Sind polyamore Menschen eigentlich queer?

Hallo Welt,

gerade in der CSD-Saison, die jetzt den ganzen Sommer über läuft, wobei schon ein paar Veranstaltungen waren, beispielsweise Saarbrücken und Köln, und noch welche sind wie an diesem Wochenende Braunschweig und am Wochenende vom 12. und 13. August Rhein-Neckar, sind dort inzwischen nicht nur mehr homosexuelle Menschen zu finden, sondern auch bi-, pan-, inter- und asexuelle Menschen sowie Transgender. Oftmals wird das im Rahmen der LGBT+-Community verdeutlicht, wobei L für Lesbians, G für Gays, B für Bisexuals und T für Transgender steht. Das + verdeutlicht, dass das keineswegs alle nicht heteronormativen Orientierungen und Identitäten sind, die es gibt.

Und dann gibt es da noch so ein anderes Wörtchen, was sich daraus entwickeln lässt. Queer. Zunächst bezeichnet das alles, was in irgendeiner Art und Weise von der Norm abweicht. In den letzten Jahren hat dieser Begriff aber vor allem etwas von der Gleichstellungsseite abbekommen, vor allem, was sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Lebensweise angeht. Die Wikipedia-Definition ist

Queer steht heute sowohl für die gesamte Bewegung als auch für die einzelnen ihr angehörenden Personen. Es ist eine Art Sammelbecken, in dem sich – je nach Selbstaussage – außer Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen,
Asexuellen und BDSMlern auch heterosexuelle Menschen, welche Polyamorie praktizieren, und viele mehr finden lassen.

Oftmals wird dies auch durch eine Regenbogenflagge dargestellt, von der ich persönlich auch selbst eine piratisierte Variante habe (Hallo an die AG Queeraten!)

Das Problem mit dem Queerbegriff und polyamor lebenden Menschen hat diese Definition schon aufgegriffen nämlich „je nach Selbstaussage“. Einige Definitionen des Begriffes beschränken sich „nur“ auf die sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, dabei ungeachtet bleibt die Lebensweise und Art, die Beziehungen zu führen. Das Magazin queer.de, das sich selbst als Zentralorgan der Homo-Lobby bezeichnet, schränkt diesen Begriff dementsprechend noch weiter ein und geht in den meisten Fällen nur auf Schlagzeilen im Zusammenhang mit Homosexualität ein, ab und an auch Transgender, aber eben vergleichsweise selten. An sich ist es auf jeden Fall gut, ein solches Magazin in Deutschland zu haben, aber es deckt eben nur einen Teil des Bereiches queer ab.

Aber zurück zur Polyamory. Oftmals wird damit argumentiert, dass sich bewusst dazu entschieden wird, diese Art der Beziehung zu führen. Ich selbst führe aktuell eine polyamore und sexuell offene Beziehung, die um Partner erweitert werden darf, und ja, ich mag mich bewusst dazu entschieden haben, aber aus dem einfachen Grund, dass mich eine Beziehungsform, die andere Menschen und mögliche, weitere Beziehungen ausschließt, auf Dauer unglücklich machen würde. Um genau zu sein würde es mich nicht nur unglücklich machen, es könnte schon von Anfang an nicht funktionieren. Abgesehen von der Tatsache, dass selbst, wenn ich eine neue Beziehung eingehe, gesetzt der Fall, diese beschränkt sich in romantischer als auch sexueller Hinsicht auf einen Partner, plötzlich alle sexuell attraktiven Menschen in meiner Umgebung unattraktiv werden. Die Menschen, in die ich vorher verliebt war, verschwinden dann auch nicht plötzlich. Aber es wäre eben nicht erlaubt, ich dürfte in meiner Beziehung diese Gefühle gar nicht ausleben. Das kann und will ich nicht. Klar, auch für mich wäre es einfacher, wenn ich in der Lage wäre, solche Beziehungen zu führen. Es ist gesellschaftlich auf jeden Fall akzeptiert und weniger zeit- und kostenintensiv. Ich bin dazu aber einfach nicht in der Lage. Es mag Menschen geben, die das können, was eben ein Großteil der Gesellschaft ist, es mag Menschen geben, die polyamor leben können als auch eine Beziehung, die sich auf eine Person beschränkt, es mag Menschen geben, die nur polyamor leben können, wobei es auch hier natürlich wieder Unterschiede gibt, wie das jeweilige Beziehungskonzept aussieht, damit jemand glücklich ist, aber letztlich entscheide ich mich nicht dafür, polyamor zu sein. Ein homosexueller Mann wird auch keine Beziehung mit einer Frau führen können, genauso wenig bin ich dazu in der Lage, eine Beziehung zu führen, die sich auf einen Partner beschränkt. Ja, ich hatte auch schon Beziehungen, die sich auf einen Partner beschränken. Aber wie man leicht sieht, sind diese offenbar gescheitert. Meine aktuelle Beziehung war auch mal irgendwie beschränkter, aber auf einen einzigen Partner beschränkt war sie in dem Sinne nie wirklich. Ja, auch wir sind den Schritt weiter gegangen, dass mehrere Partner erlaubt sind, entsprechend unserer Regeln, weil eben das passiert ist, was bei mir des Öfteren passiert. Ich finde andere Menschen sexuell attraktiv und verliebe mich. Dafür kann ich nichts. Es wäre auch sicherlich keine Lösung für mich, sobald das passiert, mich für jemanden zu entscheiden. Dann hätte ich permanent kurze Beziehungen, die mich nie glücklich machen. Es ist keine Entscheidung für mich, polyamor zu sein, genauso wenig wie es für einen Transgender keine Entscheidung ist, welches Geschlecht denn nun das eigentliche, das richtige Geschlecht ist und wie es für einen Homosexuellen keine Entscheidung ist, ob der homosexuell ist und wie es für den Fußfetischisten keine Entscheidung ist, ob dieser nun diesen Fetisch hat. Ich entscheide mich lediglich dazu, meine Beziehungen entsprechend zu gestalten, genauso wie der Transgender seine Konsequenzen für sich und seinen Körper daraus zieht, genauso wie der Homosexuelle nur Beziehungen mit Menschen eingeht, die dasselbe Geschlecht haben und genauso wie der Fußfetischist Menschen sucht, mit denen er seinen Fetisch ausleben kann.

Polyamorie ist übrigens genauso natürlich wie alles andere auch. So wie es im Tierreich beispielsweise Homosexualität, Transgender und Intersexualität gibt, so gibt es auch Tiere, die Beziehungen mit mehreren Artgenossen pflegen. Insofern reihe ich mich als polyamorer Mensch in eine Reihe von natürlichen Gegebenheiten ein, die in unserer Gesellschaft noch immer benachteiligt werden. Ich will an der Stelle gleichgeschlechtlichen Paaren ihren Kampf um die Ehe für alle natürlich nicht wegnehmen. Ich selbst bin da Verfechterin für und kämpfe auch sehr gerne mit. Da ich als Mensch, der auch im Sinne der L(i)ebensweise queer ist, aber genauso das Recht haben will, rechtlich mit mehren Menschen zusammen zu sein und dementsprechend sämtliche Vor- und Nachteile zu haben, ist das deswegen nicht gleich weniger queer.

Aufgegessen – Viel Koffein, ein bisschen Essen

Hallo Welt,

nachdem ich schon einmal darüber berichtet habe, was ich so an Essen zu mir nehme, wollte ich dieses Thema noch einmal bearbeiten, weil ich zwischendurch immer wieder Neues entdecke. Der alte Beitrag ist übrigens hier zu finden. Dieses Mal hatte ich auffallend viele Energy Drinks oder zumindest etwas, das Koffein enthält, dabei. Aber dazu komme ich beim jeweiligen Beitrag.

Beim letzten Mal hatte ich ja bereits ein Eis am Stiel gehabt, diesmal habe ich mal genau dasselbe mit normaler Schokolade probiert.

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Auch diesmal nicht vegan. Ich fand es nun nicht so lecker wie die Version mit weißer Schokolade, was allerdings allgemein daran liegen könnte, dass ich sowieso eher Fan von weißer als von Vollmilchschokolade bin.

Als nächstes habe ich mich mal einem Joghurt-Drink mit Kirschgeschmack (und sogar echten Kirschen drin) versucht.

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Hat soweit gut geschmeckt, war aber soweit ich mich erinnern kann auch recht teuer. Es ist halt was anderes als einfach nur EU-Bio-Qualität, sondern wirklich Demeter. Das kann man sich nach Bedarf auch gerne online anschauen und wenn man lustig ist, auch hinfahren.

Als nächstes habe ich mich mal an die Fertiggerichte gewagt.

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Laut Hersteller ist dieses Fertiggericht vegan. Ist eigentlich ganz lustig, man muss nur einen Wasserkocher haben und in weniger als zehn Minuten gibt es was zu essen. Ist dafür auch eigentlich gar lecker, wobei ich das nicht immer essen würde. Ich bin nun kein so großer Fan von Fertiggerichten, aber ab und an habe weder ich noch irgendein anderes Haushaltsmitglied die Zeit dafür, was zu kochen. Übrigens habe ich auch noch die Sorten Indian Taste und Ginger & Lemongras probiert. Indian Taste war eher so lala, ich bin kein großer Fan von Bohnen, während Ginger & Lemongras wieder besser schmeckt. Aber am besten war eigentlich Oriental Taste.

Als nächstes habe ich etwas passender zum Sommer eine Sauce.

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An sich hört sich eine Barbecue-Sauce mit Blaubeeren gar nicht so passend an. Ist es aber. Sowohl zu Pommes, als auch auf einem Sandwich bis hin zu Fleisch und entsprechenden Ersatzprodukten schmeckt diese Sauce sowohl eben würzig als auch fruchtig wie angeworben. Kann ich gerade im Sommer empfehlen und ist auch vegan.

Kommen wir nun zu dem, was auch die Überschrift anspricht. Getränke mit Koffein. IMG_5100-1

Vegan-Powergy hat eine eigene Internetpräsenz mit den verschiedenen Sorten, wobei ich nur ein Bild von diesen drei Sorten habe, aber letztlich alle probiert habe. Alles außer starkes Stück mit 28 mg Koffein/100ml hat 32mg Koffein/100ml, was an sich schon eine ganze Menge dafür ist, was ich von Bio-Energydrinks kenne wie Bio Mad Bat mit 16mg Koffein/100ml. Die Cola-Variante schmeckt wie nicht ganz so süß wie die Standard-Cola aus dem Supermarkt, was ich allerdings auch bevorzuge. Orange & Passisonsfrucht war wie Orange, Pfirsich & Karotte ganz okay, würde ich aber nicht mehr kaufen. Starkes Stück dagegen hat mich sehr stark an einen ganz normalen Energydrink mit Taurin erinnert, hat aber nicht ganz so künstlich und geschmeckt und gerochen. Insgesamt also sehr empfehlenswert.

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Nicht ganz so begeisternd waren die veganen Bio-Energydrinks von Rockstar. Zwar ist auch hier soweit ich mich erinnere genauso viel Koffein drin wie in den meisten Vegan-Powergy-Varianten, aber es schmeckt einfach nur wie Wasser mit einer guten Menge an Zucker. Von daher würde ich das vermutlich nicht noch einmal trinken.

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Den herberen Geschmack von Mate kennen die meisten ja wahrscheinlich von Club Mate. Das hier schmeckt sehr ähnlich nur mit mehr Süße und enthält 20mg Koffein/100 ml. Kann man auf jeden Fall mal trinken.

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Das ist der Energydrink von Bio Zisch, der auch wirklich so beworben wird und nicht einfach nur einen erhöhten Koffeingehalt hat. Aber auch hier ist Mate drin enthalten und daneben schmeckt man deutlich den Ingwer, vor allem im Nachgeschmack. Ich bin nicht der größte Ingwerfan, von daher ist das nicht so hundertprozentig mein Fall. Hier sind jedoch wieder die 32mg Koffein/100 ml enthalten.

Diese beiden Sorten von Piranja-Eistee wollte ich auch noch in diesem Beitrag mit drin haben, obwohl sie kein Koffein enthalten und nicht bio, sondern bestenfalls vegan sind. Dennoch sind es saarländische, regionale Produkte, die ich an der Stelle hervorheben will. Beides schmeckt recht erfrischend und gerade die Sorte Limette-Minze schmeckt nicht wie der Standard-Eistee, den es an jeder Ecke gibt.

Erklärung für einen Amoklauf? Bestimmt wieder Killerspiele!

Hallo Welt,

nachdem wir in den letzten Tagen relativ oft von Gewalt heimgesucht wurden, was ich sehr bedauere, als traurig und schockierend empfinde, scheint es für diese Gewalt mal wieder vergleichweise einfache Lösungen zu geben. Von mehr Überwachung bis hin zu einem Verbot von „Killerspielen“ scheint einfach zu sein, warum wurde das bisher eigentlich noch nicht umgesetzt, wenn dadurch dieser Amoklauf hätte verhindert werden können?

Gehen wir zunächst einmal auf die Forderung nach mehr Überwachung ein. Inzwischen haben wir ja schon die Vorratsdatenspeicherung, die den Amoklauf, welch Überraschung, nicht verhindert hat. Die Waffe wurde schließlich im sogenannten DarkNet beschafft, das sollte schließlich dann doch mehr überwacht oder sogar verboten werden! Mich überrascht es, dass diese Forderung noch nicht von einigen Politikern, die bekannt dafür sind, einfach und populistische Forderungen zu stellen, aufgegriffen wurde. Entgegen der landläufigen Meinung, dass im „DarkNet“, das ich problemlos betreten kann, ohne mich strafbar zu machen, ja nur Kriminelle unterwegs wären, die mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie handeln, verwenden auch Whistleblower und Journalisten bei ihren Recherchen das „DarkNet“. Vielleicht sollte die Herkunft der Waffe noch etwas weiter zurückverfolgt werden als einfach nur das große, schwierig greifbare und angeblich so gefährliche „DarkNet“ als Quelle zu nehmen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelte es sich bei der Tatwaffe um eine ehemalige Theaterwaffe. Wäre eine einfachere Lösung nicht der Vorschlag, dass Theaterwaffen, wenn sie wieder scharf gemacht werden können, zu zerstören nachdem sie nicht mehr benötigt werden? Klar, das müsste in diesem Fall eine EU-weite Regelung sein, aber daran versucht sich aktuell niemand. Es werden zwar schärfere Waffengesetze gefordert, aber wie genau die aussehen sollen, dazu wurde leider noch nicht viel gesagt. Stattdessen fordert ein gewisser Innenminister gerne mehr Überwachung. Inwiefern hätte Kameraüberwachung geholfen, wenn das aus weiter Ferne eben entsprechend hätte beobachtet werden können? Bestenfalls hätte das die sowieso schon schnell laufenden Aufklärung beschleunigt. Im Vergleich zu der Freiheit, die durch eine großflächige Kameraüberwachung verloren geht, steht dieser geringe Nutzen in keinem Verhältnis.

Aber was ist jetzt eigentlich mit den Killerspielen? Killerspiele, alleine der Begriff hört sich schon gefährlich an, das sind diese Spiele dann auch bestimmt. Dass schon das Wort eine gewisse Form der Wertung mit sich bringt, das sagt uns schon Wikipedia:

Killerspiel ist eine im deutschen Sprachraum verbreitete, negativ konnotierte Bezeichnung für ein gewalthaltiges Spiel. Es werden damit in erster Linie Computerspiele bezeichnet, in denen vom Spieler gesteuerte Gewalt gegen menschliche oder menschenähnliche Spielfiguren dargestellt wird. (…) Eine juristische Definition besteht nicht. Der Begriff wird vorwiegend in der Diskussion über fiktionale Gewalt und in der damit verbundenen Debatte über ein mögliches Verbot der damit bezeichneten Spiele als politisches Schlagwort verwendet.

Insofern halte ich das Wort in einer konstruktiven Diskussion, sofern es über irgenwelche rhetorische Mittel hinausgeht, schon für schwierig. Gewaltverherrlichende Spiele ist in dem Zusammenhang auch ein Wort, das gerne fällt. Ja, in so gut wie allen solcher Spiele wird Gewalt angewendet. Von Call of Duty und GTA zu Counterstrike und Resident Evil über Bayonetta und Borderlands, die Palette an solchen Spielen ist groß. Mich persönlich konnten diese Spiele nie wirklich fesseln, außer Bayonetta (2). Somit kann ich eigentlich schon als Gegenbeispiel herhalten, ich habe ein böses Killerspiel gespielt und trotzdem wurde noch niemand von mir angegriffen. Insgesamt bin ich eher ein friedlicher Mensch, der noch nicht einmal gegenüber (Neo-)Nazis gewalttätig wird und eigentlich auch etwas pazifistisch veranlagt ist. Mir persönlich würde es auch sehr missfallen, mir illegal eine Waffe zu besorgen und einen Amoklauf zu veranstalten. Und ich denke, dass es 99,99% aller Menschen, die solche Spiele spielen, genauso geht. Beispielsweise wurde GTA 5 über eine Millionen Mal alleine in Deutschland verkauft. Wenn nun jeder tausendste Spieler Amok laufen würde, hätten wir 1000 dieser Gewalttaten, die nur durch dieses Spiel hervorgerufen werden würden. Da könnte man auch damit argumentieren, dass Menschen, die 18 Jahre alt sind, vollkommen gefährlich sind oder Menschen, die Vegetarier sind, zu Massenmördern und Diktator eines faschistischen Regimes werden. Insofern sehe ich diese Spiele nicht irgendeiner Verantwortung für diesen Amoklauf. Es gibt in diesem Fall auch nicht wenig Studien, die gegen die These sprechen, dass gewaltverherrlichende Spiele Menschen zu gewaltbereiten Kriminellen machen.

Aber im Grunde genommen ist es möglich, aus den allermeisten Spielen gewaltverherrlichende Inhalte zu basteln. Nehmen wir beispielsweise mal Pokémon, ein Spiel, das hauptsächlich aber nicht nur von Kindern gespielt wird. In diesem Spiel kämpfen kleine Monster gegeneinander, die mit Attacken wie Feuersturm, Kratzfurie, Donnerblitz oder Himmelhieb aufeinander losgelassen werden. Wenn man sich an der Stelle nun vorstellt, welchen Schaden die Pokémon dabei eigentlich nehmen müssten und das darstellen würde, es gäbe ohne größere Probleme Darstellungen von starken Verbrennungen, offenen und eitrigen Wunden, offenen Knochenbrüchen und was man sich an der Stelle noch alles vorstellen kann. Pokémon käme ohne Probleme in einen Bereich von FSK 16 oder 18 und niemand könnte bestreiten, dass es nicht so gewaltverherrlichend wäre wie sehr blutige Tierkämpfe in unserer Welt. Es gibt übrigens einen Kleidungshersteller, der genau solche brutal zugerichteten Videospielfiguren zeigt, nämlich Cupcake Cult, wobei Pikachu unter anderem auch hart zugerichtet wurde.

cupcake-cult-zombie-pokemon-tshirt-5929-pÄhnliches kann man mit sämtlichen Spielen, für die Kinder eigentlich die primäre Zielgruppe sind, durchspielen. Super Mario, ein Spiel, bei dem der Antiheld in Lava verbrannt wird? Super Smash, bei dem der Sinn eigentlich nur aus Kämpfen besteht? Sims, ein Spiel, bei dem man ohne Probleme seine Sims qualvoll verhungern oder im Pool ertrinken lassen kann? Eines der wenigen Spiele, bei dem das schwierig wäre, wäre eventuell Harvest Moon. Aber insgesamt kann man fast jedes Spiel in ein sogenanntes Killerspiel umwandeln. Genau das hat die Piratenpartei sogar schon früh gemacht, indem ein paar Piraten Killerschach gespielt haben. Schach ist letztlich auch nur ein Spiel, bei dem Figuren geopfert werden. Das wurde auch schon im ersten Harry Potter-Teil klar. Interessant ist aber an der Stelle, dass eine Regierung, die gerne auch an Schulen mal die Bundeswehr schickt, damit diese dort werben kann, sich zumindest in einigen Ämtern für ein Verbot der bösen, bösen Killerspieler ausspricht.

Aber was kann man nun tun, um wirklich jeden Amoklauf zu verhindern? Katharina Nocun ist einem ihrer Beiträge zu diesem Thema zu dem Fazit gekommen, dass es eine vollkommene Sicherheit in unserer Gesellschaft nicht geben kann.

Interessant ist aber auch ein Gedanke, der mir gestern auf Twitter begegnet ist und den ich nun einfach mal als kleines Zitat zum Weiterdenken hier einbinde als eine Möglichkeit, auf die Gewalttaten der letzten Tage zu reagieren.

Natürlich kann man das Ganze auch in die andere Richtung denken. Gerade bei diesem Amoklauf in München, bei dem ein Jugendlicher, der offenbar Mobbingprobleme und Depressionen hatte, zum Täter wurde, hätte es eine entsprechende Vorsorge geben müssen. Ich bekomme immer noch oft mit, dass Mobbing in der Schule nicht in irgendeiner Art und Weise für die Mobber geahndet wird. Stattdessen wird zugeschaut, aber nicht gehandelt. Der gemobbte Schüler muss es quasi alleine aushalten und oftmals können sich daraus psychische Krankheiten entwickeln. Das Problem an der Stelle sind aber auch nicht die psychischen Krankheiten, denn wenn jede depressive Person früher oder später auf diese Art und Weise sich selbst das Leben nähme, wir hätten mindestens eine Millionen Amokläufe. Durch zwei depressive Personen, die in der letzten andere Menschen mit in den Tod gerissen haben, kann man nicht auf alle Menschen mit Depressionen schließen. Das funktioniert genauso wenig wie mit den Killerspielen.

Die EU in der Verantwortung für die Lage in der Türkei?

Hallo Welt,

heute wage ich mich mal an ein außenpolitisches Thema, quasi eine Prämiere für mich. Eigentlich wollte ich diesbezüglich eher ein stiller Beobachter bleiben, ähnlich wie bei dem im Grunde genommen traurigen Thema Brexit, aber da ich nun immer öfter höre, dass die EU ja Schuld an der aktuellen Lage in der Türkei ist, fällt es mir schwierig, bei dem Thema ruhig zu bleiben. Insofern werde ich mich mit dem Beitrittsprozess der Türkei zur EU befassen, der in der aktuellen Situation noch weiter in die Ferne gerückt sein sollte.

Bis vor kurzem dachte ich eigentlich, dass der Beitritt der Türkei der EU nur eine Frage der Zeit sei. Klar, es gab immer noch Beitrittskriterien, die die Türkei nicht erfüllte, aber das sollte schon noch werden. Das sagten mir Planspiele, bei denen ich mitgemacht habe, die sich klar für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen EU und Türkei ausgesprochen haben. Da konnte ein Beitritt doch gar nicht mehr so weit sein, oder? Ich wurde eines besseren belehrt. Gerade dadurch, dass immer noch viele Kriterien nicht erfüllt wurden, und die Tendenz aktuell ist, noch mehr Kriterien nicht zu erfüllen, ist ein Beitritt noch sehr weit entfernt. Die EU bringt nun einmal gewisse Anforderungen mit sich. Klar, in der Geschichte der EU wurden auch Länder aufgenommen, die diesen Kopenhagener Kriterien nicht hundertprozentig entsprachen, gerade was Wirtschaftskraft und Stabilität der Demokratie im Zusammenhang der Korruption angeht, was vor allem Rumänien und Bulgarien betrifft, aber ein Auge zuzudrücken, was den Beitritt angeht oder vollkommen an der Realität vorbei ein Land aufnehmen, ist ein kleiner Unterschied. Dass die Türkei in der aktuellen Lage eben nicht diesen Kriterien entspricht, ist einleuchtend. Alleine schon die Diskussion um die Todesstrafe und das starke Bemühen eines Diktators, an der Macht zu bleiben, spricht schon alleine gegen die demokratischen Grundsätze der EU. Aber wie war das eigentlich vorher?

Betrachten wir die Kopenhagener Kriterien doch einmal genauer und inwiefern die Türkei dem noch vor ein paar Jahren entsprochen hat. Der Betrachtungszeitraum kann gar nicht allzu groß sein, denn die Todesstrafe in der Türkei, die nicht besonders menschenrechtsfreundlich ist, wurde erst im Jahre 2004 abgeschafft, sodass erst dann die Verhandlungen beginnen konnten. An dem Punkt hat die EU schon richtig gehandelt, obwohl ich mir nun gut vorstellen kann, dass die ersten an dieser Stelle kommen mit „Ja, die USA hat doch auch die Todesstrafe und trotzdem sind wir mit denen verbündet und machen ein Freihandelsabkommen mit denen“.  Ja, wir sind in einem Verteidigungsbündnis mit der USA. Das heißt NATO. Aber dieses Verteidigungsbündnis besteht nun mal nicht nur aus den EU-Mitgliedstaaten und den Vereinigten Staaten. Wir haben auch Staaten wie Island, Norwegen, Albanien, Kanada und, große Überraschung an der Stelle, die Türkei. Wir sind militärisch gesehen also genauso mit der Türkei wie mit den USA verbündet, zumindest auf NATO-Basis. Das ist allerdings kein Grund, nun himmelhochjauchzend die USA in die EU aufzunehmen. Bezüglich Freihandelsabkommen ist TTIP gar nicht mehr so weit vom Scheitern entfernt wie einst angenommen. Währenddessen besteht noch immer eine gewisse wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen EU und Türkei, beispielsweise durch die Zollunion.

Was ist eigentlich nun mit den weiteren Kriterien? Nehmen wir uns nun mal das erste Kriterium vor.

  • Das „politische Kriterium“: Institutionelle Stabilität, demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, Wahrung der Menschenrechte sowie Achtung und Schutz von Minderheiten.

Wäre die Türkei institutionell wirklich so stabil gewesen, dann wäre Erdoğan nicht auf dem besten Weg zum Diktator. Das mag vielleicht nicht das stärkste Argument sein, weil das im Voraus nun mal schwierig zu erkennen war. Aber eigentlich war er schon immer eher der Antidemokrat, wie hier zu erkennen ist. Eine Wahrung der Menschenrechte besonders im Punkt der Minderheiten, die hier ja auch genannt werden, ist auch mehr als nur fragwürdig. Ich denke, an dieser Stelle muss ich nicht sonderlich viel erklären. Gerade die Kurden als Minderheit genießen alles andere als Schutz in der Türkei. Bezüglich dem Völkermord an den Armeniern, der in der Türkei immer noch nicht als das anerkannt ist, kann man auch nicht von Achtung und Schutz von Minderheiten sprechen. Bezüglich anderer Minderheiten, wie Homosexuellen, spitzt sich die Lage auch immer stärker zu. Während es vor ein paar Jahren einfach nur gesellschaftlich gesehen gefährlich war, homosexuell zu sein, was an sich ja schon schlimm genug ist, ist es inzwischen auch schon schwierig, unverletzt an einer CSD-Demonstration teilzunehmen. Ich würde sagen, dass alleine schon dieser Kriterium nicht erfüllt ist, auch nicht in vergangener Zeit nach der Abschaffung der Todesstrafe.

Das reicht mir aber noch nicht, obwohl ich an der Stelle eigentlich schon zu dem Ergebnis gekommen bin, dass die Kriterien entsprechend nicht erfüllt sind. Wegen einem Kriterium könnte man ja noch zwei Augen zudrücken. Wie sieht es eigentlich mit den anderen beiden Kriterien aus?

  • Das „wirtschaftliche Kriterium“: Eine funktionsfähige Marktwirtschaft und die Fähigkeit, dem Wettbewerbsdruck innerhalb des EU-Binnenmarktes standzuhalten.

Schauen wir uns doch einfach mal den Export und Import der Türkei an.

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An der Stelle kann ich eigentlich nur die bpb empfehlen. Mehr Import als Export in diesem Maße ist für die Wirtschaft nicht besonders positiv hervorzuheben. Insofern ist dieses Kriterium vielleicht schwierig, aber sicherlich nicht unmöglich. Klar, man müsste sich darauf verlassen, dass die Wirtschaft der Türkei weiterhin wächst, wobei es dafür keine Garantie gibt. Was passiert, wenn Staaten, die wirtschaftlich eigentlich zu schwach sind, in den Binnenmarkt und meistens noch schlimmer in den Euro aufgenommen werden, wissen wir ja spätestens seit der Griechenland-Krise. Daher ist dieses Thema eher mit Vorsicht als mit Nachsicht zu genießen. Somit ist dieses Kriterium auch eher ein Wackelkandidat, den man bei sonst optimalen Kriterien vielleicht noch verkraften könnte.

Kommen wir nun also zum letzten Kriterium, vermutlich das, was am wenigsten greifbar erscheint.

Das „Acquis-Kriterium“: Die Fähigkeit, sich die aus einer EU-Mitgliedschaft erwachsenden Verpflichtungen und Ziele zu eigen zu machen das heißt: Übernahme des gesamten gemeinschaftlichen Rechts, des „gemeinschaftlichen Besitzstandes „

Für Erdoğan könnte das eine Übernahme der EU in sein osmanisches Reich bedeuten, zumindest, wenn er dieses Kriterium so interpretiert wie die Pressefreiheit. So ist es aber nicht gemeint. Eine aus der EU-Mitgliedschaft erwachsende Verpflichtung wäre es auch, andere Mitgliedsstaaten entsprechend anzuerkennen. Wir haben nämlich immer noch das Problem mit dem Zypernkonflikt, eventuell könnte man sogar die Streitigkeiten zwischen Griechenland und der Türkei bezüglich der Ägäisregion mit einbeziehen. Damit hat die Türkei immer noch massive Probleme gehabt und hat sie aktuell auch noch. Somit fliegt auch das letzte Kriterium raus.

Das Fazit aus diesen Kriterien ist also nun, dass die Türkei zwei gar nicht und einem mit ein bisschen Augen zudrücken entspricht und entsprochen hat. In der aktuellen Lage hat sich das nur verschlimmert. Damit kann die Türkei gar nicht in die EU aufgenommen werden, wobei an dieser Stelle vor allem wichtig ist, dass sie eben nicht dem Wertekanon der EU entspricht. Beitrittskriterien würden sich zwar ändern lassen, aber was nützt mir ein Land in der EU, das die gemeinsamen Werte nicht anerkennt bis ablehnt, dem Binnenmarkt nicht standhalten kann, dazu noch andere Länder nicht anerkennen will und dazu noch sehr viele Sitze, aufgrund der Bevölkerungszahl wären es wohl mindestens 90, im Europaparlament haben würde? Die Konsequenzen sind nun mal weitestgehend negativ, weswegen die EU gar keine andere Wahl hatte, die Türkei eben nicht aufzunehmen. Spielen wir das Szenario mal kurz durch, was wäre, wenn die Türkei EU-Mitgliedsstaat wäre und inwiefern wir diese Entwicklung beeinflussen könnten oder konnten. Im besten Falle hätte es sehr viele Gespräche mit der Türkei und Erdoğan gegeben. Das Resultat wäre, dass er vielleicht länger gebraucht hätte, um seinen Weg zum Diktator einzuschlagen. Aber wenn diese Situation nun so gekommen wäre, wie sie aktuell ist, mit einer Türkei in der EU, es wäre noch schwieriger geworden, diesen Konflikt zu lösen. Laut Vertrag von Lissabon wäre es möglich, die Türkei zu sanktionieren. Über einen Rauswurf aus der EU zu debattieren, das wäre noch einmal ein ganz anderer Schritt. Insofern war ein EU-Beitritt der Türkei schon immer ein sehr heikles Thema und daher ist es auch schwierig bis unmöglich, der EU überhaupt die Schuld zu geben, warum es nun in der Türkei so weit gekommen ist.

Alltagssexismus – Geschlechterklischees

Hallo Welt,

nachdem ich in einigen Posts zum Thema Alltagssexismus vorher gerne das Wort „Geschlechterklischee“ verwende und an keiner Stelle wirklich erklärt habe, will ich das an dieser Stelle nun zum einen nachholen, zum anderen will ich nochmals verdeutlichen, wie absurd es eigentlich ist, wenn die Gesellschaft jemandem je nach Geschlecht vorschreiben will, was er zu tun und wie er auszusehen hat. Generell ist natürlich zu sagen, dass kein Mensch aussehen muss, wie es ihm vorgeschrieben wird. Jede Person sollte in der Lage sein, sich selbst nach seinen Wünschen auszuleben und zu gestalten. Da gibt es leider nur einen Knackpunkt. Das gesellschaftliche Schönheitsideal steht dem des Öfteren im Weg, sodass dadurch ein gewisser sozialer Druck aufgebaut werden kann, wenn man es wagt, sich dem entgegenzustellen. Auf die Geschlechterklischees bezüglich nicht binären Menschen werde ich hier nicht eingehen, denn größtenteils existieren in dem Bereich (noch) keine Klischees. Allerdings zu dem Preis, dass ein Großteil der Gesellschaft noch immer der Meinung ist, dass es nur Mann und Frau gibt, was ja definitiv nicht der Fall ist. Ich persönlich bedauere diese Einstellung.

Aber was macht nun den perfekten Mann und die perfekte Frau aus? Der perfekte Mann sollte auf jeden Fall größer als seine Partnerin sein, muskulös, mit einem definitiv nicht zu langen Bart, vielleicht ein bisschen das Image, dass man ja böse ist, Frauen wollen ja schließlich erobert werden, natürlich neben seinem Macho-Image, dass er jede Frau haben kann, braucht er Familienfreundlichkeit, soll einmal der perfekte Vater werden, muss auf jeden Fall einen gut bezahlten Job haben, ganz oben auf der Karriereleiter sein und muss natürlich die Produkte benutzen, die eben nur echte Männer benutzen. Ach ja, natürlich muss er Sport, Bier und Fußball lieber und darf niemals weinen oder Schwäche zeigen. Dann wäre er ja kein echter Mann. Vom Aussehen her übernimmt David Beckham, der 2015 zum Sexiest Man Alive gewählt wurde, diese Voraussetzungen.

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Das ist also der Typ Mann, den jede Frau heiß und innig lieben muss. Selbst die Lesben, sonst wären die ja keine richtigen Frauen. Zum Glück tritt dieses homophobe Klischee, das eine Lesbe ja viel männlicher als alle anderen Frauen ist, immer weiter in den Hintergrund und kommt hoffentlich auch bald in der Bedeutungslosigkeit an. Es wäre auf jeden Fall wünschenswert. Aber was ist nun die perfekte Frau? Sie ist entsprechend kleiner als ihr Göttergate, immer perfekt geschminkt und sieht trotzdem natürlich aus, lieb, zierlich, nett, auf jeden Fall höflich, hat langes, wallendes, im allerbesten Fall sogar naturblondes Haar, sonst ist ihr Körper blank, träumt davon, die Mutter seiner Kinder zu werden, kauft ihrer Tochter auf jeden Fall pinke Puppen und ihrem Sohn blaue Autos, zieht natürlich die Kinder hauptsächlich auf, damit ihr Mann seine perfekte Karriere nicht aufgeben muss, genauso kümmert sie sich hauptsächlich um den Haushalt, weil es beim Mann ja nicht geht, hat aber natürlich auch einen Job, macht sich ständig Sorgen um ihr Gewicht, obwohl ihr Körper natürlich vollkommen perfekt ist und liebt noch dazu ihren Garten und kann nicht aufhören mit shoppen, es ist einfach wie eine Sucht. Unsere Sexiest Woman Alive 2015 ist Emilia Clarke und stellt somit das äußerliche Ideal dar.

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An der Stelle denke ich, sollte ich erwähnen, dass diese beiden Menschen zwar ein von der Gesellschaft angestrebtes Ideal darstellen, das ich insgesamt als negativ bewerte, die Menschen in ihrem Aussehen allerdings nicht als negativ ansehe. Jeder Mensch hat das Recht, sein Aussehen nach seinen persönlichen Wünschen zu gestalten. Wenn die beiden genannten Personen nun einmal so aussehen wollen, wie sie aussehen, dann ist das ihr gutes Recht.

So, aber was passiert nun, wenn sich jemand gegen eines der Geschlechterklischees, die sich noch beliebig erweitern lassen, entscheidet, sei es nun gewollt, ungewollt oder bewusst, unbewusst? Diese Person wird schief angeschaut, darauf angesprochen, etc. Ungewöhnliche Dinge an Menschen werden sowieso oftmals angesprochen, denn was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. An der Stelle fasse ich gerne mal ein paar Klischees zusammen, die ich so ab und an schon bemerkt habe.

Frauen müssen auf jeden Fall BHs tragen, das ist sonst schlecht für die Gesundheit!

In diesem Fall geht es wirklich so weit, dass ich schon gehört habe, dass jemandem mit Brüsten Herzrhythmusstörungen ohne BH drohen. Abgesehen von der Tatsache, dass es wem auch immer auch egal sein kann, ob ich nun einen BH unter meiner Kleidung trage oder keine Lust darauf habe oder es wie bei mir aktuell Schmerzen verursacht, das Ding überhaupt anzuziehen, gibt es inzwischen genügend Studien und Belege, die zeigen, dass jemand mit Brüsten auch ohne BH überleben kann.

Frauen müssen Kurven und Brüste haben. Ein Mann braucht was zum Anfassen. Nur Hunde spielen mit Knochen. Und zu fett darf sie natürlich auch nicht sein, Big Mac bekomme ich bei Mecces!

Hier könnte man eigentlich alles nehmen, was irgendwie die Figur einer Frau beschreibt, die natürlich erotisierend sein muss, aber strengen Vorgaben folgen muss. Eine Frau ist übrigens jemand, der sich als Frau fühlt. Das ist nicht am Körbchen festzumachen. Jeder Körper ist ein guter Körper, sofern das Wohlfühlgefühl da ist. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären.

So ein Mann, der muss schon Muskeln haben und was Schweres packen können. Ich brauche keinen Strich in der Landschaft oder einen Fettsack!

Selbes Spiel, jeder, der sich in seinem Körper wohl fühlt, sollte sich von niemandem einreden lassen müssen, dass sein Aussehen falsch ist, weil es nicht schön ist. Was gesundheitliche Faktoren angeht, muss ich passen. Ich bin kein Mediziner und kann niemandem raten, was für den eigenen Körper gesund ist.

Männer dürfen sich nicht schminken, das ist voll homo und unmännlich!

Homophobie kommt auch noch oft im Zusammenhang mit solchen Aussagen auf. Schwule sind ja eher Frauen als Männer, genauso wie Lesben eher Männer als Frauen sind. Dass die Sexualität mal nichts mit den individuellen Präferenzen bezüglich der persönlichen Gestaltung des Aussehens zu tun hat, ist scheinbar egal. Jeder Mann hat genauso das Recht sich zu schminken, wie es normalerweise von Frauen erwartet wird.

Rasierte Beine bei Männern sind voll unmännlich! Alle Frauen müssen sich überall rasieren, sonst sind sie zu männlich!

Selbes Spiel wie vorher, mit Hygiene hat das übrigens auch nicht viel zu tun. Gut, ich gehöre sowieso zu den Frauen, die es nicht stört, ob sie nun an manchen Körperstellen behaart sind oder nicht, weil ich aus mir unerfindlichen Gründen an Armen und Beinen blond bin. Allerdings ist es bei jedem, egal ob nun schwarz, blond, lila oder was auch immer vollkommen egal, Hauptsache, der Person gefällt es.

Frauen dürfen sich nicht nackt zeigen, dann sind die ja voll billig!

Überraschung, eine leicht bekleidete oder nackte Frau ist kein Grund, sie irgendwie als billig oder leicht zu haben anzusehen. Sie selbst kann frei über ihr Sexualleben entscheiden und genau danach sollte sie auch niemand beurteilen. Es ist ihre Sache, es ist kein Grund, jemanden zu verurteilen, weil er sexuell offen und aktiv ist. Dadurch wird auch niemand beschmutzt und eine Vagina leiert sich dadurch nicht aus. Ein Mund leiert sich ja auch nicht dadurch aus, dass oft große Burger gegessen werden.

An dieser Stelle könnte ich natürlich noch viele weitere Klischees auflisten, die mir so begegnen und einfallen. Allerdings ist denke ich klar geworden, dass es vollkommen egal ist, wie ein Mensch sich gestaltet, es ist eine persönliche Sache. Klar, bei der (Sexual-) Partnerwahl spielen auch wieder die persönlichen Präferenzen mit, die der jeweils andere im Idealfall alle erfüllt. Allerdings sollte man die nicht jeder Person, die einem gerade über den Weg läuft, aufzwingen. Ich mag generell Menschen, die etwas ausgefallener sind, ich empfinde meistens bunte Haare als attraktiv, sofern es zu dem jeweiligen Menschen passt. Muss nun jeder meiner Meinung nach mit bunten Haaren durch die Welt laufen? Nö. Es ist meine persönliche Präferenz und die habe ich niemandem aufzuzwingen. Klar ist es super, wenn mein Gegenüber dies erfüllt und ich zufälligerweise in irgendeiner Art ein berechtigtes Interesse an seinem Aussehen habe, aber deswegen muss nun niemand meinem persönlichen Schönheitsideal entsprechen. Und mit dem gesellschaftlichen Ideal sollte es eigentlich genauso laufen.

Piratenpartei – Sozial, digital und was ist eigentlich mit liberal?

Hallo Welt,

heute will ich über ein etwas parteiinterneres Thema reden. Genau genommen geht es um die politische Ausrichtung der Piratenpartei und wie dort eigentlich das Thema Liberalismus hineinpasst. Die aktuelle Kampagne des Bundes wirbt ja gezielt mit „Sozial, digital, Punkt“.

PIRATEN - BPT161 - PRESSEMAPPE - SOZIAL - DIGITAL - PUNKT - be-h

An dem Punkt will ich die Kampagne nun auch nicht als schlecht kritisieren, ich finde sie ganz in Ordnung und hätte es selbst als Einzelperson nicht besser machen können. Allerdings ist sozial nicht das einzige Wort, das sich auf digital reimt, genauso wie umgekehrt. Sachen wie ideal, phänomenal, genial und optimal kommen vielleicht je nach Gestaltung aus der Ecke für Selbstüberschätzung oder Selbstironie, könnten aber grundsätzlich auch verwendet werden. Dass dies dann rein werbetechnisch gesehen nicht die Hauptplakate werden würden, ist mir auch irgendwo klar. Protestwählerpotenzial oder Drogenpotenzial, also was aus dieser Ecke hätte zwar auch passend sein können, jedoch ist das neben dem ganz nett sein auch deutlich zu lang. So was wie lokal oder international passt wohl auch besser zu Kommunal- oder Europawahlen. Für den ein oder anderen „Nerd“ würde vermutlich auch noch Kreiszahl, Integral oder Differenzial passen. Aber was passt an Reimen eigentlich zu sozial oder digital, was soweit zu uns passt? Wie wäre es mit rational als Zeichen rationaler und vom Verstand gelenkter Entscheidungen? Oder geschlechtsneutral, um unsere Post Gender-Einstellung auszudrücken? Aber was ist eigentlich mit dem kleinen, aber feinen Wörtchen „liberal“?

Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Wörtchen im Zusammenhang mit der Piratenpartei genannt wird. Etwas vor meiner Zeit gab es diesen Flügelstreit zwischen sozialliberal und linksprogressiv, den ich auch nur aus Erzählungen kenne und der nur ab und an auf Twitter erwähnt wird. An dieser Stelle kann ich zumindest verstehen, dass nicht gerade „Sozial, liberal, Punkt“ gewählt wurde. Ich selbst gehöre ja sowieso zu den Menschen, die sich vermutlich selbst als sozial- oder linksliberal beschreiben würden, sich aber nicht dem sozialliberalen Flügel zuordnen. Warum? Es könnte damit zusammenhängen, dass wir sowieso keine (starken) Flügelkämpfe mehr haben. Ich denke aber, dass es mir schlicht und ergreifend egal ist, wer welchem Parteiflügel angehört oder zugeordnet wird. Ich achte nicht darauf, wer nun wohin gehört, meine eigene Filterbubble ist da sowieso sehr bunt. Außerdem gibt es ja immer noch Unterschiede zwischen den Landesverbänden. Das Saarland beispielsweise ist bürgerlicher als Berlin, was natürlich auch der Umgebung und den verschiedenen Strukturen geschuldet ist. Insofern halte ich diese Einordung sowieso für recht schwierig. Im Saarland bin ich vielleicht schon linksbizarr, während ich in Berlin als spezialliberal gelten kann. Nennen wir mich also einfach spezialbizarr. Aber gerade in Bezug auf diese Flügelkämpfe kann ich verstehen, dass die Abfolge von sozial mit einem direkt darauf folgendem liberal nicht gewählt wird. Im Saarland hatten wir das auch während der Kommunalwahl ähnlich, aber wie gesagt nicht in genau dieser Reihenfolge.

genial

Es geht also schon, beides im Zusammenhang zu nennen. Über die Kampagne kann man natürlich wieder streiten, ich persönlich will mich nun auch nicht über die Plakate unterhalten. Das soll auch gar nicht der springende Punkt sein, mir geht es eher um den Liberalismus innerhalb der Piratenpartei. Bezüglich der Außenwirkung tritt das ab und zu auf, wobei die Kampagne des Bundes nun vielleicht auch gar nicht an „liberal“ gedacht hat, ich will in dem Sinne niemandem etwas unterstellen. Aber Liberalismus innerhalb der Piratenpartei? Geht das? Wie ist das? Ist das nicht voll wie die FDP? Wer an dieser Stelle nun aufhören will zu lesen, es folgt ein Spoiler. Ja, ja, schön und nein. Wer nun die Begründung dazu lesen will, der schaue sich den Rest des Blogbeitrags an.

Doch bevor ich zur Piratenpartei in diesem Zusammenhang komme, will ich erst einmal auf den Liberalismus an sich eingehen. Zunächst einmal will ich überhaupt auf die Definition eingehen, damit jeder weiß, wovon genau ich eigentlich spreche, wenn ich das Wörtchen liberal benutze. Als Quelle schnappe ich mir einfach mal die Bundeszentrale für politische Bildung. Gehen wir das mal Stück für Stück durch.

L. ist eine politische Weltanschauung, die die Freiheiten des einzelnen Menschen in den Vordergrund stellt und jede Form des geistigen, sozialen, politischen oder staatlichen Zwangs ablehnt. Die vier wichtigsten Prinzipien des L. sind: a) das Recht auf Selbstbestimmung auf der Basis von Vernunft und Einsicht, b) die Beschränkung politischer Macht und c) die Freiheit gegenüber dem Staat, d) die Selbstregulierung der Wirtschaft auf der Basis persönlichen Eigentums.

An sich ist das ja gar nicht diese neo- und wirtschaftsliberale Einstellung, die man mit der FDP verbindet. Ja, der Mensch steht wirklich im Vordergrund neben der Wirtschaft, was den klassischen Liberalismus angeht. Es geht also wirklich primär um Selbstbestimmung, um Freiheit, wenig Einmischung des Staates in das Leben der Menschen, keine Regulierungswut. Bezogen auf die Wirtschaft ist auch diese natürlich freier und jeder hat das Recht, ein Unternehmen zu gründen. Hier sehe ich es etwas anders. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen dem sogenannten Raubtierkapitalismus, der sich durch zu wenig staatliche Regulierung gerne durchsetzt, und dem faireren Kapitalismus, der auch durch gerechte Löhne, Arbeiterschutzmaßnahmen und ohne Monopole auskommt. Ganz ohne Regulierungen wird es wohl nicht funktionieren, um jedem wirkliche Freiheit gewährleisten zu können. Das ist dann der Grundwertekonflikt zwischen Freiheit und Gleichheit, dessen Schwerpunkt meiner Meinung nach jedoch auf der Seite der Freiheit liegt. Natürlich gilt aber, dass Freiheit nicht ohne Gleichheit zu erreichen ist, um es kurz auszuführen. Wenn man nun zwischen Liberalismus bezüglich Mensch und Wirtschaft unterscheidet, so fällt auf, dass gerade der Liberalismus bezüglich des Menschen eigentlich gar nicht so selten im Grundsatzprogramm der Piraten zu sehen ist. Wirtschaftlich gesehen mögen wir etwas anders ticken, dort wollen wir vielleicht etwas mehr regulieren als im persönlichen Bereiche des Individuums. Um an der Stelle vielleicht ein prominenteres Beispiel zu nehmen, Quotenregelungen, die Frauen beispielsweise bevorzugen würden, lehnen einige Landesverbände und die Post Gender-Haltung an sich eigentlich ab. Das Thema des Raubtierkapitalismus hatte ich ja bereits erwähnt, in dem Sinne muss eben eingeschränkt werden, um die größtmögliche Freiheit des Individuums zu wahren. Bewahrung der Freiheit des Individuums, wo habe ich das nur schon einmal gehört?

.Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft.Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will. Das Leitbild der Piraten ist eine Ordnung, die sowohl freiheitlich als auch gerecht als auch nachhaltig gestaltet ist.Freiheitlich ist eine Gesellschaftsordnung, in der die individuelle Entfaltung des Menschen im Mittelpunkt steht.

Ich glaube, das Ding heißt Grundsatzprogramm oder so. Wenn man nun den Ehrenkodex der Piraten dazu nimmt, dann ergibt sich sogar noch mehr, was eben diesen Grundwert der Freiheit des Individuums mit in den Vordergrund stellt.

Piraten sind freiheitsliebend, unabhängig und selbstbestimmt, ihrem eigenen Ehrenkodex verpflichtet.

Die Piraten finden das mit dieser Freiheit des Individuums, Selbstbestimmung, ein Leben, das jeder frei für sich entscheiden kann also schon wichtig. Das, Ladies, Gentlemen and Non-Binarys, das ist liberal. Wenn man nun den Grundwertekonflikt zwischen Freiheit und Gleichheit dazu nimmt, so hat die Wiki-Seite für das Grundsatzprogramm 50 mal das Wörtchen Freiheit verwendet, Gleichheit kommt in der Form gar nicht als Wort vor, jedoch 20 mal als gerecht und 3 mal als Gerechtigkeit. Mal zum Vergleich, Datenschutz haben wir 7 mal, Demokratie 15 mal, Internet 24 mal, Selbstbestimmung 16 mal, das Wörtchen frei 129 mal, 25 mal sozial, 39 mal digital. Interessanterweise taucht das Wort liberal gar nicht im Grundsatzprogramm auf, genauso wie links. Dennoch strebt die Piratenpartei meiner Meinung nach nach der größtmöglichen Freiheit für jedes Individuum der Gesellschaft, also ein durchaus liberaler Gedanke. Somit ist die Piratenpartei eine liberale Partei. Natürlich machen wir die Einschränkung, dass überhaupt erst einmal die Freiheit, sich entsprechend zu entfalten, gegeben sein muss, aber durch solche Themen wie das BGE wird dieser Bereich sehr gut abgedeckt. Dieses Thema, das eben zuerst sozial erscheint, ist auch mindestens im gleichen Maße liberal. Dadurch wird die Freiheit vergrößert. Die Freiheit, was ich mit meinem Leben anstelle. Die Freiheit, wo ich wohnen und leben will. Die Freiheit, mich nicht für einen Job hergeben zu müssen, der mich eigentlich eher kaputt macht als dass er mir hilft. Die Freiheit, selbst zu entscheiden. Ja, das BGE ist auch eine durchaus liberale Idee. Liberale Drogenpolitik, wie die der Piraten, fußt auf solch einem Bild. Ähnlich wie die Queerpolitik, bei der jeder Mensch die Freiheit haben soll, seine L(i)ebenseinstellung auszuleben. Natürlich hat man hier wieder Gleichheit durch Freiheit und Freiheit durch Gleichheit dabei, diese beiden Werte schließen sich ja nicht immer aus.

An dieser Stelle fehlt nun nur noch eine Frage: Wenn die Piraten denn tatsächlich liberal sind, warum sind die dann noch da? Für Liberalismus haben wir doch die FDP? Die FDP bezeichnet sich zwar gerne als liberale Partei, ist letztlich aber nur ein Haufen voller Neoliberalismus. Von sich selbst wird zwar gerne behauptet, die Freiheit des Einzelnen vergrößern zu wollen. Erinnern wir uns an der Stelle mal ein wenig zurück an eine Zeit, in der die FDP Regierungsverantwortung getragen hat. Es gab und gibt immer noch etwas, was großer Lauschangriff genannt wird. Die FDP hat entscheidend dabei mitgewirkt, überhaupt erst die verfassungsrechtlichen Grundlagen dafür zu legen. Das ist eher eine massive Einschränkung der Freiheit des Individuums als eine Bereicherung. Ich habe mir an dieser Stelle übrigens auch mal Aussagen der FDP angetan, vor allem im Bereich der Digitalisierung.

Wenn wir vermeintlich kostenlose Apps, soziale Netzwerke oder Suchmaschinen nutzen, bezahlen wir oft mit Daten ohne es zu merken. Was wir kaufen, wo wir uns aufhalten, mit wem wir kommunizieren – all das wird nachvollziehbar. Deshalb wollen wir, dass Menschen viel unkomplizierter und informierter entscheiden können, wer auf ihre Daten zugreifen darf. Zugleich wollen wir durch Verschleierung, Pseudonymisierung und Anonymisierung Daten für neue Geschäftsideen und Forschung nutzbar machen.

Es ist eine schöne Utopie zu denken, dass Menschen nun auf einmal einschränken können, was mit ihren Daten so passiert. Das ist schlicht und ergreifend nur sehr schwer realisierbar. Vor allem in einer Welt der FDP, die größtmögliche Freiheit für die Wirtschaft wünscht. Daten sind das neue Öl und die FDP gehört zu den letzten, die sich gegen die Industrie stellen würden. Insofern halte ich diesen Wunsch für reine Utopie, wenn man sich das Handeln im Vergleich dazu anschaut. Diese Partei versteht sich nun einmal als natürlicher Partner der CDU, die eher Freiheit beschränkt als sie schützen und ausweiten will. Die entsprechende CDUCSU-Fraktion im Bundestag ist sehr konservativ und teilweise sogar schon populistisch, was meiner Meinung nach nicht mit einem liberalen Denken und in der Konsequenz auch Handeln vereinbar ist. Insofern vertritt die FDP die klassischen liberalen Ansichten, sondern eher den Neoliberalismus. Klar wollen die Piraten auch Regulierungen im Bereich des Marktes, aber dass dies auf einem Minimum geschehen muss, damit der Raubtierkapitalismus funktioniert, ist nirgends gesagt. Insofern würde ich die Piratenpartei situationsbedingt sogar liberaler als die FDP einschätzen.

Aber warum wird dieses Label nicht für die Piraten verwendet, zumindest in der aktuellen Werbekampagne, noch nicht einmal im Zusammenhang mit sozial? Ich befürchte, der Begriff des Liberalismus ist zu sehr von der FDP vorbelastet, wobei es wie gesagt einen Unterschied zwischen den Formen des Liberalismus gibt, sodass die FDP neoliberal ist. Ich persönlich sehe das aber nicht unbedingt als Grund an, dieses Wörtchen nicht so stark in der Selbstdarstellung zu betonen. Ja, die Piraten sind liberal. Aber wir sind nicht nur liberal. Wir sind dazu noch sozial. Aber sozial wird genauso von der SPD belagert, vielleicht noch etwas von den Linken, die auch noch versuchen, die Gerechtigkeit zu belagern. Genauso ist es mit dem Begriff links oder auch gerne in Verbindung, also links-liberal. Diese Labels kann man alle für die Piratenpartei verwenden, obwohl sie bereits auch von anderen Parteien besetzt werden. Das Einzige, was vielleicht nicht so sehr zu anderen Parteien passt, ist digital. Eventuell könnte der Begriff queer noch dazu genommen werden, weil die Piratenpartei auch hier sehr fortschrittlich ist, aber es ist nun kein Punkt, der uns so stark auszeichnet wie ich es mir manchmal wünschen würde. Das wäre die Eiscreme auf der Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

tl;dr, Die Piratenpartei ist genauso sozial wie digital wie liberal. Das gehört auch zu uns und kann auch und vor allem in Werbekampagnen auch mal genannt werden. Die des Bundes hat eben gut zu dem Thema gepasst, das soll nun aber auch keine Hetze dagegen sein, ich hätte mir nur gewünscht, dass mehr Wert darauf gelegt wird.

Warum nicht einfach Sexismus verbieten?

Hallo Welt,

heute soll es mal um eine augenscheinlich einfache Lösung für ein komplexes Thema gehen. Wie vielleicht ab und an zu erkennen ist, finde ich Sexismus nicht gerade sehr erheiternd. Ich schreibe viel über Alltagssexismus, der mir immer mal wieder begegnet und gerade der ist mir ein besonderes Dorn im Auge, weil er auf bestimmten Rollenklischees aufbaut, die ich so nicht unterstützen kann und will. Ich mag diese Rollenklischees übrigens in keinem Bereich, also egal, ob jemand männlich, weiblich, nicht-binär, hellhäutig, dunkelhäutig, gut gebräunt, bildschirmgebräunt, katholisch, evangelisch, der Religion des fliegenden Spaghettimonsters angehörend, jüdisch, muslimisch, atheistisch, agnostisch, nihilistisch, homosexuell, asexuell, heterosexuell, pansexuell, omnivor, vegan, vegetarisch oder was auch immer ist, bleibt mir bitte mit Rollenklischees fern. Allerdings habe ich eine recht genaue Vorstellung von Sexismus und ziehe bei Sexismusbekämpfung auch irgendwo meine Grenzen. Sexismus meint zunächst eigentlich „nur“ die strukturelle Unterdrückung aufgrund des Geschlechts von Frauen, weil sie im Vergleich zu Männern immer noch ungleich behandelt werden. Da ich aber der Meinung bin, dass Männer genauso aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden können wie Frauen, sei es nun beispielsweise durch Geschlechterklischees, benutze ich den Begriff des Sexismus gerne für alle Geschlechter und definiere ihn auch entsprechend. Das sollte vielleicht auch gerade zu Beginn geklärt sein, dass alle Geschlechter meiner Meinung nach Sexismus erfahren können, wenn auch unterschiedlich.

Die Idee, Sexismus in irgendeiner Form zu verbieten, ist eigentlich gar nicht neu. So war des Öfteren schon in der Diskussion, dass Sexismus in Werbung verboten werden soll. Dass Frauen nicht auf ihre Sexualität und ihre sexuellen Gefälligkeiten reduziert werden sollten, ist, denke ich mal, nicht Thema. Dass das für unsere Gesellschaft meiner Meinung nach auf keinen Fall okay ist, ist klar. Dennoch ist die Werbung scheinbar ansprechend, sonst würde sie nicht gemacht werden und niemand würde das entsprechende Produkt kaufen. Werbung ist nun mal ein Spiegel der Gesellschaft und Produkte, die sexistisch beworben werden, kaufe ich letztlich nur eingeschränkt oder im besten Fall gar nicht. Das ist als Verbraucher meine Reaktion darauf. Dass diese Werbung allerdings produziert wird, hat den einfachen Grund, dass sie auch in der entsprechenden Zielgruppe beliebt ist. Den entsprechenden Konzernen allerdings zu verbieten, dass sie deswegen keine sexistische Werbung mehr verwenden dürfen, ist daher der falsche Weg. Wie ich bereits erwähnt hatte, ist alleine schon die Definition von Sexismus schwierig. Manche übertragen es nur auf Frauen, manche auch auf Männer und manche sehen in wirklich jedem Detail Sexismus, während es anderen wiederum schlicht und einfach egal ist. So kann in eine Frau, die von der Mehrheit als attraktiv und begehrenswert empfunden wird, im Bikini, die für ein Strandset wirbt, schon als sexistisch empfunden werden, während andere die Werbung von Redcoon als sexistisch sehen. Aus der Kategorie Sexismus gegen Männer habe ich auch noch was da.

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Also viele verschiedene Möglichkeiten, Sexismus zu sehen. Ich selbst sehe vor allem Alltagssexismus in Sachen, für die man vielleicht einen Moment länger nachdenken muss, aber nicht in Dinge, in die erst einmal noch eine ordentliche Portion Sexismus reininterpretiert werden muss, um mal ein Beispiel zu nennen, in die Tatsache, dass meistens nur biologische Frauen dazu in der Lage sind, schwanger zu werden. Beim Thema biologisches Geschlecht bin ich persönlich ja sowieso der Meinung, dass hier in bestimmten Bereich unterschieden werden muss. Beim Arzt zum Beispiel. Hört sich vielleicht blöd an, aber im Bereich der Medizin kann das biologische Geschlecht tatsächlich relevant werden. So zeigt sich beispielsweise ein Herzinfarkt bei Frauen im Schnitt mit anderen Symptomen als bei Männern. Allerdings ist das gesellschaftlich gesehen irrelevant und medizinische Informationen sind vor allem eines, sensible und private Daten. Um es noch überspitzter darzustellen und es noch höher zu treiben, männliche Homosexuelle sind auch keine Sexisten, weil sie sich nun einmal nicht zu Frauen hingezogen fühlen und alleine die Existenz von Männern ist auch nicht sexistisch. Genau überspitzt, zurück zum Ernst. Da scheitert solch ein Werbeverbot als erstes dran, es ist schwer zu sagen, was nun zu sexistisch ist und was noch in Ordnung ist. Der Gesetzesentwurf spricht ja erst einmal von sexualisierter Darstellung. Dass eine Werbung für Sexarbeiter vermutlich gerade die sexuellen Vorzüge betont, ist klar, und bildet vermutlich wieder die Ausnahme, die ich mir als erstes herausgepickt habe. Sexualisierte Darstellung von Menschen, reduziert auf deren Geschlecht, mag ich generell nicht. Wenn wir nun aber sexualisierte Werbung hätten, die nicht auf das Geschlecht des Menschen abzielen und auch nicht von Geschlechterstereotypen geprägt sind, so wäre es mir egal. Vielleicht würde ich die Werbung doof finden. Vielleicht aber auch gut, weil es so wenig von dieser idealisierten Art der Werbung gibt. Ein Verbot von sexistischer Werbung sorgt vermutlich auch eher dafür, dass das Thema nicht ernst genommen wird und eine gewisse Zensur der Werbung stattfindet. Ich finde es auch nicht schön, wenn sexistische Werbung gezeigt wird, aber da es offenbar einen Markt dafür gibt und es immer noch Sexismus gibt, hilft ein Verbot, das zu zeigen, meiner Meinung nach nicht weiter, wenn es immer noch die Rollenklischees gibt, wie Mann und Frau sich verhalten müssen. Nicht-binäre ausgenommen, weil die laut Klischee ja sowieso nicht existieren und nur etwas besonderes sein wollen. Damit wird höchstens eine Verbreitungsart ausgenommen, die aber sowieso nicht im Vordergrund steht, weil meistens die Sozialisation eine verdammt wichtige Rolle spielt und nicht die Werbung.

Ein Verbot von Sexismus in der Werbung erachte ich also als nicht sinnvoll, wie ist es dann mit einem generellen Verbot von Sexismus? Das kann man sich ja eigentlich schon fast denken. Wenn Sexismus sowieso schon ein vergleichsweise schwierig zu greifender Begriff ist, so wäre ein generelles Verbot sehr schwierig. Zu den Argumenten, die ich bereits in Bezug auf das Verbot von sexistischer Werbung geäußert habe, kommt hier vor allem der Gedanke dazu, dass ich damit eine bestimmte Art zu denken, nämlich in dem Fall sexistisch, nicht nur abwerte, sondern auch unter Strafe stelle. Dass ich Sexismus und vor allem Alltagssexismus gerne abwerte, das passiert. Das ist meine Meinung, die ich frei kund tun darf. Genauso darf aber jemand auch seine sexistische Meinung kund tun. Ein generelles Verbot von Sexismus würde die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig eingrenzen. Abgesehen davon bin ich nicht Besitzer der alleinigen Wahrheit einer perfekten Gesellschaftsordnung. Ich finde Sexismus schlecht, so geht es auch vielen anderen Menschen. Ich bekämpfe aktiv Sexismus. Es gibt auch andere Menschen, die Sexismus bekämpfen, aber die sehen das vielleicht anders als ich. Wie bereits bei der schwierigen und unterschiedlichen Definition von Sexismus bin ich hier an einem Punkt angelegt, an dem ich nicht die allgemeingültige Wahrheit besitze. Ich habe meine Meinung, meine persönliche gesellschaftliche Utopie, meinen Wunsch nach Post Gender, aber nur, weil ich der Meinung bin, dass das der gesellschaftliche Weg ist, mit verschiedenen Geschlechtern umzugehen, ist dieser Weg noch lange nicht allgemeingültig und jeder muss diesen annehmen. Würde ich annehmen, dass mein Weg allgemeingültig und perfekt wäre, würde ich damit alle anderen Ideen abwerten, die es vielleicht noch gibt, so sexistisch die vielleicht auch sein mögen. Ich lasse mich gerne belehren und höre mir verschiedene Meinung an, dabei kann ich im besten Fall sogar noch etwas (dazu) lernen. Das soll nun nicht Sexismus á la „Frauen gehören hinter den Herd“ rechtfertigen, nur ist meine Meinung nun mal keine Tatsache. Daher wäre ein Verbot schon alleine aus meiner persönlichen und egoistischen Perspektive ein Schuss ins eigene Knie. Außerdem gibt es ja bereits entsprechende Strafen, falls es zu sexistisch wird. Wird jemand beleidigend sexualisiert, so gibt es immer noch den Straftatbestand der Beleidigung. So ist „XY ist aber eine H*re, die zieht sich immer so freizügig an“ auf ein Geschlechterklischee zurückzuführen und dazu noch beleidigend sexualisierend. Das regelt schon unser Strafrecht, dazu brauche ich kein Gedanken- und Meinungsäußerungsverbot, was Sexismus angeht. Bezüglich des Punktes Vergewaltigung und sexuelle Gewalt kann noch relativ viel diskutiert werden. Es gibt immer wieder Urteile, in denen Fälle auftreten, bei denen eine Frau sich nicht genug gewehrt haben soll, damit es sich um eine Vergewaltigung handelt und das Strafgesetzbuch sieht dafür mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe vor. Im „Optimalfall“ ist also eine Vergewaltigung laut Strafgesetzbuch weniger dramatisch als Steuerhinterziehung, um mal ein Beispiel zu nennen. Dass also die Strafe für eine Vergewaltigung so nicht bleiben kann, wird ja bereits diskutiert und eine ausführliche Bearbeitung dieses Themas würde den Rahmen dieses Beitrags eindeutig sprengen. Daher verzichte ich an dieser Stelle auf eine ausführlichere Diskussion. Die Frage bleibt aber weiterhin, ob Vergewaltigung Sexismus oder das Resultat eines sexistischen Menschenbildes ist. Auch diese Diskussion würde vermutlich den Rahmen sprengen, weswegen ich hier einfach annehmen werde, dass sexuelle Gewalt auf einem negativen und sexistischen Menschen- und Frauenbild beruhen kann, aber nicht muss. Leider gibt es ja auch Vergewaltigungsfälle gegen Kinder und Männer, in denen nicht unbedingt Sexismus ein Grund sein muss und sein wird. Eine Vergewaltigung ist ja zum Glück verboten und hoffentlich wird hier auch die Rechtssprechung künftig etwas strenger und eindeutiger.

Wir halten also fest, Verbote bezüglich Sexismus gehen meistens nach hinten los. Alleine durch die Empörung, dass man nun ja nicht mal mehr frei seine Meinung äußern und denken darf, obwohl das ja gar nicht sexistisch ist (auch, wenn das Gegenteil aus meiner Sicht der Fall ist), schlägt die Sensibilisierung gegen Sexismus fehl. Da hilft leider nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung und das Bekämpfen von Geschlechterstereotypen in der Hoffnung, dass wir irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der nur noch meine Sexualpartner und meine Ärzte mein Geschlecht interessiert.

Der Tag, an dem das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wurde

Hallo Welt,

heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte in Bezug auf das bedingungslose Grundeinkommen, von dem vermutlich schon jeder von uns gehört haben sollte. Das BGE soll jedem Menschen vom Staat gezahlt werden, ohne irgendeine Bedingung wie „muss arbeitslos sein“, „muss vierzig Jahre gearbeitet haben“ oder etwas in diese Richtung. Der Bürger bekommt einfach nur Geld dafür, dass er existiert. Im Gegenzug dazu würde es keine anderen Sozialleistungen wie das Kindergeld geben. In Deutschland ist der aktuelle Betrag für solch ein Grundeinkommen irgendwo um den Bereich 1000€ herum, den dann jeder bekommen würde. Bezüglich Kinder und Jugendlichen, die in meiner kleinen Geschichte auch vorkommen werden, gehe ich einfach mal von einem Betrag von 500€ aus. Es gibt sehr verschiedene Ansichten dazu, ob Kinder und Jugendliche nicht auch denselben Betrag wie Erwachsene erhalten sollten, daher ist das, was ich diesbezüglich sage, nicht allgemeingültig und muss auch nicht jedem Modell zum BGE entsprechen.

Ich wache auf. Eigentlich ist heute ein ganz normaler Morgen, dem ein ganz normaler Tag folgen sollte. Eigentlich. Doch heute wurde endlich das BGE in Deutschland eingeführt. Ich habe mich schon oft gefragt, was das für mich persönlich bedeuten soll. Ich bin Schülerin, die soweit von ihren Eltern mitfinanziert wird, die beide berufstätig sind und jetzt auch mehr Geld haben. Dadurch, dass ich nun ein eigenes Geld habe, bin ich vielleicht auch keine so große finanzielle Belastung mehr. Kinder in die Welt setzen scheint nun nicht mehr ein so großes finanzielles Problem zu sein. Ich fahre in die Schule und sehe viele glückliche Gesichter. Es fühlt sich so an, als hätten wir alle über Nacht im Lotto gewonnen. Eigenes Geld, nur dafür, das wird existieren. Wir haben plötzlich nicht mehr den Nachteil der Finanzen im Vergleich zu Leuten, die nun schon eine Ausbildung machen und eigenes Geld verdienen. Wir diskutieren über unsere Berufswünsche, was wir mit dem Geld machen wollen, wie sehr sich unsere Welt verändert. Sofort wird klar, das, was vorher als brotlose Kunst abgetan wurde, gerät plötzlich wieder in den Vordergrund. Niemand musste nun etwas machen, was eigentlich gar nicht so sehr den eigenen Wünschen entspricht, aber mehr Jobchancen bietet oder gar die Gefahr der Armut verringert. Manche meiner Freunde überlegen sich nun, Kunst zu studieren, was sie vorher abgetan haben, weil damit sowieso kein Job zu finden ist. Diejenigen, die beispielsweise bei der freiwilligen Feuerwehr sind, dort noch viel mehr tun möchten und eigentlich nicht die Zeit dazu haben, überlegen sich, ob es sich nach dem Abitur lohnt, dort erst einmal ein paar Jahre ehrenamtlich zu arbeiten. Ein Mitschüler überlegt nun, nachdem er schon lange von zuhause ausziehen wollte, aber nie die finanziellen Möglichkeiten hatte, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Ein weiterer Mitschüler, dessen Eltern sich eher schlecht als recht um ihn kümmern, zieht es in Betracht, wirklich einmal studieren zu können, ohne dabei größere Probleme mit der Finanzierung zu haben. Eine Mitschülerin, die später einmal in einer Großstadt leben will und sowieso noch ihren Führerschein finanzieren muss, steht plötzlich vor ein paar Problemen weniger. Trotzdem will sie in den Sommerferien noch arbeiten, sich etwas mehr dazu verdienen. Es würde zwar reichen, aber sie will sich etwas mehr Luxus gönnen und sonst ist ihr sowieso in den Ferien zu langweilig. Unsere Lehrer interessiert es fast gar nicht, dass sie nun monatlich 1000€ vom Staat erhalten. Niemand will das Handtuch werfen, niemand will gehen. Der ein oder andere will laut Gerüchten nächstes Schuljahr nur noch halbtags arbeiten, sich mehr um die eigene Familie kümmern. Viele haben noch kleine Kinder zuhause. In Politik diskutieren wir mal wieder über das Thema BGE, was wir sowieso schon den ganzen heutigen Tag getan haben. Der ein oder andere will nach dem Abitur erst einmal gar nichts machen, befürchtet aber, dass das sehr schnell langweilig wird. Wir haben schon ein paar gefunden, die sich als Jungautor versuchen wollen. Nach der Schule fahre ich noch nach Hause, doch bevor ich hineingehen kann, spricht mich meine Oma an. Sie umarmt mich und dankt mir dafür, dass ich mich politisch dafür eingesetzt habe. Altersarmut ist in ihrem Freundeskreis nun ein viel kleineres Thema, sie selbst macht sich keine Gedanken mehr über ihre Rente. Genauso reagiert auch meine Mutter, die sich bisher immer Sorgen gemacht hat, wer einmal ihre Rente bezahlen soll. Mein Vater verhandelt mit seinem Arbeitgeber, ob er nicht etwas mehr zuhause arbeiten kann, Home Office eben. Durch das BGE hat er eine viel stärkere Verhandlungsbasis. Insgeheim gesagt ist er auch der beste Koch in meiner Familie, sodass ich nichts dagegen hätte. Später im Bioladen erzählt mir die Besitzerin, dass die Arbeiter heute viel motivierter waren als sonst und dass der ein oder andere vielleicht etwas weniger arbeiten will, um sich um die Familie zu kümmern, aber das steht noch in den Sternen. Abends fahre ich dann zu meinem Freund, der sich natürlich auch über die Einführung des BGEs freut. Gemeinsam treffen wir uns mit anderen Piraten beim Stammtisch und feiern erst einmal die Einführung des Grundeinkommens. Eines unserer Ziele haben wir verwirklicht, eine große Hürde überwunden. Da dürfen wir uns vor neuer politischer Arbeit auch mal zurücklehnen und die Entwicklung feiern, die wir heute selbst erlebt haben. Ich denke stärker über mich selbst nach. Später, beim Studium, müssen meine Eltern mir nicht so stark bei der Finanzierung helfen, wie ich geglaubt habe. Eine finanzielle Belastung durch ein Kind weniger und für das Kind bedeutet es mehr Selbstständigkeit. Oh ja, ich freue mich darauf, genauso wie auf die weiteren Tage des BGEs.