Back to Basis: Warum ich mein JuPi-Amt niederlege

Meine lieben JuPis, Piraten, Interessenten, Menschen, die hier zufällig gelandet sind, und alle weiteren Lebewesen,

am liebsten würde ich euch an dieser Stelle einen fulminanten Beitrag über die Jungen Piraten und damit auch indirekt die Piratenpartei liefern. Leider kann ich das gerade nicht, denn der Grund für diesen Post ist mein Rücktritt.
Ich lege mein Amt innerhalb des Vorstandes der Jungen Piraten in meiner Funktion als stellvertretende Vorsitzende nieder, um es mal kurz, schnell und direkt, ohne es zu beschönigen zu sagen. Wer bereits an dieser Stelle genug hat und meine Gründe gar nicht wissen möchte, kann an dieser Stelle das Lesen einstellen.

Aber warum tue ich das? Ich trete nicht aus mangelnden Idealen, enttäuschten Hoffnungen oder irgendeiner Form der Perspektivlosigkeit zurück. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass wir Piraten und die Jugendorganisation der JuPis wichtig sind und wir weiter bestehen bleiben müssen, gerne auch mit mir in der Basis. In die Basis der Piratenpartei bin ich ja seit der Bundestagswahl wieder zurückgekehrt. Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen, für euch eine Kandidatin sein zu dürfen, in die ich zur Landtagswahl als auch zur Bundestagswahl einiges an Energie, Zeit und irgendwo auch Schlaf gesteckt habe. Wie sehr mich das eigentlich Kraft gekostet hat, habe ich erst im Nachhinein wirklich gemerkt.
Vor einigen Monaten war meine Zeiteinteilung einfacher. Frisch vor den Abiprüfungen, aber noch nicht in die lange Lernphase, fiel die Landtagswahl im Saarland, während die Bundestagswahl in einen recht freien Zeitraum fiel. Dazu noch das Amt als stellvertretende Vorsitzende der Jungen Piraten war zwar zeitintensiv, aber definitiv machbar. Inzwischen hat sich das geändert. Mittlerweile habe ich ein Studium begonnen, das schon zeigt, dass es recht zeitintensiv wird. Zusammen mit ein paar (familiären) Änderungen schaffe ich es schlicht nicht mehr, dieses Amt in der Form auszufüllen, die es benötigt, ohne mich selbst dabei kaputt zu machen. Dem Amt im Bundesvorstand den Jungen Piraten müsste ich entweder einen Teil meines Studiums oder meinen Schlaf opfern. Beides würde dazu führen, dass ich langfristig innerparteilich nicht mehr zu gebrauchen wer, wenn man es so sehen möchte. Mein Anspruch war, als ich im Januar wieder angetreten bin, dieses Amt gut zu machen und ihm genügend Zeit einzuräumen. Das kann ich aktuell nicht mehr garantieren. Daher beende ich meine Amtszeit hiermit vorzeitig.
Es ist gewollt, dass der Vorstand damit eben nicht handlungsunfähig wird, denn wir haben im Rahmen der Bundesmitgliederversammlung 17.2 eine Neuwahl der offenen Vorstandsposten vorgesehen. Insofern werden die JuPis weiter segeln, auch mit mir. Nur ich begebe mich in einer ohnehin sehr basisdemokratischen Organisation vom Steuerrad  hin zur Crew. Ihr werdet mich also nicht los und wenn es meine Freizeit hergibt, werde ich mitarbeiten und weiter piratig aktiv sein. Die Übergabe von Vorstandsformalitäten werde ich dann auch noch sauber über die Bühne bringen. Auf jeden Fall wünsche ich den neuen Menschen im Bundesvorstand der Jungen Piraten viel Erfolg, ich weiß, dass wir mit den neuen Menschen dort sehr tolle Menschen habe. Außerdem bedanke ich mich für die wunderbare Zusammenarbeit im letzten Jahr. Ich bin auch nicht aus der Welt und helfe immer gerne mit.

tl;dr: Keep sailing, mich werdet ihr in der Basis nicht los!

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Fake News, warum nicht einfach verbieten?

Hallo Welt,

an dieser Stelle möchte ich ein paar Wörtchen über die sogenannten Fake News verlieren. Wenn ihr allerdings einfach nur kurz und knackig hören wollt, was ich dazu sage, bitte hier lang.

Bevor ich allerdings darüber meine Meinung in dieser schriftlichen Form abgebe, ist es vielleicht ganz sinnvoll, zu definieren, worum es sich dabei überhaupt handelt. Übersetzt man es einfach nur, kommt man recht einfach auf das Wort „Gefälschte Nachrichten“, also Nachrichten, die so eigentlich gar nicht stimmen. Falschmeldungen, sozusagen, sowohl bewusst als auch unbewusst. In letzter Zeit sind das ziemlich häufig irgendwelche politischen Falschmeldungen, die Menschen in der Regel in eine bestimmte politische Richtung drängen sollen. Somit können Fake News als Propaganda-Mittel dienen, müssen es aber nicht unbedingt. Schließlich können es auch dummerweise glaubwürdig erscheinende, eher unpolitische Meldungen sein, die nicht unbedingt so bewusst geteilt werden. Der Begriff selbst stammt auch ein wenig aus dem US-Wahlkampf, in dem Fake News Anteil genommen haben sollen und potentiell Donald Trump unterstützt haben könnten.

Das Ganze ist also nicht wirklich das, was unproblematisch genannt werden könnte. Irgendwas müsste also gegen die Fake News getan werden können, um eine Ausbreitung zu stoppen und dafür zu sorgen, dass solche Nachrichten eben nicht die Möglichkeit haben, extrem einen Wahlkampf zu beeinflussen. In der Diskussion stehen bisher Strafen für die Verbreitung von Fake News und ein schnelleres Reagieren der betreffenden Seiten  und Social Media-Netzwerke wie Facebook. Natürlich ist der Weg bis hin zur Zensur nicht weit, um gegen Fake News kämpfen zu können.

Ich halte das jedoch für den vollkommen falschen Weg. Für viele Menschen scheint es einfacher zu sein, ein Beispiel aus der Online-Welt in die Offline-Welt zu übertragen. Angenommen, ich befinde mich nun in einem öffentlichen Raum und teile anderen Menschen bewusst Falschinformationen mit, vielleicht sogar politischer Natur. Droht mir nun eine Strafe? Nein. Lügen wird nicht bestraft und das ist im Rahmen der Meinungsfreiheit auch irgendwo gut so. Des Weiteren sind die Grenzen zwischen Nachrichten und Meinung oftmals ziemlich fließend. Das führt dann dazu, dass Meinung fälschlicherweise als Nachricht wahrgenommen wird. Das fällt dann allerdings unter die Meinungsfreiheit. Die in dieser Art und Weise einzuschränken halte ich schlicht und ergreifend für falsch, weil man meiner Meinung nach nicht sagen kann, ob eine Meinung nun richtig ist oder nicht. Klar, eine Meinung kann auf falschen Fakten und Tatsachen beruhen, was die Grundlage irgendwie falsch macht. Dafür aber jemanden zu bestrafen halte ich schlicht und einfach für falsch. Selbst, wenn es rechte Propaganda sein sollte. Diese lässt sich sicherlich nicht durch Verbote und Einschränkungen eindämmen, sondern würde damit vermutlich noch mehr wachsen. Ich meine, überlegt euch bitte, wie viel Aufwind die AfD wieder bekäme, wenn Nachrichten und Meinungen mit Nachrichten vermischt unter Strafe stünden. Aber das alleine ist nicht Grund genug. Wir sollten uns nicht nur auf die AfD und rechte Kräfte in unseren politischen Entscheidungen beschränken. Aber um wieder zurück zum Thema zu kommen, es kann niemand entscheiden, welche Meinung, wenn auch vermischt mit Nachrichten, nun falsch oder richtig ist. Weder online noch offline. Und letztlich fallen irgendwo auch gefälschte Nachrichten unter den Schutz der Pressefreiheit.

Zensur würde das Ganze bereits dargestellte Problem noch verstärken. Aufgrund einer geringen Anzahl an Fake News im Vergleich zu der riesigen Menge an Mitteilungen, Beiträgen und nicht-postfaktischen Nachrichten, die produziert werden, die Tür für eine solche große Eindämmung der Freiheit zu öffnen ist schlicht und ergreifend unverhältnismäßig und lässt sich an keiner Stelle wirklich rechtfertigen. Dazu kommt noch erschwerend, dass prinzipiell immer die Möglichkeit besteht, dass eine scheinbar falsche Meldung sich letztlich doch als richtig herausstellt. Gerade in Kriegssituation wie in Syrien kann es immer mal passieren, dass Meldungen und Nachrichten sich widersprechen, weil einfach alles in einem unübersichtlichen Chaos ist, in dem niemand mehr so wirklich durchblicken kann. Dementsprechend ist es dabei auch sehr schwer. Und wie ist es eigentlich mit Satire? Solche höchst seriösen und ernsten Seiten wie der Postillion würden somit auch unter Fake News fallen, weil es nun einmal falsche Meldungen sind. Abgesehen von der Tatsache, dass es immer noch so etwas wie Kunstfreiheit gibt, zeigt das ziemlich gut, wie schwachsinnig Zensur und Verbote in Bezug auf Fake News eigentlich sind.

Doch was ist denn nun wirklich eine Strategie, um Fake News einzudämmen? Meiner Meinung nach gibt es da nicht wirklich allzu viel Auswahl. Die Grundlage muss Bildung und Aufklärung bilden. Wie soll es mir sonst möglich sein, zu erkennen, was vermutlich richtig ist und was nicht? Ein sehr einfaches Beispiel wäre folgendes Bild mit der Schlagzeile „Einhorn gesichtet!“

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Da Einhörner bisher höchstens in Form von Duschgel und Schokolade existieren und die Gentechnik noch nicht so weit ist, echte Einhörner zu basteln, kann davon ausgegangen werden, dass diese Meldung falsch ist. Kommt noch erschwerend dazu, dass irgendwer es einfach nur auf Facebook gepostet hat oder es von einer nicht gerade seriös erscheinenden und unbekannten Seite kommt und dazu kein weiterer Beleg existiert, handelt es sich wahrscheinlich auch um eine Falschmeldung. Daher rufe ich sehr gerne zum kritischen Denken auf, um Fake News zu enttarnen. Wir sind alle in der Lage, unseren Kopf anzustrengen und genau das ist meiner Meinung nach die Lösung, um Fake News effektiv entgegen treten zu können. Alle Menschen müssen grundsätzlich durch Bildung in der Lage dazu sein, kritisch zu denken und hinterfragen zu können. Das ist eine Anforderung an unser Bildungssystem, aber auch an uns selbst, wenn wir nicht ideologisch verblendet sein wollen.

Alles Gute, Piratenpartei!

Hallo Welt,

heute ist ein wichtiger und wunderbarer Tag in der Geschichte der Piratenpartei. Nicht, weil die Piratenpartei selbst eine großartige Partei ist, nein, sie wird heute 10 Jahre alt.

Diesen Weg der 10 Jahre bin ich leider nicht von Anfang an mit gegangen, was größtenteils an meinem Alter liegt. Als sehr junger Mensch und eines der jüngsten Mitglieder im Landesverband interessiere ich mich erst seit ACTA für Politik. Den Protest gegen ACTA habe ich damals besonders durch die Piratenpartei mit bekommen, sie war quasi ein Symbol des Protests für mich. Das Interesse für Politik kam bei mir dann jedoch erst im Jahre 2013, pünktlich zur Bundestagswahl. Das war quasi mein Startpunkt als Pirat, wobei ich damals sogar noch zu jung zum Eintritt war. Das hat mich dennoch nicht davon abgehalten, aktiv zu werden und weiterhin aktiv zu sein. Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, dann ist es erstaunlich, was in der Zeit alles passiert ist. Vor meinem ersten LPT habe ich mich noch nicht einmal getraut, einen Programmantrag einzureichen, sondern nur zwei kleine Positionspapiere zum Bereich Bildung, bei denen ich mir schon unschlüssig war, ob ich sie überhaupt einreichen sollte. Schließlich kannte ich ja nur ein paar Menschen und ich war mir bezüglich meiner Meinung noch so unsicher. Heute weiß ich, dass mir sicherlich niemand böse gewesen wäre, hätte ich mich gleich getraut, das als Programmantrag einzureichen. Im Vergleich zu heute, wenn man mich bei einem LPT quasi schon gleich vorne stehen lassen kann, wenn eine Reihe von Anträgen, die zufällig von mir sind, kommt, ist das schon ein riesiger Fortschritt. Bei meiner ersten Demo, die auch gleichzeitig meine erste Demo unter Piratenflagge war, war ich noch aufgeregt, was alles passieren sollte. Heute kenne ich ungefähr den Ablauf und lasse mich auch mal dazu überreden, spontan was zu sagen. Bei meinem ersten BPT kannte ich fast niemanden, die meisten Leute von meinem eigenen Landesverband. Heute kann ich zum BPT fahren und ich gehe eine nicht gerade kleine Liste von Leuten durch, die ich kenne und die auch da sein könnten. Bei meinem ersten BPT in Würzburg wäre es für mich undenkbar gewesen, dass ich etwas mehr als ein Jahr später, in Wolfenbüttel, zusammen mit meinen wunderbaren Vorstandskollegen Jojo (@WupperJojo auf Twitter) und Felix (@LostInCoding auf Twitter) auf einer Bühne stehen und die neugegründeten Jungen Piraten vorstellen würde. Vor einem Jahr hätte ich auch nicht gedacht, dass mein drittes Mal Berlin für das Jahr 2016 mich ausgerechnet wegen den Piraten dorthin führen würde. Oder dass ich einmal mit schmerzenden Füßen durch Köln dank des CSD laufen würde. Ich habe Menschen gefunden, die mir ähnlich sind und die ich mag, sogar liebe. All das sind Erfahrungen, die mir die Piratenpartei ermöglicht hat und die mir sehr bei der Charakterbildung geholfen haben, die ich nicht mehr missen möchte. All das sind so tolle Erinnerungen, dass es innerhalb der letzten drei Jahre und vor allem innerhalb des letzten Jahres, eigentlich nur unglaublich sein kann, was im nächsten Jahr und in den nächsten drei Jahren kommt.

Ich bin der Piratenpartei dankbar, was sie mir in drei Jahren alles ermöglicht hat. Für mich ist es daher kaum vorstellbar, was in zehn Jahren alles passiert ist, was andere Menschen an Erfahrungen und Erinnerungen gesammelt haben und was alles außerhalb der Medien passiert ist. Ich hoffe, ich kann herausfinden, was in den nächsten zehn Jahren für mich alles in der Piratenpartei und bei den Jungen Piraten geschehen wird. Ich freue mich auf eine weitere politische als auch menschliche Zusammenarbeit, auch wenn wir immer wieder gerne als tot bezeichnet werden. Ich sehe es immer wieder: Wir sind vielleicht vieles, aber definitiv nicht tot. Wir sind da. Wir machen Politik. Und das werden wir hoffentlich auch weiterhin tun. Ich freue mich darauf, nicht nur heute von piratigen Aktivitäten und Aktionen zu hören. Ich freue mich darauf, durch’s Land zu reisen und immer wieder bei politischen Veranstaltungen und Aktionen Menschen zu begegnen, die ein bisschen so sind wie ich, zumindest politisch. Ich wünsche allen Menschen, die heute in Berlin sind, sehr viel Spaß beim Feiern, aber auch allen anderen Piraten, die es heute nicht dorthin schaffen und eventuell auch etwas anderes zu tun haben. Ich danke dir, Piratenpartei, dass es dich schon zehn Jahre lang gibt und freue mich auf die weitere Zeit mit dir. Alles Gute zum Geburtstag.

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Werbung der Bundeswehr – Die Werbung fürs Töten?

Hallo Welt,

heute soll es mal um die Werbung der Bundeswehr gehen, die in der letzten Zeit immer präsenter geworden ist, obwohl sie schon seit November 2015 läuft. Der große Titel dazu lautet „Mach, was wirklich zählt“ und damit meine ich nicht diese Seite, die offenbar nicht von der Bundeswehr selbst ist, wie unschwer zu erkennen ist. Die offizielle Seite dazu ist ein wenig anwerbefreundlicher, um es mal so auszudrücken. Damit sind wir eigentlich schon mitten im Thema. Im Grunde genommen geht es um die Berechtigung der Bundeswehr, werben zu dürfen.

Letztlich wird diese Werbekampagne durch den Steuerzahler getragen. Die Bundeswehr selbst ist eine staatliche Institution und es wäre beunruhigend, wenn sie das nicht wäre. Natürlich kann an der Stelle nach dem Sinn dieser Kampagne gefragt werden und dass das Geld woanders vermutlich besser aufgehoben wäre. Der ganze Spaß kostet nämlich 10,6 Millionen Euro. Dieses Geld könnte sicherlich irgendwo besser aufgehoben sein, sei es für Kampagnen gegen Homophobie und Rassismus, in den Bundesländern für Schulsanierungen oder auch einfach nur plump zum Schuldenabbau. Allerdings hat nun einmal jedes Ministerium einen gewissen Freiheitsrahmen, was es mit dem Etat anfängt. Gut, auch im Verteidigungsministerium gibt es einiges, was man damit tun könnte. Ich erinnere mich da noch an ein paar Vorfälle wie Probleme mit Hubschraubern oder zu warmen Gewehren. Geld zur genauen Prüfung scheint da doch ab und an nötig zu sein. Diese Vorfälle sind zwar eher zum Schmunzeln, aber an der Stelle ist die Frage, inwiefern sich die Bundeswehr also überhaupt eine solche Kampagne leisten kann. Verglichen mit dem Etat von 2015, der ganze 32,2 Milliarden Euro umfasst, muss ich glaube ich gar nicht erst berechnen, welcher kleine Bruchteile diese Werbekampagne davon war. Insofern ist es gar nicht so viel, wie es im ersten Augenblick erscheint, wenn man dies mit anderen Ausgaben und dem gesamten Etat vergleicht.

Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern die Bundeswehr überhaupt das Recht haben sollte, zu werben. Als staatliche Institution ist sie da aber nicht alleine. Im öffentlichen Dienst gibt es eine Fülle an Stellen, die gezielt Leute suchen. Meistens beschränkt sich dies jedoch auf lokale Kampagnen, wenn beispielsweise ein Landkreis oder eine Stadt Arbeitnehmer sucht. Die Bundeswehr ist im Gegensatz dazu vielleicht nicht gerade ein normaler Arbeitgeber. Neben der Verteidigung des eigenen Landes ist Deutschland ein Bündnispartner der NATO und Mitglied der UN. In der Form kann es durchaus vorkommen, dass der ein oder andere Auslandseinsatz stattfindet. Dabei geht es sicherlich nicht immer um Hilfsmaßnahmen in Form von (Wieder-)Aufbaumaßnahmen. Es ist schließlich eine militärische Institution und eben deswegen geht es auch oftmals um Leben und Tod. Dementsprechend ist die Bundeswehr nur schwer vergleichbar mit anderen staatlichen Institutionen. Ich kann es aber auch genauso moralisch verwerflich finden, für den BND zu werben. Ja, der BND hat keine große Werbekampagne wie die Bundeswehr gestartet. Allerdings habe ich auch schon in der Schule in Heften, die Schüler bei ihrer Berufsentscheidung beraten sollen, Werbung vom BND gesehen, der mir genau sagt, was ich können muss und was ich da alles lernen kann. Also was tun? Generell Werbung für beide verbieten? Das halte ich ehrlich gesagt nicht für zielführend. Ohne die Wehrpflicht, für deren Aussetzung ich ziemlich dankbar bin, braucht auch eine Bundeswehr Leute und diese Menschen müssen sich irgendwann auch bewusst für einen Job dort entscheiden. Es ist eine tolle Möglichkeit, dass ich die Freiheit habe, mich dagegen zu entscheiden, für die Bundeswehr zu arbeiten. Aber genauso sollte auch jeder die Freiheit haben, sich für einen Job bei der Bundeswehr zu entscheiden, was ich persönlich aus moralischen Gründen nicht nachvollziehen kann, aber okay. Es ist die Freiheit dieser Person. Da wir auch einen Arbeitsmarkt haben, bei dem jeder Arbeitgeber sich dazu entscheiden kann, so viel zu werben, wie er lustig ist, ist das alleine her vom Aspekt der Freiheit, die die Bundeswehr als Arbeitgeber nun mal genießt, in Ordnung. Mir ist an der Stelle bewusst, dass Werbung manipulativ sein kann und Jugendliche dazu verleiten kann, vielleicht voreilig Soldat zu werden und diese Entscheidung zu bereuen. Deswegen finde ich es auch ungünstig, wenn die Bundeswehr speziell mit dieser Art der Manipulation an Schulen wirbt. Mir fehlt dabei, und auch auf der Seite der Bundeswehr,  die Aufklärung darüber, dass man möglicherweise mitten im Krieg landen und sterben kann, dass es nicht unwahrscheinlich ist, als Frau sexuelle Belästigung zu erfahren, dass psychische Belastungen und Erkrankungen auftreten können und dass es eine ziemliche körperliche Belastung ist. Klar, die Bundeswehr würde sich damit unattraktiv machen und bietet nicht nur Jobs an, die sich mit dem Dasein als Soldat beschäftigen. Insofern ist die Werbung der Bundeswehr an Schulen für mich nur eingeschränkt in Ordnung. Allerdings ist die aktuelle Werbekampagne, die meiner Meinung nach nicht gerade ansprechend wirkt, aber das ist ja zum Glück subjektiv, vollkommen okay. In einem Plakat werde ich nicht differenziert das Leben mit einem Job bei der Bundeswehr darstellen können. Allerdings finde ich solche Plakate auch nicht wirklich verlockend.

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Wenn ich wenig Inhalt rüberbringen kann, fühle ich mich nicht wirklich angesprochen. Insofern ist die Ausgestaltung der Kampagne nicht gerade gut. Für das Geld hätte man sich auch bessere Sprüche einfallen lassen können.

Der Punkt, an den ich nun allerdings auch noch stoße, ist die Frage, ob wir überhaupt noch eine Bundeswehr brauchen. Wir geben schließlich nicht gerade wenig dafür aus und in Zeiten, die zumindest für uns friedlich erscheinen, kann ein Schritt in Richtung Pazifismus gar nicht so schlecht sein. Oder? Pazifismus erachte ich als super. Aber da muss auch jeder mitmachen. Allerdings bezweifle ich, dass Deutschland dabei den ersten Schritt überhaupt machen kann. Die USA wird deswegen nicht plötzlich ihre Atomwaffen auf den nächsten Sondermüll werfen und Abrüstung wird für Länder wie Nordkorea ein Fremdwort bleiben. Insofern erachte ich die Bundeswehr leider immer noch als notwendig, selbst nur zu Verteidigung des Landes, was hoffentlich nie bis sehr selten der Fall sein wird. Auslandseinsätze in Form von reinen Wiederaufbaumaßnahmen wären zwar auch erstrebenswert, aber schwierig umzusetzen. Gerade in Zeiten, in denen der Frieden immer mehr gefährdet ist, sind Maßnahmen der Selbstverteidigung leider, so sehr ich es auch gerne anders hätte, nun einmal notwendig. Allerdings gibt es auch einen Punkt, an dem die Abschaffung der Bundeswehr gar nicht so schlecht wäre. Sie könnte einem Militär der EU weichen, allerdings bezweifle ich, dass die Mitgliedsstaaten diese Kompetenz in naher und mittelfristiger Zukunft überhaupt abgeben wollen. In Deutschland selbst müsste dies auch erst einmal mit dem Grundgesetz in Einklang gebracht werden, was nicht gerade einfach ist. Insofern ist auch das eher Zukunftsmusik und ich hoffe, dass wir irgendwann an dem Punkt sind, an dem wir kein Militär mehr benötigen. Das ist allerdings sehr utopisch und daher kann es auch gut sein, dass wir niemals an diesen Punkt gelangen werden.

Verteilen von Vogelfutter soll illegal sein?

Hallo Welt,

heute, vielleicht sogar gerade jetzt, findet die Hauptgerichtsverhandlung zum Vogelfutterfall statt. Vogelfutterfall? Was ist denn da schon wieder los? Die Piraten in Chemnitz haben es gewagt, an ihren Infoständen Vogelfutter in Form von Hanfsamen zu verteilen, dazu sogar noch der Hinweis, dass diese nicht gepflanzt werden dürfen.

Die politische Intention hinter dieser Verteilaktion kann ich auf jeden Fall gut verstehen. Nicht umsonst bietet der Piratenshop entsprechende Produkte zu dem Themenkomplex Drogenpolitik und Cannabislegalisierung an. Und der große Vorteil an Hanf, der auch für Vogelfutter verwendet wird, ist, dass es sicher hierbei nun mal um Produkte handelt, die kein THC enthalten, das eben die Wirkung von dem illegalen Cannabis hervorruft. Insofern ist es eine schöne Idee, mit etwas Legalem auf etwas noch Verbotenes aufmerksam zu machen. Insofern frage ich mich aber auch, warum es verboten sein soll, etwas, was ich legal selbst in einem größeren Supermarkt kaufen kann, zu verschenken. Das ist in etwa so, als würde ich Zucker in Tütchen packen und damit für die Legalisierung für Amphetamine werben oder mit einer Spielzeugautobahn gegen Tempolimits zu kämpfen. Genauso wie Hanfsamen ist Zucker fast überall zu kaufen, genauso wie eine Spielzeugautobahn. Ist es nun verboten, Zucker für die Legalisierung von illegalen Amphetaminen zu verteilen, ganz egal, was man persönlich davon hält oder Spielzeugautobahnen, was zwar irgendwann recht teuer werden würde, obwohl man damit noch nicht einmal ein Tempolimit überschreitet?

Gerade Produkte aus Hanf sind neben der politischen Intention sehr vielseitig. Ich persönlich habe auch Hanfsamen zuhause, allerdings nicht in Form von Vogelfutter und auch nicht mit THC. Warum? Ganz einfach, die sind gar nicht so ungesund und ab und an esse ich die ganz gerne. Recht vielseitig sind sie auch einsetzbar: In Smoothies, im Joghurt, im Müsli, in Salaten, der Kreativität sind quasi keine Grenzen gesetzt. Gibt es übrigens in jedem gut ausgebauten Supermarkt mit einer vergleichsweise mittelgroßen Bio-Abteilung zu kaufen. Ähnlich verhält es sich mit Hanfmehl, das ich allerdings nicht aus einem standardmäßigen Supermarkt, sondern aus dem Rapunzelshop Legau im Allgäu habe, wo auch der Firmensitz ist.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Produkte, die mit Nutzhanf hergestellt werden, beispielsweise Hanföl, Hanftee, Hanfbrotaufstriche, Hanfseile, Kleidung und Stofftaschen aus Hanf, Hanfseife, Handcreme mit Hanf, die Liste ist verdammt lang. Und alle diese Produkte lassen sich ohne THC herstellen und kann ich auch problemlos Freunden oder Familienmitgliedern schenken. All das ist nicht sofort die böse Droge Cannabis, die eigentlich gar nicht so böse ist, und kann einfach nur in der Ernährung eingesetzt werden ohne überhaupt irgendeine politische Intention dahinter zu haben.

Insofern hoffe ich heute auch auf ein faires Urteil. Obwohl Cannabis leider noch zu den Drogen gehört, die in Deutschland verboten sind, trotz der vielen Argumente, die eigentlich gegen ein weiteres Verbot sprechen, muss Hanf in dieser Form erstmal nichts damit zu tun haben und enthält in vielen Fällen noch nicht einmal THC. Zwar gibt es auch Fälle, bei denen beispielsweise Hanfpulver zu hohe Mengen an THC enthalten hat, aber das sind Ausnahmefälle. Aber auch hier sind die Mengen ziemlich gering, was den THC-Gehalt betrifft. Gehen wir mal von einem Joint aus, der 0,9 Gramm Cannabis enthält mit einem THC-Gehalt von 10%. Macht 0,09g THC. Umgerechnet sind das 90000 Mikrogramm, während bei dem Pulver mit zu hohem THC-Gehalt gerade einmal 20 Mikrogramm auf 25 Gramm Pulver aufgenommen werden. Um also so viel THC aufzunehmen wie durch einen Durchschnittsjoint, müsste ich 4,5kg von diesem Pulver essen. Dass das vermutlich relativ unrealistisch ist, ist auch irgendwo klar. Daher denke ich, dass die minimale Restmenge an THC, die eventuell noch in Hanfsamen enthalten sein könnten, auch nicht ausreicht, um ein solches Strafverfahren zu rechtfertigen, weil es sich um illegale Betäubungsmittel gehandelt haben soll.

Daher wünsche ich den Piraten aus Chemnitz viel Erfolg beim heutigen Verfahren.

Sind polyamore Menschen eigentlich queer?

Hallo Welt,

gerade in der CSD-Saison, die jetzt den ganzen Sommer über läuft, wobei schon ein paar Veranstaltungen waren, beispielsweise Saarbrücken und Köln, und noch welche sind wie an diesem Wochenende Braunschweig und am Wochenende vom 12. und 13. August Rhein-Neckar, sind dort inzwischen nicht nur mehr homosexuelle Menschen zu finden, sondern auch bi-, pan-, inter- und asexuelle Menschen sowie Transgender. Oftmals wird das im Rahmen der LGBT+-Community verdeutlicht, wobei L für Lesbians, G für Gays, B für Bisexuals und T für Transgender steht. Das + verdeutlicht, dass das keineswegs alle nicht heteronormativen Orientierungen und Identitäten sind, die es gibt.

Und dann gibt es da noch so ein anderes Wörtchen, was sich daraus entwickeln lässt. Queer. Zunächst bezeichnet das alles, was in irgendeiner Art und Weise von der Norm abweicht. In den letzten Jahren hat dieser Begriff aber vor allem etwas von der Gleichstellungsseite abbekommen, vor allem, was sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Lebensweise angeht. Die Wikipedia-Definition ist

Queer steht heute sowohl für die gesamte Bewegung als auch für die einzelnen ihr angehörenden Personen. Es ist eine Art Sammelbecken, in dem sich – je nach Selbstaussage – außer Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen,
Asexuellen und BDSMlern auch heterosexuelle Menschen, welche Polyamorie praktizieren, und viele mehr finden lassen.

Oftmals wird dies auch durch eine Regenbogenflagge dargestellt, von der ich persönlich auch selbst eine piratisierte Variante habe (Hallo an die AG Queeraten!)

Das Problem mit dem Queerbegriff und polyamor lebenden Menschen hat diese Definition schon aufgegriffen nämlich „je nach Selbstaussage“. Einige Definitionen des Begriffes beschränken sich „nur“ auf die sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, dabei ungeachtet bleibt die Lebensweise und Art, die Beziehungen zu führen. Das Magazin queer.de, das sich selbst als Zentralorgan der Homo-Lobby bezeichnet, schränkt diesen Begriff dementsprechend noch weiter ein und geht in den meisten Fällen nur auf Schlagzeilen im Zusammenhang mit Homosexualität ein, ab und an auch Transgender, aber eben vergleichsweise selten. An sich ist es auf jeden Fall gut, ein solches Magazin in Deutschland zu haben, aber es deckt eben nur einen Teil des Bereiches queer ab.

Aber zurück zur Polyamory. Oftmals wird damit argumentiert, dass sich bewusst dazu entschieden wird, diese Art der Beziehung zu führen. Ich selbst führe aktuell eine polyamore und sexuell offene Beziehung, die um Partner erweitert werden darf, und ja, ich mag mich bewusst dazu entschieden haben, aber aus dem einfachen Grund, dass mich eine Beziehungsform, die andere Menschen und mögliche, weitere Beziehungen ausschließt, auf Dauer unglücklich machen würde. Um genau zu sein würde es mich nicht nur unglücklich machen, es könnte schon von Anfang an nicht funktionieren. Abgesehen von der Tatsache, dass selbst, wenn ich eine neue Beziehung eingehe, gesetzt der Fall, diese beschränkt sich in romantischer als auch sexueller Hinsicht auf einen Partner, plötzlich alle sexuell attraktiven Menschen in meiner Umgebung unattraktiv werden. Die Menschen, in die ich vorher verliebt war, verschwinden dann auch nicht plötzlich. Aber es wäre eben nicht erlaubt, ich dürfte in meiner Beziehung diese Gefühle gar nicht ausleben. Das kann und will ich nicht. Klar, auch für mich wäre es einfacher, wenn ich in der Lage wäre, solche Beziehungen zu führen. Es ist gesellschaftlich auf jeden Fall akzeptiert und weniger zeit- und kostenintensiv. Ich bin dazu aber einfach nicht in der Lage. Es mag Menschen geben, die das können, was eben ein Großteil der Gesellschaft ist, es mag Menschen geben, die polyamor leben können als auch eine Beziehung, die sich auf eine Person beschränkt, es mag Menschen geben, die nur polyamor leben können, wobei es auch hier natürlich wieder Unterschiede gibt, wie das jeweilige Beziehungskonzept aussieht, damit jemand glücklich ist, aber letztlich entscheide ich mich nicht dafür, polyamor zu sein. Ein homosexueller Mann wird auch keine Beziehung mit einer Frau führen können, genauso wenig bin ich dazu in der Lage, eine Beziehung zu führen, die sich auf einen Partner beschränkt. Ja, ich hatte auch schon Beziehungen, die sich auf einen Partner beschränken. Aber wie man leicht sieht, sind diese offenbar gescheitert. Meine aktuelle Beziehung war auch mal irgendwie beschränkter, aber auf einen einzigen Partner beschränkt war sie in dem Sinne nie wirklich. Ja, auch wir sind den Schritt weiter gegangen, dass mehrere Partner erlaubt sind, entsprechend unserer Regeln, weil eben das passiert ist, was bei mir des Öfteren passiert. Ich finde andere Menschen sexuell attraktiv und verliebe mich. Dafür kann ich nichts. Es wäre auch sicherlich keine Lösung für mich, sobald das passiert, mich für jemanden zu entscheiden. Dann hätte ich permanent kurze Beziehungen, die mich nie glücklich machen. Es ist keine Entscheidung für mich, polyamor zu sein, genauso wenig wie es für einen Transgender keine Entscheidung ist, welches Geschlecht denn nun das eigentliche, das richtige Geschlecht ist und wie es für einen Homosexuellen keine Entscheidung ist, ob der homosexuell ist und wie es für den Fußfetischisten keine Entscheidung ist, ob dieser nun diesen Fetisch hat. Ich entscheide mich lediglich dazu, meine Beziehungen entsprechend zu gestalten, genauso wie der Transgender seine Konsequenzen für sich und seinen Körper daraus zieht, genauso wie der Homosexuelle nur Beziehungen mit Menschen eingeht, die dasselbe Geschlecht haben und genauso wie der Fußfetischist Menschen sucht, mit denen er seinen Fetisch ausleben kann.

Polyamorie ist übrigens genauso natürlich wie alles andere auch. So wie es im Tierreich beispielsweise Homosexualität, Transgender und Intersexualität gibt, so gibt es auch Tiere, die Beziehungen mit mehreren Artgenossen pflegen. Insofern reihe ich mich als polyamorer Mensch in eine Reihe von natürlichen Gegebenheiten ein, die in unserer Gesellschaft noch immer benachteiligt werden. Ich will an der Stelle gleichgeschlechtlichen Paaren ihren Kampf um die Ehe für alle natürlich nicht wegnehmen. Ich selbst bin da Verfechterin für und kämpfe auch sehr gerne mit. Da ich als Mensch, der auch im Sinne der L(i)ebensweise queer ist, aber genauso das Recht haben will, rechtlich mit mehren Menschen zusammen zu sein und dementsprechend sämtliche Vor- und Nachteile zu haben, ist das deswegen nicht gleich weniger queer.

Aufgegessen – Viel Koffein, ein bisschen Essen

Hallo Welt,

nachdem ich schon einmal darüber berichtet habe, was ich so an Essen zu mir nehme, wollte ich dieses Thema noch einmal bearbeiten, weil ich zwischendurch immer wieder Neues entdecke. Der alte Beitrag ist übrigens hier zu finden. Dieses Mal hatte ich auffallend viele Energy Drinks oder zumindest etwas, das Koffein enthält, dabei. Aber dazu komme ich beim jeweiligen Beitrag.

Beim letzten Mal hatte ich ja bereits ein Eis am Stiel gehabt, diesmal habe ich mal genau dasselbe mit normaler Schokolade probiert.

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Auch diesmal nicht vegan. Ich fand es nun nicht so lecker wie die Version mit weißer Schokolade, was allerdings allgemein daran liegen könnte, dass ich sowieso eher Fan von weißer als von Vollmilchschokolade bin.

Als nächstes habe ich mich mal einem Joghurt-Drink mit Kirschgeschmack (und sogar echten Kirschen drin) versucht.

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Hat soweit gut geschmeckt, war aber soweit ich mich erinnern kann auch recht teuer. Es ist halt was anderes als einfach nur EU-Bio-Qualität, sondern wirklich Demeter. Das kann man sich nach Bedarf auch gerne online anschauen und wenn man lustig ist, auch hinfahren.

Als nächstes habe ich mich mal an die Fertiggerichte gewagt.

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Laut Hersteller ist dieses Fertiggericht vegan. Ist eigentlich ganz lustig, man muss nur einen Wasserkocher haben und in weniger als zehn Minuten gibt es was zu essen. Ist dafür auch eigentlich gar lecker, wobei ich das nicht immer essen würde. Ich bin nun kein so großer Fan von Fertiggerichten, aber ab und an habe weder ich noch irgendein anderes Haushaltsmitglied die Zeit dafür, was zu kochen. Übrigens habe ich auch noch die Sorten Indian Taste und Ginger & Lemongras probiert. Indian Taste war eher so lala, ich bin kein großer Fan von Bohnen, während Ginger & Lemongras wieder besser schmeckt. Aber am besten war eigentlich Oriental Taste.

Als nächstes habe ich etwas passender zum Sommer eine Sauce.

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An sich hört sich eine Barbecue-Sauce mit Blaubeeren gar nicht so passend an. Ist es aber. Sowohl zu Pommes, als auch auf einem Sandwich bis hin zu Fleisch und entsprechenden Ersatzprodukten schmeckt diese Sauce sowohl eben würzig als auch fruchtig wie angeworben. Kann ich gerade im Sommer empfehlen und ist auch vegan.

Kommen wir nun zu dem, was auch die Überschrift anspricht. Getränke mit Koffein. IMG_5100-1

Vegan-Powergy hat eine eigene Internetpräsenz mit den verschiedenen Sorten, wobei ich nur ein Bild von diesen drei Sorten habe, aber letztlich alle probiert habe. Alles außer starkes Stück mit 28 mg Koffein/100ml hat 32mg Koffein/100ml, was an sich schon eine ganze Menge dafür ist, was ich von Bio-Energydrinks kenne wie Bio Mad Bat mit 16mg Koffein/100ml. Die Cola-Variante schmeckt wie nicht ganz so süß wie die Standard-Cola aus dem Supermarkt, was ich allerdings auch bevorzuge. Orange & Passisonsfrucht war wie Orange, Pfirsich & Karotte ganz okay, würde ich aber nicht mehr kaufen. Starkes Stück dagegen hat mich sehr stark an einen ganz normalen Energydrink mit Taurin erinnert, hat aber nicht ganz so künstlich und geschmeckt und gerochen. Insgesamt also sehr empfehlenswert.

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Nicht ganz so begeisternd waren die veganen Bio-Energydrinks von Rockstar. Zwar ist auch hier soweit ich mich erinnere genauso viel Koffein drin wie in den meisten Vegan-Powergy-Varianten, aber es schmeckt einfach nur wie Wasser mit einer guten Menge an Zucker. Von daher würde ich das vermutlich nicht noch einmal trinken.

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Den herberen Geschmack von Mate kennen die meisten ja wahrscheinlich von Club Mate. Das hier schmeckt sehr ähnlich nur mit mehr Süße und enthält 20mg Koffein/100 ml. Kann man auf jeden Fall mal trinken.

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Das ist der Energydrink von Bio Zisch, der auch wirklich so beworben wird und nicht einfach nur einen erhöhten Koffeingehalt hat. Aber auch hier ist Mate drin enthalten und daneben schmeckt man deutlich den Ingwer, vor allem im Nachgeschmack. Ich bin nicht der größte Ingwerfan, von daher ist das nicht so hundertprozentig mein Fall. Hier sind jedoch wieder die 32mg Koffein/100 ml enthalten.

Diese beiden Sorten von Piranja-Eistee wollte ich auch noch in diesem Beitrag mit drin haben, obwohl sie kein Koffein enthalten und nicht bio, sondern bestenfalls vegan sind. Dennoch sind es saarländische, regionale Produkte, die ich an der Stelle hervorheben will. Beides schmeckt recht erfrischend und gerade die Sorte Limette-Minze schmeckt nicht wie der Standard-Eistee, den es an jeder Ecke gibt.

Erklärung für einen Amoklauf? Bestimmt wieder Killerspiele!

Hallo Welt,

nachdem wir in den letzten Tagen relativ oft von Gewalt heimgesucht wurden, was ich sehr bedauere, als traurig und schockierend empfinde, scheint es für diese Gewalt mal wieder vergleichweise einfache Lösungen zu geben. Von mehr Überwachung bis hin zu einem Verbot von „Killerspielen“ scheint einfach zu sein, warum wurde das bisher eigentlich noch nicht umgesetzt, wenn dadurch dieser Amoklauf hätte verhindert werden können?

Gehen wir zunächst einmal auf die Forderung nach mehr Überwachung ein. Inzwischen haben wir ja schon die Vorratsdatenspeicherung, die den Amoklauf, welch Überraschung, nicht verhindert hat. Die Waffe wurde schließlich im sogenannten DarkNet beschafft, das sollte schließlich dann doch mehr überwacht oder sogar verboten werden! Mich überrascht es, dass diese Forderung noch nicht von einigen Politikern, die bekannt dafür sind, einfach und populistische Forderungen zu stellen, aufgegriffen wurde. Entgegen der landläufigen Meinung, dass im „DarkNet“, das ich problemlos betreten kann, ohne mich strafbar zu machen, ja nur Kriminelle unterwegs wären, die mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie handeln, verwenden auch Whistleblower und Journalisten bei ihren Recherchen das „DarkNet“. Vielleicht sollte die Herkunft der Waffe noch etwas weiter zurückverfolgt werden als einfach nur das große, schwierig greifbare und angeblich so gefährliche „DarkNet“ als Quelle zu nehmen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelte es sich bei der Tatwaffe um eine ehemalige Theaterwaffe. Wäre eine einfachere Lösung nicht der Vorschlag, dass Theaterwaffen, wenn sie wieder scharf gemacht werden können, zu zerstören nachdem sie nicht mehr benötigt werden? Klar, das müsste in diesem Fall eine EU-weite Regelung sein, aber daran versucht sich aktuell niemand. Es werden zwar schärfere Waffengesetze gefordert, aber wie genau die aussehen sollen, dazu wurde leider noch nicht viel gesagt. Stattdessen fordert ein gewisser Innenminister gerne mehr Überwachung. Inwiefern hätte Kameraüberwachung geholfen, wenn das aus weiter Ferne eben entsprechend hätte beobachtet werden können? Bestenfalls hätte das die sowieso schon schnell laufenden Aufklärung beschleunigt. Im Vergleich zu der Freiheit, die durch eine großflächige Kameraüberwachung verloren geht, steht dieser geringe Nutzen in keinem Verhältnis.

Aber was ist jetzt eigentlich mit den Killerspielen? Killerspiele, alleine der Begriff hört sich schon gefährlich an, das sind diese Spiele dann auch bestimmt. Dass schon das Wort eine gewisse Form der Wertung mit sich bringt, das sagt uns schon Wikipedia:

Killerspiel ist eine im deutschen Sprachraum verbreitete, negativ konnotierte Bezeichnung für ein gewalthaltiges Spiel. Es werden damit in erster Linie Computerspiele bezeichnet, in denen vom Spieler gesteuerte Gewalt gegen menschliche oder menschenähnliche Spielfiguren dargestellt wird. (…) Eine juristische Definition besteht nicht. Der Begriff wird vorwiegend in der Diskussion über fiktionale Gewalt und in der damit verbundenen Debatte über ein mögliches Verbot der damit bezeichneten Spiele als politisches Schlagwort verwendet.

Insofern halte ich das Wort in einer konstruktiven Diskussion, sofern es über irgenwelche rhetorische Mittel hinausgeht, schon für schwierig. Gewaltverherrlichende Spiele ist in dem Zusammenhang auch ein Wort, das gerne fällt. Ja, in so gut wie allen solcher Spiele wird Gewalt angewendet. Von Call of Duty und GTA zu Counterstrike und Resident Evil über Bayonetta und Borderlands, die Palette an solchen Spielen ist groß. Mich persönlich konnten diese Spiele nie wirklich fesseln, außer Bayonetta (2). Somit kann ich eigentlich schon als Gegenbeispiel herhalten, ich habe ein böses Killerspiel gespielt und trotzdem wurde noch niemand von mir angegriffen. Insgesamt bin ich eher ein friedlicher Mensch, der noch nicht einmal gegenüber (Neo-)Nazis gewalttätig wird und eigentlich auch etwas pazifistisch veranlagt ist. Mir persönlich würde es auch sehr missfallen, mir illegal eine Waffe zu besorgen und einen Amoklauf zu veranstalten. Und ich denke, dass es 99,99% aller Menschen, die solche Spiele spielen, genauso geht. Beispielsweise wurde GTA 5 über eine Millionen Mal alleine in Deutschland verkauft. Wenn nun jeder tausendste Spieler Amok laufen würde, hätten wir 1000 dieser Gewalttaten, die nur durch dieses Spiel hervorgerufen werden würden. Da könnte man auch damit argumentieren, dass Menschen, die 18 Jahre alt sind, vollkommen gefährlich sind oder Menschen, die Vegetarier sind, zu Massenmördern und Diktator eines faschistischen Regimes werden. Insofern sehe ich diese Spiele nicht irgendeiner Verantwortung für diesen Amoklauf. Es gibt in diesem Fall auch nicht wenig Studien, die gegen die These sprechen, dass gewaltverherrlichende Spiele Menschen zu gewaltbereiten Kriminellen machen.

Aber im Grunde genommen ist es möglich, aus den allermeisten Spielen gewaltverherrlichende Inhalte zu basteln. Nehmen wir beispielsweise mal Pokémon, ein Spiel, das hauptsächlich aber nicht nur von Kindern gespielt wird. In diesem Spiel kämpfen kleine Monster gegeneinander, die mit Attacken wie Feuersturm, Kratzfurie, Donnerblitz oder Himmelhieb aufeinander losgelassen werden. Wenn man sich an der Stelle nun vorstellt, welchen Schaden die Pokémon dabei eigentlich nehmen müssten und das darstellen würde, es gäbe ohne größere Probleme Darstellungen von starken Verbrennungen, offenen und eitrigen Wunden, offenen Knochenbrüchen und was man sich an der Stelle noch alles vorstellen kann. Pokémon käme ohne Probleme in einen Bereich von FSK 16 oder 18 und niemand könnte bestreiten, dass es nicht so gewaltverherrlichend wäre wie sehr blutige Tierkämpfe in unserer Welt. Es gibt übrigens einen Kleidungshersteller, der genau solche brutal zugerichteten Videospielfiguren zeigt, nämlich Cupcake Cult, wobei Pikachu unter anderem auch hart zugerichtet wurde.

cupcake-cult-zombie-pokemon-tshirt-5929-pÄhnliches kann man mit sämtlichen Spielen, für die Kinder eigentlich die primäre Zielgruppe sind, durchspielen. Super Mario, ein Spiel, bei dem der Antiheld in Lava verbrannt wird? Super Smash, bei dem der Sinn eigentlich nur aus Kämpfen besteht? Sims, ein Spiel, bei dem man ohne Probleme seine Sims qualvoll verhungern oder im Pool ertrinken lassen kann? Eines der wenigen Spiele, bei dem das schwierig wäre, wäre eventuell Harvest Moon. Aber insgesamt kann man fast jedes Spiel in ein sogenanntes Killerspiel umwandeln. Genau das hat die Piratenpartei sogar schon früh gemacht, indem ein paar Piraten Killerschach gespielt haben. Schach ist letztlich auch nur ein Spiel, bei dem Figuren geopfert werden. Das wurde auch schon im ersten Harry Potter-Teil klar. Interessant ist aber an der Stelle, dass eine Regierung, die gerne auch an Schulen mal die Bundeswehr schickt, damit diese dort werben kann, sich zumindest in einigen Ämtern für ein Verbot der bösen, bösen Killerspieler ausspricht.

Aber was kann man nun tun, um wirklich jeden Amoklauf zu verhindern? Katharina Nocun ist einem ihrer Beiträge zu diesem Thema zu dem Fazit gekommen, dass es eine vollkommene Sicherheit in unserer Gesellschaft nicht geben kann.

Interessant ist aber auch ein Gedanke, der mir gestern auf Twitter begegnet ist und den ich nun einfach mal als kleines Zitat zum Weiterdenken hier einbinde als eine Möglichkeit, auf die Gewalttaten der letzten Tage zu reagieren.

Natürlich kann man das Ganze auch in die andere Richtung denken. Gerade bei diesem Amoklauf in München, bei dem ein Jugendlicher, der offenbar Mobbingprobleme und Depressionen hatte, zum Täter wurde, hätte es eine entsprechende Vorsorge geben müssen. Ich bekomme immer noch oft mit, dass Mobbing in der Schule nicht in irgendeiner Art und Weise für die Mobber geahndet wird. Stattdessen wird zugeschaut, aber nicht gehandelt. Der gemobbte Schüler muss es quasi alleine aushalten und oftmals können sich daraus psychische Krankheiten entwickeln. Das Problem an der Stelle sind aber auch nicht die psychischen Krankheiten, denn wenn jede depressive Person früher oder später auf diese Art und Weise sich selbst das Leben nähme, wir hätten mindestens eine Millionen Amokläufe. Durch zwei depressive Personen, die in der letzten andere Menschen mit in den Tod gerissen haben, kann man nicht auf alle Menschen mit Depressionen schließen. Das funktioniert genauso wenig wie mit den Killerspielen.

Die EU in der Verantwortung für die Lage in der Türkei?

Hallo Welt,

heute wage ich mich mal an ein außenpolitisches Thema, quasi eine Prämiere für mich. Eigentlich wollte ich diesbezüglich eher ein stiller Beobachter bleiben, ähnlich wie bei dem im Grunde genommen traurigen Thema Brexit, aber da ich nun immer öfter höre, dass die EU ja Schuld an der aktuellen Lage in der Türkei ist, fällt es mir schwierig, bei dem Thema ruhig zu bleiben. Insofern werde ich mich mit dem Beitrittsprozess der Türkei zur EU befassen, der in der aktuellen Situation noch weiter in die Ferne gerückt sein sollte.

Bis vor kurzem dachte ich eigentlich, dass der Beitritt der Türkei der EU nur eine Frage der Zeit sei. Klar, es gab immer noch Beitrittskriterien, die die Türkei nicht erfüllte, aber das sollte schon noch werden. Das sagten mir Planspiele, bei denen ich mitgemacht habe, die sich klar für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen EU und Türkei ausgesprochen haben. Da konnte ein Beitritt doch gar nicht mehr so weit sein, oder? Ich wurde eines besseren belehrt. Gerade dadurch, dass immer noch viele Kriterien nicht erfüllt wurden, und die Tendenz aktuell ist, noch mehr Kriterien nicht zu erfüllen, ist ein Beitritt noch sehr weit entfernt. Die EU bringt nun einmal gewisse Anforderungen mit sich. Klar, in der Geschichte der EU wurden auch Länder aufgenommen, die diesen Kopenhagener Kriterien nicht hundertprozentig entsprachen, gerade was Wirtschaftskraft und Stabilität der Demokratie im Zusammenhang der Korruption angeht, was vor allem Rumänien und Bulgarien betrifft, aber ein Auge zuzudrücken, was den Beitritt angeht oder vollkommen an der Realität vorbei ein Land aufnehmen, ist ein kleiner Unterschied. Dass die Türkei in der aktuellen Lage eben nicht diesen Kriterien entspricht, ist einleuchtend. Alleine schon die Diskussion um die Todesstrafe und das starke Bemühen eines Diktators, an der Macht zu bleiben, spricht schon alleine gegen die demokratischen Grundsätze der EU. Aber wie war das eigentlich vorher?

Betrachten wir die Kopenhagener Kriterien doch einmal genauer und inwiefern die Türkei dem noch vor ein paar Jahren entsprochen hat. Der Betrachtungszeitraum kann gar nicht allzu groß sein, denn die Todesstrafe in der Türkei, die nicht besonders menschenrechtsfreundlich ist, wurde erst im Jahre 2004 abgeschafft, sodass erst dann die Verhandlungen beginnen konnten. An dem Punkt hat die EU schon richtig gehandelt, obwohl ich mir nun gut vorstellen kann, dass die ersten an dieser Stelle kommen mit „Ja, die USA hat doch auch die Todesstrafe und trotzdem sind wir mit denen verbündet und machen ein Freihandelsabkommen mit denen“.  Ja, wir sind in einem Verteidigungsbündnis mit der USA. Das heißt NATO. Aber dieses Verteidigungsbündnis besteht nun mal nicht nur aus den EU-Mitgliedstaaten und den Vereinigten Staaten. Wir haben auch Staaten wie Island, Norwegen, Albanien, Kanada und, große Überraschung an der Stelle, die Türkei. Wir sind militärisch gesehen also genauso mit der Türkei wie mit den USA verbündet, zumindest auf NATO-Basis. Das ist allerdings kein Grund, nun himmelhochjauchzend die USA in die EU aufzunehmen. Bezüglich Freihandelsabkommen ist TTIP gar nicht mehr so weit vom Scheitern entfernt wie einst angenommen. Währenddessen besteht noch immer eine gewisse wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen EU und Türkei, beispielsweise durch die Zollunion.

Was ist eigentlich nun mit den weiteren Kriterien? Nehmen wir uns nun mal das erste Kriterium vor.

  • Das „politische Kriterium“: Institutionelle Stabilität, demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, Wahrung der Menschenrechte sowie Achtung und Schutz von Minderheiten.

Wäre die Türkei institutionell wirklich so stabil gewesen, dann wäre Erdoğan nicht auf dem besten Weg zum Diktator. Das mag vielleicht nicht das stärkste Argument sein, weil das im Voraus nun mal schwierig zu erkennen war. Aber eigentlich war er schon immer eher der Antidemokrat, wie hier zu erkennen ist. Eine Wahrung der Menschenrechte besonders im Punkt der Minderheiten, die hier ja auch genannt werden, ist auch mehr als nur fragwürdig. Ich denke, an dieser Stelle muss ich nicht sonderlich viel erklären. Gerade die Kurden als Minderheit genießen alles andere als Schutz in der Türkei. Bezüglich dem Völkermord an den Armeniern, der in der Türkei immer noch nicht als das anerkannt ist, kann man auch nicht von Achtung und Schutz von Minderheiten sprechen. Bezüglich anderer Minderheiten, wie Homosexuellen, spitzt sich die Lage auch immer stärker zu. Während es vor ein paar Jahren einfach nur gesellschaftlich gesehen gefährlich war, homosexuell zu sein, was an sich ja schon schlimm genug ist, ist es inzwischen auch schon schwierig, unverletzt an einer CSD-Demonstration teilzunehmen. Ich würde sagen, dass alleine schon dieser Kriterium nicht erfüllt ist, auch nicht in vergangener Zeit nach der Abschaffung der Todesstrafe.

Das reicht mir aber noch nicht, obwohl ich an der Stelle eigentlich schon zu dem Ergebnis gekommen bin, dass die Kriterien entsprechend nicht erfüllt sind. Wegen einem Kriterium könnte man ja noch zwei Augen zudrücken. Wie sieht es eigentlich mit den anderen beiden Kriterien aus?

  • Das „wirtschaftliche Kriterium“: Eine funktionsfähige Marktwirtschaft und die Fähigkeit, dem Wettbewerbsdruck innerhalb des EU-Binnenmarktes standzuhalten.

Schauen wir uns doch einfach mal den Export und Import der Türkei an.

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An der Stelle kann ich eigentlich nur die bpb empfehlen. Mehr Import als Export in diesem Maße ist für die Wirtschaft nicht besonders positiv hervorzuheben. Insofern ist dieses Kriterium vielleicht schwierig, aber sicherlich nicht unmöglich. Klar, man müsste sich darauf verlassen, dass die Wirtschaft der Türkei weiterhin wächst, wobei es dafür keine Garantie gibt. Was passiert, wenn Staaten, die wirtschaftlich eigentlich zu schwach sind, in den Binnenmarkt und meistens noch schlimmer in den Euro aufgenommen werden, wissen wir ja spätestens seit der Griechenland-Krise. Daher ist dieses Thema eher mit Vorsicht als mit Nachsicht zu genießen. Somit ist dieses Kriterium auch eher ein Wackelkandidat, den man bei sonst optimalen Kriterien vielleicht noch verkraften könnte.

Kommen wir nun also zum letzten Kriterium, vermutlich das, was am wenigsten greifbar erscheint.

Das „Acquis-Kriterium“: Die Fähigkeit, sich die aus einer EU-Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen und Ziele zu eigen zu machen das heißt: Übernahme des gesamten gemeinschaftlichen Rechts, des „gemeinschaftlichen Besitzstandes „

Für Erdoğan könnte das eine Übernahme der EU in sein osmanisches Reich bedeuten, zumindest, wenn er dieses Kriterium so interpretiert wie die Pressefreiheit. So ist es aber nicht gemeint. Eine aus der EU-Mitgliedschaft erwachsende Verpflichtung wäre es auch, andere Mitgliedsstaaten entsprechend anzuerkennen. Wir haben nämlich immer noch das Problem mit dem Zypernkonflikt, eventuell könnte man sogar die Streitigkeiten zwischen Griechenland und der Türkei bezüglich der Ägäisregion mit einbeziehen. Damit hat die Türkei immer noch massive Probleme gehabt und hat sie aktuell auch noch. Somit fliegt auch das letzte Kriterium raus.

Das Fazit aus diesen Kriterien ist also nun, dass die Türkei zwei gar nicht und einem mit ein bisschen Augen zudrücken entspricht und entsprochen hat. In der aktuellen Lage hat sich das nur verschlimmert. Damit kann die Türkei gar nicht in die EU aufgenommen werden, wobei an dieser Stelle vor allem wichtig ist, dass sie eben nicht dem Wertekanon der EU entspricht. Beitrittskriterien würden sich zwar ändern lassen, aber was nützt mir ein Land in der EU, das die gemeinsamen Werte nicht anerkennt bis ablehnt, dem Binnenmarkt nicht standhalten kann, dazu noch andere Länder nicht anerkennen will und dazu noch sehr viele Sitze, aufgrund der Bevölkerungszahl wären es wohl mindestens 90, im Europaparlament haben würde? Die Konsequenzen sind nun mal weitestgehend negativ, weswegen die EU gar keine andere Wahl hatte, die Türkei eben nicht aufzunehmen. Spielen wir das Szenario mal kurz durch, was wäre, wenn die Türkei EU-Mitgliedsstaat wäre und inwiefern wir diese Entwicklung beeinflussen könnten oder konnten. Im besten Falle hätte es sehr viele Gespräche mit der Türkei und Erdoğan gegeben. Das Resultat wäre, dass er vielleicht länger gebraucht hätte, um seinen Weg zum Diktator einzuschlagen. Aber wenn diese Situation nun so gekommen wäre, wie sie aktuell ist, mit einer Türkei in der EU, es wäre noch schwieriger geworden, diesen Konflikt zu lösen. Laut Vertrag von Lissabon wäre es möglich, die Türkei zu sanktionieren. Über einen Rauswurf aus der EU zu debattieren, das wäre noch einmal ein ganz anderer Schritt. Insofern war ein EU-Beitritt der Türkei schon immer ein sehr heikles Thema und daher ist es auch schwierig bis unmöglich, der EU überhaupt die Schuld zu geben, warum es nun in der Türkei so weit gekommen ist.

Alltagssexismus – Geschlechterklischees

Hallo Welt,

nachdem ich in einigen Posts zum Thema Alltagssexismus vorher gerne das Wort „Geschlechterklischee“ verwende und an keiner Stelle wirklich erklärt habe, will ich das an dieser Stelle nun zum einen nachholen, zum anderen will ich nochmals verdeutlichen, wie absurd es eigentlich ist, wenn die Gesellschaft jemandem je nach Geschlecht vorschreiben will, was er zu tun und wie er auszusehen hat. Generell ist natürlich zu sagen, dass kein Mensch aussehen muss, wie es ihm vorgeschrieben wird. Jede Person sollte in der Lage sein, sich selbst nach seinen Wünschen auszuleben und zu gestalten. Da gibt es leider nur einen Knackpunkt. Das gesellschaftliche Schönheitsideal steht dem des Öfteren im Weg, sodass dadurch ein gewisser sozialer Druck aufgebaut werden kann, wenn man es wagt, sich dem entgegenzustellen. Auf die Geschlechterklischees bezüglich nicht binären Menschen werde ich hier nicht eingehen, denn größtenteils existieren in dem Bereich (noch) keine Klischees. Allerdings zu dem Preis, dass ein Großteil der Gesellschaft noch immer der Meinung ist, dass es nur Mann und Frau gibt, was ja definitiv nicht der Fall ist. Ich persönlich bedauere diese Einstellung.

Aber was macht nun den perfekten Mann und die perfekte Frau aus? Der perfekte Mann sollte auf jeden Fall größer als seine Partnerin sein, muskulös, mit einem definitiv nicht zu langen Bart, vielleicht ein bisschen das Image, dass man ja böse ist, Frauen wollen ja schließlich erobert werden, natürlich neben seinem Macho-Image, dass er jede Frau haben kann, braucht er Familienfreundlichkeit, soll einmal der perfekte Vater werden, muss auf jeden Fall einen gut bezahlten Job haben, ganz oben auf der Karriereleiter sein und muss natürlich die Produkte benutzen, die eben nur echte Männer benutzen. Ach ja, natürlich muss er Sport, Bier und Fußball lieber und darf niemals weinen oder Schwäche zeigen. Dann wäre er ja kein echter Mann. Vom Aussehen her übernimmt David Beckham, der 2015 zum Sexiest Man Alive gewählt wurde, diese Voraussetzungen.

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Das ist also der Typ Mann, den jede Frau heiß und innig lieben muss. Selbst die Lesben, sonst wären die ja keine richtigen Frauen. Zum Glück tritt dieses homophobe Klischee, das eine Lesbe ja viel männlicher als alle anderen Frauen ist, immer weiter in den Hintergrund und kommt hoffentlich auch bald in der Bedeutungslosigkeit an. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert. Aber was ist nun die perfekte Frau? Sie ist entsprechend kleiner als ihr Göttergate, immer perfekt geschminkt und sieht trotzdem natürlich aus, lieb, zierlich, nett, auf jeden Fall höflich, hat langes, wallendes, im allerbesten Fall sogar naturblondes Haar, sonst ist ihr Körper blank, träumt davon, die Mutter seiner Kinder zu werden, kauft ihrer Tochter auf jeden Fall pinke Puppen und ihrem Sohn blaue Autos, zieht natürlich die Kinder hauptsächlich auf, damit ihr Mann seine perfekte Karriere nicht aufgeben muss, genauso kümmert sie sich hauptsächlich um den Haushalt, weil es beim Mann ja nicht geht, hat aber natürlich auch einen Job, macht sich ständig Sorgen um ihr Gewicht, obwohl ihr Körper natürlich vollkommen perfekt ist und liebt noch dazu ihren Garten und kann nicht aufhören mit shoppen, es ist einfach wie eine Sucht. Unsere Sexiest Woman Alive 2015 ist Emilia Clarke und stellt somit das äußerliche Ideal dar.

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An der Stelle denke ich, sollte ich erwähnen, dass diese beiden Menschen zwar ein von der Gesellschaft angestrebtes Ideal darstellen, das ich insgesamt als negativ bewerte, die Menschen in ihrem Aussehen allerdings nicht als negativ ansehe. Jeder Mensch hat das Recht, sein Aussehen nach seinen persönlichen Wünschen zu gestalten. Wenn die beiden genannten Personen nun einmal so aussehen wollen, wie sie aussehen, dann ist das ihr gutes Recht.

So, aber was passiert nun, wenn sich jemand gegen eines der Geschlechterklischees, die sich noch beliebig erweitern lassen, entscheidet, sei es nun gewollt, ungewollt oder bewusst, unbewusst? Diese Person wird schief angeschaut, darauf angesprochen, etc. Ungewöhnliche Dinge an Menschen werden sowieso oftmals angesprochen, denn was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. An der Stelle fasse ich gerne mal ein paar Klischees zusammen, die ich so ab und an schon bemerkt habe.

Frauen müssen auf jeden Fall BHs tragen, das ist sonst schlecht für die Gesundheit!

In diesem Fall geht es wirklich so weit, dass ich schon gehört habe, dass jemandem mit Brüsten Herzrhythmusstörungen ohne BH drohen. Abgesehen von der Tatsache, dass es wem auch immer auch egal sein kann, ob ich nun einen BH unter meiner Kleidung trage oder keine Lust darauf habe oder es wie bei mir aktuell Schmerzen verursacht, das Ding überhaupt anzuziehen, gibt es inzwischen genügend Studien und Belege, die zeigen, dass jemand mit Brüsten auch ohne BH überleben kann.

Frauen müssen Kurven und Brüste haben. Ein Mann braucht was zum Anfassen. Nur Hunde spielen mit Knochen. Und zu fett darf sie natürlich auch nicht sein, Big Mac bekomme ich bei Mecces!

Hier könnte man eigentlich alles nehmen, was irgendwie die Figur einer Frau beschreibt, die natürlich erotisierend sein muss, aber strengen Vorgaben folgen muss. Eine Frau ist übrigens jemand, der sich als Frau fühlt. Das ist nicht am Körbchen festzumachen. Jeder Körper ist ein guter Körper, sofern das Wohlfühlgefühl da ist. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären.

So ein Mann, der muss schon Muskeln haben und was Schweres packen können. Ich brauche keinen Strich in der Landschaft oder einen Fettsack!

Selbes Spiel, jeder, der sich in seinem Körper wohl fühlt, sollte sich von niemandem einreden lassen müssen, dass sein Aussehen falsch ist, weil es nicht schön ist. Was gesundheitliche Faktoren angeht, muss ich passen. Ich bin kein Mediziner und kann niemandem raten, was für den eigenen Körper gesund ist.

Männer dürfen sich nicht schminken, das ist voll homo und unmännlich!

Homophobie kommt auch noch oft im Zusammenhang mit solchen Aussagen auf. Schwule sind ja eher Frauen als Männer, genauso wie Lesben eher Männer als Frauen sind. Dass die Sexualität mal nichts mit den individuellen Präferenzen bezüglich der persönlichen Gestaltung des Aussehens zu tun hat, ist scheinbar egal. Jeder Mann hat genauso das Recht sich zu schminken, wie es normalerweise von Frauen erwartet wird.

Rasierte Beine bei Männern sind voll unmännlich! Alle Frauen müssen sich überall rasieren, sonst sind sie zu männlich!

Selbes Spiel wie vorher, mit Hygiene hat das übrigens auch nicht viel zu tun. Gut, ich gehöre sowieso zu den Frauen, die es nicht stört, ob sie nun an manchen Körperstellen behaart sind oder nicht, weil ich aus mir unerfindlichen Gründen an Armen und Beinen blond bin. Allerdings ist es bei jedem, egal ob nun schwarz, blond, lila oder was auch immer vollkommen egal, Hauptsache, der Person gefällt es.

Frauen dürfen sich nicht nackt zeigen, dann sind die ja voll billig!

Überraschung, eine leicht bekleidete oder nackte Frau ist kein Grund, sie irgendwie als billig oder leicht zu haben anzusehen. Sie selbst kann frei über ihr Sexualleben entscheiden und genau danach sollte sie auch niemand beurteilen. Es ist ihre Sache, es ist kein Grund, jemanden zu verurteilen, weil er sexuell offen und aktiv ist. Dadurch wird auch niemand beschmutzt und eine Vagina leiert sich dadurch nicht aus. Ein Mund leiert sich ja auch nicht dadurch aus, dass oft große Burger gegessen werden.

An dieser Stelle könnte ich natürlich noch viele weitere Klischees auflisten, die mir so begegnen und einfallen. Allerdings ist denke ich klar geworden, dass es vollkommen egal ist, wie ein Mensch sich gestaltet, es ist eine persönliche Sache. Klar, bei der (Sexual-) Partnerwahl spielen auch wieder die persönlichen Präferenzen mit, die der jeweils andere im Idealfall alle erfüllt. Allerdings sollte man die nicht jeder Person, die einem gerade über den Weg läuft, aufzwingen. Ich mag generell Menschen, die etwas ausgefallener sind, ich empfinde meistens bunte Haare als attraktiv, sofern es zu dem jeweiligen Menschen passt. Muss nun jeder meiner Meinung nach mit bunten Haaren durch die Welt laufen? Nö. Es ist meine persönliche Präferenz und die habe ich niemandem aufzuzwingen. Klar ist es super, wenn mein Gegenüber dies erfüllt und ich zufälligerweise in irgendeiner Art ein berechtigtes Interesse an seinem Aussehen habe, aber deswegen muss nun niemand meinem persönlichen Schönheitsideal entsprechen. Und mit dem gesellschaftlichen Ideal sollte es eigentlich genauso laufen.