, die eine Beziehung führen und nur miteinander auf sexueller Ebene interagieren, auch als Teil der Queer-Community, sowie bestimmte Fetisch- und BDSM-Bereiche. Insofern kann man die beiden Organisationen in ihrer Außendarstellung nicht kritisieren. Da will ich mich allerdings selbst in meiner Aussage einschränken, weil ich keine Ahnung davon habe, was die Materialien von Schule der Vielfalt enthalten haben, aber dazu habe ich weiter oben ja schon was geschrieben.

Nachdem ich mich nun also mit verschiedenen Konzepten der Aufklärung befasst habe, stellt sich natürlich die Frage, inwiefern ich persönlich denke, wie genau in Schulen aufgeklärt werden muss. Das lässt sich eigentlich ganz simpel beantworten: Altersgerecht. Ein Grundschüler wird mit Begrifflichkeiten und Abgrenzungen von Bi- und Pansexualität vermutlich irgendwo überfordert sein und es wird ihn gar nicht interessieren. Es reicht in dem Fall doch einfach, wenn ihnen beigebracht wird, dass es Männer gibt, die Frauen lieben, Männer, die Männer lieben, Frauen, die Frauen lieben, Männer, die Männer und Frauen lieben und Frauen, die Männer und Frauen lieben. Manchmal sogar mehr als eine Person. Bezüglich Geschlechtsidentität kann man auch ganz einfach sagen, dass es Mädchen gibt, die eigentlich Jungen sind und Jungen, die eigentlich Mädchen sind. Bezüglich Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, bin ich mir unsicher, aber ich habe noch die Hoffnung, dass Kindern das Geschlecht irgendwie egal ist, auch wenn es oft heißt „Ich spiele aber nicht mit Jungs/Mädchen!“ Irgendwie habe ich das schon in meiner Kindheit nicht ganz verstanden. Ich war quasi irgendwie Post Gender von Beginn an. In meiner Kindheit sind mir auch nicht viele Geschlechterklischees durch meine Eltern begegnet, die haben mir gerne ’ne Barbie-Puppe gekauft und eine Carrera-Rennbahn mein halbes Zimmer blockieren lassen. Ich wünschte, jedes Kind hätte die Chance so aufzuwachsen und nicht in Geschlechterklischees gezwungen zu werden, nur weil die Eltern eben ein Kind von diesem oder jenen Geschlecht bekommen haben. Irgendwann werden die Kinder dann auch so langsam zu Jugendlichen. So in der siebten bis achten Klasse würde ich es dann als wichtig erachten, dass sie bestmöglich über Safer Sex aufgeklärt werden, wenn das nicht sowieso schon die Eltern tun. Auch gerade Verhütungsmittel wie die Kupferkette, worüber ich schon mal gebloggt habe, die eher unkonventionell sind oder Lecktücher, die ich bereits weiter oben schon einmal erwähnt habe, sollten ein Teil des Unterrichts werden, natürlich noch immer mit Betonung auf Kondom, weil das eben vor sexuellen Krankheiten schützt. Besonders Wert sollte meiner Meinung auch darauf gelegt werden, dass sexuelle Handlungen jeglicher Art immer einvernehmlich sein müssen. Hier würde ich besonders an die Jugendlichen appellieren, dass das, was einvernehmlich ist, in den meisten Fällen auch zu respektieren und zu akzeptieren ist. Das betrifft dann den ganzen Bereich bezüglich anderer Sexualitäten als die Heterosexualität, wobei gerade der noch einmal extra erwähnt werden sollte, genauso wie Polyamory. Verschiedene Fetische, der Lack-, Leder- und Latexbereich, sowie BDSM müssen nicht extra erwähnt werden. Das fällt meiner Meinung nach unter sexuelle Praktiken, die vollkommen okay sind, weil und vor allem wenn sie einvernehmlich ablaufen. Geschlechtsidentität wird in dem Zusammenhang vermutlich wieder wichtiger und hier kann man die Dinge wirklich beim Namen nennen. Ein ungefähr 14-jähriger Jugendlicher sollte nicht damit überfordert sein, wenn er sich grob im Bereich der verschiedenen Geschlechter auskennt und die Begriffe männlich, weiblich, nicht-binär sowie cis und trans unterscheiden kann und alle Menschen eben trotzdem als Menschen zu bewerten sind, was aber auch klar ist. Das ist so das Basiswissen, was meiner Meinung nach jungen Menschen mitgegeben werden sollte. Wenn sie irgendwelche individuelleren Fragen haben, ist es natürlich immer schön, wenn kompetentes Lehrpersonal vorhanden ist, die notfalls auch im Privatgespräch helfen können. Davon kann man aber leider nicht immer ausgehen. Daher sollten vielleicht auch die ein oder anderen Vereine genannt werden, die sich mit solchen Thematiken beschäftigen. Am bekanntesten sollte da der LSVD sein, aber das Internet kennt da meistens auch eine Lösung, vor allem, wenn die Jugendlichen schon mal wissen, dass das, was sie da empfinden, etwas ganz Normales ist, wie jede weiter verbreitete Sexualität oder L(i)ebenseinstellung. Eine Aufklärung in diesem Maße hätte ich mir damals auch gewünscht, aber ich konnte relativ schnell lernen, dass auch mit mir alles normal ist, auch weil ich mich als queer identifiziere. Ich hoffe, dass es vielen Jugendlichen in Zukunft genauso geht, egal, ob sie queer sind oder nicht. Letztlich soll das Ganze ja einerseits auf sexuelle Aktivitäten vorbereiten, andererseits aber auch zeigen, dass nicht das standardmäßige Hetero-Pärchen das einzig Normale in dieser Gesellschaft ist.

Schulisches Handyverbot – realitätsnah?

Hallo Welt,

als Schülerin erlebe ich tagtäglich hautnah etwas, das sich Handyverbot nennt. Das kümmert allerdings die wenigsten Schüler und Lehrer. Trotzdem ist die Nutzung des Handy laut Hausordnung verboten, neuerdings kennt meine Schule sogar das Wort „Smartphone“ dafür. Das ist beeindruckend für eine Schule, in der man 4 Computer für die gesamte Schülerschaft bereit stellt. Es waren einmal 6, aber da sich niemand um die Wartung kümmert, passiert da auch nicht viel. Was die technische Ausstattung angeht, sind wir also nicht gerade weit vorne. Da ist ein Handyverbot eigentlich gar keine großartige Überraschung mehr. Leider ist die Entwicklung oder eher diese Versteifung im ganzen Bildungsbereich zu beobachten.

Es besteht also noch immer der Wunsch, das Smartphone oder veraltet Handy genannt zu verteufeln, aus dem Unterricht zu halten, am liebsten gar nicht in der Schule zu sehen. Weil böse. Weil lenkt zu sehr ab. Weil Schüler zu viel auf das Ding in der Hand starren. Weil Gefahr der Onlinesucht. Weil Cybermobbing möglich. Und natürlich Pornos. All diese Probleme werden aber nicht gelöst, indem man die Handynutzung einfach verbietet. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Schüler durchaus in der Lage sind, Smartphones so zu halten und dann zu nutzen, dass Aufsichtspersonen das meistens nicht mit bekommen. Probleme nicht gelöst, sondern teilweise sogar noch verstärkt und Handy aus dem Unterricht verbannt weil böse. Eigentlich ist es als Schüler sehr schwer nachzuvollziehen, warum dieses kleine Ding, das man in der Hand hält, böse sein soll, wenn damit doch so viel Wissen abrufbar wird. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen haben ich mich im Unterricht so schlecht informiert gefühlt, dass es ein Leichtes war, Wikipedia, Spektrum oder eine andere Seite zu öffnen, um mir das erklären zu lassen, wenn auf meine Fragen ein „Weiß ich selbst nicht“ geantwortet wurde. Wissenslücken, auch Seiten des Lehrers, könnten damit problemlos recherchiert werden, was zum Glück auch der ein oder andere trotz geltendem Handyverbot zulässt. Vermutlich einer der Privilegien der Oberstufe. Apropos Oberstufe. Das sind Menschen, die bald auf die Universität und Berufswelt losgelassen werden, die bald volljährig werden oder es schon sind. Da finde ich es persönlich etwas lächerlich, die Smartphonenutzung komplett zu verbieten. Auto fahren, Verträge unterzeichnen, heiraten und wählen wird uns zugetraut, aber über die Nutzung unseres Handys entscheiden? In dem Alter sollte jeder selbst wissen, wie viel Handykonsum man sich zumuten kann und trotzdem noch im Unterricht aufpassen kann. Und selbst wenn nicht, wird man es spätestens in der nächsten Kursarbeit erfahren. Und wenn dann diese Kursarbeit noch relevant für’s Abitur ist, gerade dann wissen die meisten, wie viel Handy vertretbar ist und wie viel nicht. Der Großteil ist freiwillig in der Oberstufe, wir könnten jederzeit gehen und beispielsweise eine Ausbildung beginnen. Ein bisschen Entscheidungsfreiheit könnte man uns da schon zutrauen, oder?

Generell wäre statt einem pauschalen Verbot der Einsatz zum Lernen mit einem Smartphone und generell Computern sinnvoll. Wie heißt die Vokabel nochmal, wie sieht der Graph aus, ohne dass ich ihn selbst zeichnen muss, wie ist der aktuelle HDI von Deutschland und heißt es Gratwanderung oder Gradwanderung? Zugegeben, das lassen manche Lehrer aktuell sogar zu. Dann profitieren alle von der Technik, aber das ist eher die Ausnahme statt der Regel. Schließlich herrscht ja das generell Handyverbot. In der Theorie zumindest. Daran hält sich nur fast niemand. Einige Lehrer legen ihr eigenes Handy sogar offen auf den Tisch und linsen bei einer angekommenen Nachricht mal ab und zu rüber, während wieder andere den kleinen Helfer dämonisieren und darüber reden, wie schön doch so eine Unterhaltung mit echten Menschen und nicht mit seinem Handy ist. Aber auch viele Schüler sehen es nicht ein, dass sie ihr Smartphone wegstecken sollen. Ich auch nicht. Meinen sozialen Kontakten in der Schule hat das nicht geschadet. Meinem Jahrgang geht es ähnlich. Wir sind bestens miteinander vernetzt, im Real Life wie im Internet. Durch das Internet sogar mit manchen mehr, als ich es im Real Life tun würde. So erfuhr ich, dass jemand, mit dem ich noch nie über das Thema geredet habe, sich sehr für die Rechte von geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten einsetzt. Dadurch konnte mich jemand fragen, wie ich das eigentlich mit meinen Haaren mache. Ach ja, und ich erfuhr von einem YouTube-Channel eines Mitschülers, weil Twitter mit das irgendwann mitteilte. Ähnlich könnte man auch Nachrichten in der Schule nutzen. So muss niemand jemanden suchen, der am anderen Ende der Schule Unterricht hat, weil man sich noch unbedingt was kopieren musste. Bei Gruppenarbeiten muss niemand mehr für sich selbst mitschreiben, weil in der nächsten Stunde ja jemand krank sein könnte. Ein Schulfach Medienkompetenz könnte über die Gefahren aufklären wie Cybermobbing, was so oder so stattfinden würde, ob Handyverbot oder nicht, so traurig die Realität in dem Fall auch ist, Onlinesucht, Pornographie und was eigentlich mit den eigenen Daten so passiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass bei Kindern und Jugendlichen der Punkt Onlinesucht und Pornographie durch das Datenvolumen eingeschränkt werden, was dann sehr schnell weg wäre. Trotzdem kann eine Aufklärung im Zuge des Faches Medienkompetenz nicht schaden.

Es ist also schon längst an der Zeit, das sowieso schon veraltete Handyverbot aufzugeben. Ein pauschales Verbot verschlimmert die Probleme nur, weil sie überhaupt nicht mehr kontrollierbar werden. Ganz abgesehen davon halten sich die meisten, Schüler als auch Lehrer, sowieso nicht dran und damit geht es vollkommen an der eigentlichen Realität und heutiger Lebenswelt vorbei.