Werbung der Bundeswehr – Die Werbung fürs Töten?

Hallo Welt,

heute soll es mal um die Werbung der Bundeswehr gehen, die in der letzten Zeit immer präsenter geworden ist, obwohl sie schon seit November 2015 läuft. Der große Titel dazu lautet „Mach, was wirklich zählt“ und damit meine ich nicht diese Seite, die offenbar nicht von der Bundeswehr selbst ist, wie unschwer zu erkennen ist. Die offizielle Seite dazu ist ein wenig anwerbefreundlicher, um es mal so auszudrücken. Damit sind wir eigentlich schon mitten im Thema. Im Grunde genommen geht es um die Berechtigung der Bundeswehr, werben zu dürfen.

Letztlich wird diese Werbekampagne durch den Steuerzahler getragen. Die Bundeswehr selbst ist eine staatliche Institution und es wäre beunruhigend, wenn sie das nicht wäre. Natürlich kann an der Stelle nach dem Sinn dieser Kampagne gefragt werden und dass das Geld woanders vermutlich besser aufgehoben wäre. Der ganze Spaß kostet nämlich 10,6 Millionen Euro. Dieses Geld könnte sicherlich irgendwo besser aufgehoben sein, sei es für Kampagnen gegen Homophobie und Rassismus, in den Bundesländern für Schulsanierungen oder auch einfach nur plump zum Schuldenabbau. Allerdings hat nun einmal jedes Ministerium einen gewissen Freiheitsrahmen, was es mit dem Etat anfängt. Gut, auch im Verteidigungsministerium gibt es einiges, was man damit tun könnte. Ich erinnere mich da noch an ein paar Vorfälle wie Probleme mit Hubschraubern oder zu warmen Gewehren. Geld zur genauen Prüfung scheint da doch ab und an nötig zu sein. Diese Vorfälle sind zwar eher zum Schmunzeln, aber an der Stelle ist die Frage, inwiefern sich die Bundeswehr also überhaupt eine solche Kampagne leisten kann. Verglichen mit dem Etat von 2015, der ganze 32,2 Milliarden Euro umfasst, muss ich glaube ich gar nicht erst berechnen, welcher kleine Bruchteile diese Werbekampagne davon war. Insofern ist es gar nicht so viel, wie es im ersten Augenblick erscheint, wenn man dies mit anderen Ausgaben und dem gesamten Etat vergleicht.

Dennoch stellt sich die Frage, inwiefern die Bundeswehr überhaupt das Recht haben sollte, zu werben. Als staatliche Institution ist sie da aber nicht alleine. Im öffentlichen Dienst gibt es eine Fülle an Stellen, die gezielt Leute suchen. Meistens beschränkt sich dies jedoch auf lokale Kampagnen, wenn beispielsweise ein Landkreis oder eine Stadt Arbeitnehmer sucht. Die Bundeswehr ist im Gegensatz dazu vielleicht nicht gerade ein normaler Arbeitgeber. Neben der Verteidigung des eigenen Landes ist Deutschland ein Bündnispartner der NATO und Mitglied der UN. In der Form kann es durchaus vorkommen, dass der ein oder andere Auslandseinsatz stattfindet. Dabei geht es sicherlich nicht immer um Hilfsmaßnahmen in Form von (Wieder-)Aufbaumaßnahmen. Es ist schließlich eine militärische Institution und eben deswegen geht es auch oftmals um Leben und Tod. Dementsprechend ist die Bundeswehr nur schwer vergleichbar mit anderen staatlichen Institutionen. Ich kann es aber auch genauso moralisch verwerflich finden, für den BND zu werben. Ja, der BND hat keine große Werbekampagne wie die Bundeswehr gestartet. Allerdings habe ich auch schon in der Schule in Heften, die Schüler bei ihrer Berufsentscheidung beraten sollen, Werbung vom BND gesehen, der mir genau sagt, was ich können muss und was ich da alles lernen kann. Also was tun? Generell Werbung für beide verbieten? Das halte ich ehrlich gesagt nicht für zielführend. Ohne die Wehrpflicht, für deren Aussetzung ich ziemlich dankbar bin, braucht auch eine Bundeswehr Leute und diese Menschen müssen sich irgendwann auch bewusst für einen Job dort entscheiden. Es ist eine tolle Möglichkeit, dass ich die Freiheit habe, mich dagegen zu entscheiden, für die Bundeswehr zu arbeiten. Aber genauso sollte auch jeder die Freiheit haben, sich für einen Job bei der Bundeswehr zu entscheiden, was ich persönlich aus moralischen Gründen nicht nachvollziehen kann, aber okay. Es ist die Freiheit dieser Person. Da wir auch einen Arbeitsmarkt haben, bei dem jeder Arbeitgeber sich dazu entscheiden kann, so viel zu werben, wie er lustig ist, ist das alleine her vom Aspekt der Freiheit, die die Bundeswehr als Arbeitgeber nun mal genießt, in Ordnung. Mir ist an der Stelle bewusst, dass Werbung manipulativ sein kann und Jugendliche dazu verleiten kann, vielleicht voreilig Soldat zu werden und diese Entscheidung zu bereuen. Deswegen finde ich es auch ungünstig, wenn die Bundeswehr speziell mit dieser Art der Manipulation an Schulen wirbt. Mir fehlt dabei, und auch auf der Seite der Bundeswehr,  die Aufklärung darüber, dass man möglicherweise mitten im Krieg landen und sterben kann, dass es nicht unwahrscheinlich ist, als Frau sexuelle Belästigung zu erfahren, dass psychische Belastungen und Erkrankungen auftreten können und dass es eine ziemliche körperliche Belastung ist. Klar, die Bundeswehr würde sich damit unattraktiv machen und bietet nicht nur Jobs an, die sich mit dem Dasein als Soldat beschäftigen. Insofern ist die Werbung der Bundeswehr an Schulen für mich nur eingeschränkt in Ordnung. Allerdings ist die aktuelle Werbekampagne, die meiner Meinung nach nicht gerade ansprechend wirkt, aber das ist ja zum Glück subjektiv, vollkommen okay. In einem Plakat werde ich nicht differenziert das Leben mit einem Job bei der Bundeswehr darstellen können. Allerdings finde ich solche Plakate auch nicht wirklich verlockend.

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Wenn ich wenig Inhalt rüberbringen kann, fühle ich mich nicht wirklich angesprochen. Insofern ist die Ausgestaltung der Kampagne nicht gerade gut. Für das Geld hätte man sich auch bessere Sprüche einfallen lassen können.

Der Punkt, an den ich nun allerdings auch noch stoße, ist die Frage, ob wir überhaupt noch eine Bundeswehr brauchen. Wir geben schließlich nicht gerade wenig dafür aus und in Zeiten, die zumindest für uns friedlich erscheinen, kann ein Schritt in Richtung Pazifismus gar nicht so schlecht sein. Oder? Pazifismus erachte ich als super. Aber da muss auch jeder mitmachen. Allerdings bezweifle ich, dass Deutschland dabei den ersten Schritt überhaupt machen kann. Die USA wird deswegen nicht plötzlich ihre Atomwaffen auf den nächsten Sondermüll werfen und Abrüstung wird für Länder wie Nordkorea ein Fremdwort bleiben. Insofern erachte ich die Bundeswehr leider immer noch als notwendig, selbst nur zu Verteidigung des Landes, was hoffentlich nie bis sehr selten der Fall sein wird. Auslandseinsätze in Form von reinen Wiederaufbaumaßnahmen wären zwar auch erstrebenswert, aber schwierig umzusetzen. Gerade in Zeiten, in denen der Frieden immer mehr gefährdet ist, sind Maßnahmen der Selbstverteidigung leider, so sehr ich es auch gerne anders hätte, nun einmal notwendig. Allerdings gibt es auch einen Punkt, an dem die Abschaffung der Bundeswehr gar nicht so schlecht wäre. Sie könnte einem Militär der EU weichen, allerdings bezweifle ich, dass die Mitgliedsstaaten diese Kompetenz in naher und mittelfristiger Zukunft überhaupt abgeben wollen. In Deutschland selbst müsste dies auch erst einmal mit dem Grundgesetz in Einklang gebracht werden, was nicht gerade einfach ist. Insofern ist auch das eher Zukunftsmusik und ich hoffe, dass wir irgendwann an dem Punkt sind, an dem wir kein Militär mehr benötigen. Das ist allerdings sehr utopisch und daher kann es auch gut sein, dass wir niemals an diesen Punkt gelangen werden.

Erklärung für einen Amoklauf? Bestimmt wieder Killerspiele!

Hallo Welt,

nachdem wir in den letzten Tagen relativ oft von Gewalt heimgesucht wurden, was ich sehr bedauere, als traurig und schockierend empfinde, scheint es für diese Gewalt mal wieder vergleichweise einfache Lösungen zu geben. Von mehr Überwachung bis hin zu einem Verbot von „Killerspielen“ scheint einfach zu sein, warum wurde das bisher eigentlich noch nicht umgesetzt, wenn dadurch dieser Amoklauf hätte verhindert werden können?

Gehen wir zunächst einmal auf die Forderung nach mehr Überwachung ein. Inzwischen haben wir ja schon die Vorratsdatenspeicherung, die den Amoklauf, welch Überraschung, nicht verhindert hat. Die Waffe wurde schließlich im sogenannten DarkNet beschafft, das sollte schließlich dann doch mehr überwacht oder sogar verboten werden! Mich überrascht es, dass diese Forderung noch nicht von einigen Politikern, die bekannt dafür sind, einfach und populistische Forderungen zu stellen, aufgegriffen wurde. Entgegen der landläufigen Meinung, dass im „DarkNet“, das ich problemlos betreten kann, ohne mich strafbar zu machen, ja nur Kriminelle unterwegs wären, die mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie handeln, verwenden auch Whistleblower und Journalisten bei ihren Recherchen das „DarkNet“. Vielleicht sollte die Herkunft der Waffe noch etwas weiter zurückverfolgt werden als einfach nur das große, schwierig greifbare und angeblich so gefährliche „DarkNet“ als Quelle zu nehmen. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelte es sich bei der Tatwaffe um eine ehemalige Theaterwaffe. Wäre eine einfachere Lösung nicht der Vorschlag, dass Theaterwaffen, wenn sie wieder scharf gemacht werden können, zu zerstören nachdem sie nicht mehr benötigt werden? Klar, das müsste in diesem Fall eine EU-weite Regelung sein, aber daran versucht sich aktuell niemand. Es werden zwar schärfere Waffengesetze gefordert, aber wie genau die aussehen sollen, dazu wurde leider noch nicht viel gesagt. Stattdessen fordert ein gewisser Innenminister gerne mehr Überwachung. Inwiefern hätte Kameraüberwachung geholfen, wenn das aus weiter Ferne eben entsprechend hätte beobachtet werden können? Bestenfalls hätte das die sowieso schon schnell laufenden Aufklärung beschleunigt. Im Vergleich zu der Freiheit, die durch eine großflächige Kameraüberwachung verloren geht, steht dieser geringe Nutzen in keinem Verhältnis.

Aber was ist jetzt eigentlich mit den Killerspielen? Killerspiele, alleine der Begriff hört sich schon gefährlich an, das sind diese Spiele dann auch bestimmt. Dass schon das Wort eine gewisse Form der Wertung mit sich bringt, das sagt uns schon Wikipedia:

Killerspiel ist eine im deutschen Sprachraum verbreitete, negativ konnotierte Bezeichnung für ein gewalthaltiges Spiel. Es werden damit in erster Linie Computerspiele bezeichnet, in denen vom Spieler gesteuerte Gewalt gegen menschliche oder menschenähnliche Spielfiguren dargestellt wird. (…) Eine juristische Definition besteht nicht. Der Begriff wird vorwiegend in der Diskussion über fiktionale Gewalt und in der damit verbundenen Debatte über ein mögliches Verbot der damit bezeichneten Spiele als politisches Schlagwort verwendet.

Insofern halte ich das Wort in einer konstruktiven Diskussion, sofern es über irgenwelche rhetorische Mittel hinausgeht, schon für schwierig. Gewaltverherrlichende Spiele ist in dem Zusammenhang auch ein Wort, das gerne fällt. Ja, in so gut wie allen solcher Spiele wird Gewalt angewendet. Von Call of Duty und GTA zu Counterstrike und Resident Evil über Bayonetta und Borderlands, die Palette an solchen Spielen ist groß. Mich persönlich konnten diese Spiele nie wirklich fesseln, außer Bayonetta (2). Somit kann ich eigentlich schon als Gegenbeispiel herhalten, ich habe ein böses Killerspiel gespielt und trotzdem wurde noch niemand von mir angegriffen. Insgesamt bin ich eher ein friedlicher Mensch, der noch nicht einmal gegenüber (Neo-)Nazis gewalttätig wird und eigentlich auch etwas pazifistisch veranlagt ist. Mir persönlich würde es auch sehr missfallen, mir illegal eine Waffe zu besorgen und einen Amoklauf zu veranstalten. Und ich denke, dass es 99,99% aller Menschen, die solche Spiele spielen, genauso geht. Beispielsweise wurde GTA 5 über eine Millionen Mal alleine in Deutschland verkauft. Wenn nun jeder tausendste Spieler Amok laufen würde, hätten wir 1000 dieser Gewalttaten, die nur durch dieses Spiel hervorgerufen werden würden. Da könnte man auch damit argumentieren, dass Menschen, die 18 Jahre alt sind, vollkommen gefährlich sind oder Menschen, die Vegetarier sind, zu Massenmördern und Diktator eines faschistischen Regimes werden. Insofern sehe ich diese Spiele nicht irgendeiner Verantwortung für diesen Amoklauf. Es gibt in diesem Fall auch nicht wenig Studien, die gegen die These sprechen, dass gewaltverherrlichende Spiele Menschen zu gewaltbereiten Kriminellen machen.

Aber im Grunde genommen ist es möglich, aus den allermeisten Spielen gewaltverherrlichende Inhalte zu basteln. Nehmen wir beispielsweise mal Pokémon, ein Spiel, das hauptsächlich aber nicht nur von Kindern gespielt wird. In diesem Spiel kämpfen kleine Monster gegeneinander, die mit Attacken wie Feuersturm, Kratzfurie, Donnerblitz oder Himmelhieb aufeinander losgelassen werden. Wenn man sich an der Stelle nun vorstellt, welchen Schaden die Pokémon dabei eigentlich nehmen müssten und das darstellen würde, es gäbe ohne größere Probleme Darstellungen von starken Verbrennungen, offenen und eitrigen Wunden, offenen Knochenbrüchen und was man sich an der Stelle noch alles vorstellen kann. Pokémon käme ohne Probleme in einen Bereich von FSK 16 oder 18 und niemand könnte bestreiten, dass es nicht so gewaltverherrlichend wäre wie sehr blutige Tierkämpfe in unserer Welt. Es gibt übrigens einen Kleidungshersteller, der genau solche brutal zugerichteten Videospielfiguren zeigt, nämlich Cupcake Cult, wobei Pikachu unter anderem auch hart zugerichtet wurde.

cupcake-cult-zombie-pokemon-tshirt-5929-pÄhnliches kann man mit sämtlichen Spielen, für die Kinder eigentlich die primäre Zielgruppe sind, durchspielen. Super Mario, ein Spiel, bei dem der Antiheld in Lava verbrannt wird? Super Smash, bei dem der Sinn eigentlich nur aus Kämpfen besteht? Sims, ein Spiel, bei dem man ohne Probleme seine Sims qualvoll verhungern oder im Pool ertrinken lassen kann? Eines der wenigen Spiele, bei dem das schwierig wäre, wäre eventuell Harvest Moon. Aber insgesamt kann man fast jedes Spiel in ein sogenanntes Killerspiel umwandeln. Genau das hat die Piratenpartei sogar schon früh gemacht, indem ein paar Piraten Killerschach gespielt haben. Schach ist letztlich auch nur ein Spiel, bei dem Figuren geopfert werden. Das wurde auch schon im ersten Harry Potter-Teil klar. Interessant ist aber an der Stelle, dass eine Regierung, die gerne auch an Schulen mal die Bundeswehr schickt, damit diese dort werben kann, sich zumindest in einigen Ämtern für ein Verbot der bösen, bösen Killerspieler ausspricht.

Aber was kann man nun tun, um wirklich jeden Amoklauf zu verhindern? Katharina Nocun ist einem ihrer Beiträge zu diesem Thema zu dem Fazit gekommen, dass es eine vollkommene Sicherheit in unserer Gesellschaft nicht geben kann.

Interessant ist aber auch ein Gedanke, der mir gestern auf Twitter begegnet ist und den ich nun einfach mal als kleines Zitat zum Weiterdenken hier einbinde als eine Möglichkeit, auf die Gewalttaten der letzten Tage zu reagieren.

Natürlich kann man das Ganze auch in die andere Richtung denken. Gerade bei diesem Amoklauf in München, bei dem ein Jugendlicher, der offenbar Mobbingprobleme und Depressionen hatte, zum Täter wurde, hätte es eine entsprechende Vorsorge geben müssen. Ich bekomme immer noch oft mit, dass Mobbing in der Schule nicht in irgendeiner Art und Weise für die Mobber geahndet wird. Stattdessen wird zugeschaut, aber nicht gehandelt. Der gemobbte Schüler muss es quasi alleine aushalten und oftmals können sich daraus psychische Krankheiten entwickeln. Das Problem an der Stelle sind aber auch nicht die psychischen Krankheiten, denn wenn jede depressive Person früher oder später auf diese Art und Weise sich selbst das Leben nähme, wir hätten mindestens eine Millionen Amokläufe. Durch zwei depressive Personen, die in der letzten andere Menschen mit in den Tod gerissen haben, kann man nicht auf alle Menschen mit Depressionen schließen. Das funktioniert genauso wenig wie mit den Killerspielen.

Der Tag, an dem das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wurde

Hallo Welt,

heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte in Bezug auf das bedingungslose Grundeinkommen, von dem vermutlich schon jeder von uns gehört haben sollte. Das BGE soll jedem Menschen vom Staat gezahlt werden, ohne irgendeine Bedingung wie „muss arbeitslos sein“, „muss vierzig Jahre gearbeitet haben“ oder etwas in diese Richtung. Der Bürger bekommt einfach nur Geld dafür, dass er existiert. Im Gegenzug dazu würde es keine anderen Sozialleistungen wie das Kindergeld geben. In Deutschland ist der aktuelle Betrag für solch ein Grundeinkommen irgendwo um den Bereich 1000€ herum, den dann jeder bekommen würde. Bezüglich Kinder und Jugendlichen, die in meiner kleinen Geschichte auch vorkommen werden, gehe ich einfach mal von einem Betrag von 500€ aus. Es gibt sehr verschiedene Ansichten dazu, ob Kinder und Jugendliche nicht auch denselben Betrag wie Erwachsene erhalten sollten, daher ist das, was ich diesbezüglich sage, nicht allgemeingültig und muss auch nicht jedem Modell zum BGE entsprechen.

Ich wache auf. Eigentlich ist heute ein ganz normaler Morgen, dem ein ganz normaler Tag folgen sollte. Eigentlich. Doch heute wurde endlich das BGE in Deutschland eingeführt. Ich habe mich schon oft gefragt, was das für mich persönlich bedeuten soll. Ich bin Schülerin, die soweit von ihren Eltern mitfinanziert wird, die beide berufstätig sind und jetzt auch mehr Geld haben. Dadurch, dass ich nun ein eigenes Geld habe, bin ich vielleicht auch keine so große finanzielle Belastung mehr. Kinder in die Welt setzen scheint nun nicht mehr ein so großes finanzielles Problem zu sein. Ich fahre in die Schule und sehe viele glückliche Gesichter. Es fühlt sich so an, als hätten wir alle über Nacht im Lotto gewonnen. Eigenes Geld, nur dafür, das wird existieren. Wir haben plötzlich nicht mehr den Nachteil der Finanzen im Vergleich zu Leuten, die nun schon eine Ausbildung machen und eigenes Geld verdienen. Wir diskutieren über unsere Berufswünsche, was wir mit dem Geld machen wollen, wie sehr sich unsere Welt verändert. Sofort wird klar, das, was vorher als brotlose Kunst abgetan wurde, gerät plötzlich wieder in den Vordergrund. Niemand musste nun etwas machen, was eigentlich gar nicht so sehr den eigenen Wünschen entspricht, aber mehr Jobchancen bietet oder gar die Gefahr der Armut verringert. Manche meiner Freunde überlegen sich nun, Kunst zu studieren, was sie vorher abgetan haben, weil damit sowieso kein Job zu finden ist. Diejenigen, die beispielsweise bei der freiwilligen Feuerwehr sind, dort noch viel mehr tun möchten und eigentlich nicht die Zeit dazu haben, überlegen sich, ob es sich nach dem Abitur lohnt, dort erst einmal ein paar Jahre ehrenamtlich zu arbeiten. Ein Mitschüler überlegt nun, nachdem er schon lange von zuhause ausziehen wollte, aber nie die finanziellen Möglichkeiten hatte, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Ein weiterer Mitschüler, dessen Eltern sich eher schlecht als recht um ihn kümmern, zieht es in Betracht, wirklich einmal studieren zu können, ohne dabei größere Probleme mit der Finanzierung zu haben. Eine Mitschülerin, die später einmal in einer Großstadt leben will und sowieso noch ihren Führerschein finanzieren muss, steht plötzlich vor ein paar Problemen weniger. Trotzdem will sie in den Sommerferien noch arbeiten, sich etwas mehr dazu verdienen. Es würde zwar reichen, aber sie will sich etwas mehr Luxus gönnen und sonst ist ihr sowieso in den Ferien zu langweilig. Unsere Lehrer interessiert es fast gar nicht, dass sie nun monatlich 1000€ vom Staat erhalten. Niemand will das Handtuch werfen, niemand will gehen. Der ein oder andere will laut Gerüchten nächstes Schuljahr nur noch halbtags arbeiten, sich mehr um die eigene Familie kümmern. Viele haben noch kleine Kinder zuhause. In Politik diskutieren wir mal wieder über das Thema BGE, was wir sowieso schon den ganzen heutigen Tag getan haben. Der ein oder andere will nach dem Abitur erst einmal gar nichts machen, befürchtet aber, dass das sehr schnell langweilig wird. Wir haben schon ein paar gefunden, die sich als Jungautor versuchen wollen. Nach der Schule fahre ich noch nach Hause, doch bevor ich hineingehen kann, spricht mich meine Oma an. Sie umarmt mich und dankt mir dafür, dass ich mich politisch dafür eingesetzt habe. Altersarmut ist in ihrem Freundeskreis nun ein viel kleineres Thema, sie selbst macht sich keine Gedanken mehr über ihre Rente. Genauso reagiert auch meine Mutter, die sich bisher immer Sorgen gemacht hat, wer einmal ihre Rente bezahlen soll. Mein Vater verhandelt mit seinem Arbeitgeber, ob er nicht etwas mehr zuhause arbeiten kann, Home Office eben. Durch das BGE hat er eine viel stärkere Verhandlungsbasis. Insgeheim gesagt ist er auch der beste Koch in meiner Familie, sodass ich nichts dagegen hätte. Später im Bioladen erzählt mir die Besitzerin, dass die Arbeiter heute viel motivierter waren als sonst und dass der ein oder andere vielleicht etwas weniger arbeiten will, um sich um die Familie zu kümmern, aber das steht noch in den Sternen. Abends fahre ich dann zu meinem Freund, der sich natürlich auch über die Einführung des BGEs freut. Gemeinsam treffen wir uns mit anderen Piraten beim Stammtisch und feiern erst einmal die Einführung des Grundeinkommens. Eines unserer Ziele haben wir verwirklicht, eine große Hürde überwunden. Da dürfen wir uns vor neuer politischer Arbeit auch mal zurücklehnen und die Entwicklung feiern, die wir heute selbst erlebt haben. Ich denke stärker über mich selbst nach. Später, beim Studium, müssen meine Eltern mir nicht so stark bei der Finanzierung helfen, wie ich geglaubt habe. Eine finanzielle Belastung durch ein Kind weniger und für das Kind bedeutet es mehr Selbstständigkeit. Oh ja, ich freue mich darauf, genauso wie auf die weiteren Tage des BGEs.

Fußball-EM – Hallo Nationalstolz!

Hallo Welt,

oder soll ich euch lieber Nationalstolz nennen? Wobei das vermutlich diskriminierend wäre, weil sicherlich nicht jeder von euch stolz auf sein Heimatland ist. Bin ich aber auch nicht so wirklich. Die Fußball-EM steht wieder an und ich bin unglaublich motiviert, kein anderes Thema mehr zu hören (wie kann man noch mal bestimmte Hashtags auf Twitter blocken oder stumm schalten?). Das war schon bei der WM so wundervoll. Ich kam mir schon fast einsam vor, als ich mich lieber über die grausamen Bedingungen in Brasilien aufgeregt habe, statt mich über das Fußballereignis zu freuen, ich, die höchstens Freude daran hat, sich einmal im Jahr eSport-Weltmeisterschaften via Stream zu geben. Entsprechend unterhalten werde ich durch die permanente Berichterstattung zu diesem Thema sein. Was zum Thema König Fußball noch dazu kommt, ist, dass diese hübschen Fahnen, die PEGIDA mit Rufen wie „Wir sind das Volk!“ (Nein, seid ihr immer noch nicht) durch die Gegend schleppt, quasi überall zu kaufen sind. Ja, das ist noch eine etwas undifferenzierte Art der Dinge, weil es ja in einem Fall klar Nationalismus, gepaart mit einer nicht kleinen Portion Chauvinismus ist, und das, was mit den meisten Leuten zu solchen Fußballevents abgeht, schlicht Patriotismus ist.

Gehen wir mal etwas tiefer in diese Thematik des Nationalstolzes ein. Nationalstolz, das Gefühl, Stolz auf das Heimatland zu sein. Heimatland, noch so ein Begriff, der oftmals von rechts geklaut wird. Mein Heimatland ist letztlich das Land, in dem ich mich zuhause fühle. Angenommen, ich fühle mich nun in Deutschland verdammt zuhause, arbeite dort, lebe dort, habe dort meine sozialen Kontakte, dann ist es meiner Meinung nach vollkommen okay, Deutschland als die eigene Heimat zu bezeichnen, unabhängig vom Status der Staatsangehörigkeit und des Geburtsort. An der Stelle noch ein kleines Beispiel, ein Flüchtling, der vor kurzem noch mein Nachbar war, sieht Deutschland mittlerweile auch als seine neue Heimat an und will auch nicht mehr zurück, weil er inzwischen hier arbeitet und soziale Kontakte knüpfen konnte, auch wenn er die Sprache noch nicht perfekt beherrscht. Er kann Deutschland genauso als sein Heimatland bezeichnen wie ich, nur um das von Anfang an mal von rechts abzugrenzen. Ich nehme einfach mal an, dass die meisten Menschen schon einmal Stolz empfunden haben, ganz gleich, warum genau nun. Ich befürchte meistens, dass ich einfach ein anderes Verständnis von Stolz habe als viele andere Menschen. Stolz kann ich persönlich nur für etwas empfinden, bei dem ich selbst einen großen Anteil geleistet habe. Da ich aber weder einen großen Anteil für die tolle Wirtschaftssituation in Deutschland leiste, noch irgendwie Teil der deutschen Fußballnationalmannschaft bin, um mal darauf zurückzukommen, fällt es mir sehr schwer, stolz darauf zu sein. Ich kann beispielsweise auch nicht stolz auf die Piratenpartei sein, obwohl ich mich selbst sehr gerne als Piratin bezeichne. Ich habe einfach nicht in einem so großen Maßstab mitgewirkt, als dass ich es könnte, ohne es in irgendeiner Art und Weise abwertend zu meinen. An der Stelle könnte man zwar damit argumentieren, dass ich mich Deutschland dann wohl nicht genügend zugehörig fühle, aber wer mich zumindest etwas kennt und auf Seiten wie Twitter verfolgt, der weiß, dass ich ziemlich piratig bin. Am Zugehörigkeitsgefühl scheint es also nicht zu liegen. Bleiben wir wohl beim unterschiedlichen Verständnis von Stolz.

Wie sehe ich es nun bei anderen, dass dort Menschen sitzen, die fröhlich Deutschlandfähnchen schwenken und „unsere“ Mannschaft anfeuern? An der Stelle würde ich sehr gerne sagen, dass es mir nicht egaler sein könnte. Aber das wird so stark in sämtlichen Medien präsent, dass ich davon wirklich genervt sind und die Deutschlandfähnchen schwenkenden Menschen sind schließlich Teil davon. Dennoch, wenn ich das ignoriere, ist es mir schlicht und einfach verdammt egal. Ich halte es nicht für gefährlich, wenn ein paar Menschen der Meinung sind, zur EM Fußball- und Deutschlandfan zu werden. Patriotismus im eigentlichen Sinne beinhaltet auch nicht die Abwertung anderer Nationen, ähnlich ist es auch bei der EM. Klar, Patriotismus ist zwingend notwenig für einen Nationalismus, der andere Völker wieder abwertet, als eine Art Vorstufe. Aber das drückt man wohl besser anhand einer Beispiels aus. Wenn ich mir nun ein Schnitzel zubereiten will, brauche ich dafür überhaupt erst einmal ein Schwein. In dem Fall ist das Schwein der Patriotismus und das Schnitzel der Nationalismus. Obwohl das eine die Voraussetzung für das andere ist, muss es nicht zwingend dazu führen. Daher bin ich der Meinung, dass dieser Fußballpatriotismus, der zur EM und WM meistens auftritt, nicht in irgendeiner Form gefährlich ist und sollte auf gar keinen Fall von Rechten instrumentalisiert werden, weil man ja gar nicht mehr stolz auf sein Land sein darf. Sofern es bei einer friedlichen Denkweise bleibt, die andere Nationen gleichberechtigt neben der anderen existieren lässt, kann mir das egal sein. Ist es im Endeffekt ja auch. Solange der Patriotismus nicht zum Nationalismus und Unterstützung von rechts entwickelt, sollte jeder darauf stolz sein können, worauf er Bock hat. Ob es nun Omas Kartoffelsalat oder die deutsche Nationalmannschaft ist, solange ich in Ruhe nicht stolz auf mein Heimatland sein kann und auch deswegen nicht abgewertet werde, gibt es definitiv Schlimmeres als ein paar Menschen, die zur WM ein paar Fähnchen schwingen.

AfD und FPÖ – Sind das wirklich Nazis? (Spoiler: Ja)

Hallo Welt,

ich habe eine Weile überlegt, eigentlich schon seit der kurzen Weile, die ich nun blogge, ob ich solch einen Beitrag überhaupt erstellen will. Es soll um FPÖ, AfD, Front National und ähnliche gehen, obwohl ich mir gedacht habe, dass ich diesen rechtspopulistischen  bzw. rechtsextremen Kräften nicht noch mehr Aufmerksamkeit schenken muss, als sie sowieso schon haben. Allerdings kann ich solche definitiv nicht mehr demokratischen Kräfte, die in Parlamenten sitzen, fast einen Staatschef gestellt hätten und leider, es ist zum Kotzen, immer mehr Aufwind erfahren, nicht mehr ignorieren. Ich selbst finde es schockierend, wie weit die AfD in Deutschland gekommen ist. Braun getarnt in Blau, das brauche ich und eigentlich auch jeder echt nicht.

Bevor ich auf Österreich zu sprechen komme, möchte ich mich erst einmal mit der Lage in Deutschland befassen. Beginnen wir mit der schwächsten der drei Parteien, die aber natürlich immer noch zu stark ist und meiner Meinung nach etwa so höchstens 0,1% holen sollte, Luft nach unten gibt es immer, der AfD. Sie ist in neun Parlamenten vertreten, eines davon das Europaparlament, was eigentlich sehr traurig ist, weil sie ziemlich EU-feindlich sind, sowie acht Landesparlamenten. Am traurigsten finde ich, dass die AfD in Sachsen-Anhalt ein Viertel aller Stimmen gewann. Ich weiß noch, wie ich schockiert vor dem Fernseher saß und mir dachte, dass die das doch nicht ernst meinen können. Tun sie aber leider. Aber nun zur politischen Ausrichtung der AfD. Immer wieder wehren sie sich gegen den Vorwurf, nationalsozialistisch zu sein und irgendwie in die rechte Ecke zu gehören. Ich habe selbst schon einmal die Bezeichnung „liberal-konservativ“ gehört. Was soll denn das Gegenteil davon sein? „Konservativ-liberal“ oder was? Aber zurück zum Nationalsozialismus. Laut Wikipedia ist das:

Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitischerassistischeantikommunistische und antidemokratische Ideologie.

Ich habe mir mal erlaubt, die Links an der Stelle drin zu lassen. Argumentieren werde ich mit dem Grundsatzprogramm der AfD, vielleicht auch mit dem ein oder anderem Wahlprogramm, was ich allerdings dann an diesen Stellen erwähnen und verlinken werde, sowie Aussagen hochrangiger AfD-Politiker. Damit mir niemand vorwerfen, dass ich mich ja auf vollkommen erfundenen, ja sogar parteischädigende Aussagen der sogenannten Lügenpresse beschränke und so gar nicht den wahren Kern der AfD entdecken kann, die ganz demokratisch und friedlich ist und niemandem etwas Böses will und sowieso die am weitesten links stehende Partei aller Parteien ist.

Beginnen wir mit Antisemitismus. Der Duden definiert das wie folgt:

  1. Abneigung oder Feindschaft gegenüber den Juden
  2. [politische] Bewegung mit ausgeprägt antisemitischen Tendenzen

Dass die AfD kein Freund  des Islams ist, liegt auf der Hand, aber wie sieht es mit dem Judentum aus? Vor dem Parteitag in Stuttgart waren Storch und Gauland der Meinung, dass das Judentum so sehr zu Deutschland gehöre wie der Islam. Klar, letztlich steht im Grundsatzprogramm der AfD nicht mehr viel davon, aber angenommen, die Grünen würden nun vor einem Parteitag sagen, dass Atomkraft ja eigentlich was Tolles ist, was der Parteitag allerdings so nicht ins Programm aufnehmen würde, es wäre einfach nicht mehr glaubwürdig. Wenn nun also zwei hochrangige AfD-Politiker verkünden, dass das Judentum nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dann halte ich das für eine durchaus zur AfD passenden Aussage. Kommen wir nun zu seiner etwas unscheinbareren Aussage des Wahlprogrammes der AfD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt:

Die AfD wird sich dafür einsetzen, dass im Geschichtsunterricht die Auswirkungen historischer Entwicklungen auf die Geschichte der Regionen in Sachsen-Anhalt angemessen und unverfälscht behandelt und wiedergegeben werden.

An dieser Stelle habe ich mir mal die Mühe gemacht, mir den aktuellen Lehrplan bezüglich Geschichte Sachsen-Anhalts anzuschauen. Und was finden wir? Das hier:

In besonderer Weise trägt die Landesgeschichte Sachsen-Anhalts zu den Grundwissensbeständen bei:

  • kulturelle Leistungen im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt in verschiedenen Epochen und verschiedenen Räumen
  • Entstehungsbedingungen und Bedeutung von (ehemaligen) Gebäuden und Denkmälern der Region
  • Ideengeschichte und ihre Widerspiegelung in Sachsen-Anhalt
  • regionaltypische Ausprägung der Industrialisierung
  • Geschichtskultur in Sachsen-Anhalt.

Nun, was kann daran jetzt ideologisch sein? Eventuell spielt die AfD ja auf die Darstellung der Zeit von 1933-1945 an. Das ist jetzt zwar nur eine Mutmaßung, aber ich könnte mir super einen AfDler am Infostand vorstellen, der dort erzählt, dass die AfD ja im Programm stehen hat, dass die Nazi-Zeit nicht mehr so linksgrün versifft behandelt werden soll. Da bin ich doch sicherlich nicht die einzige Person, die dieses Bild vor Augen hat. Natürlich kann das auch nur mein Bild von der AfD sein, das sich hier gerade widerspiegelt. Hätte ich allerdings einen rechten Hintergrund, den man der AfD jetzt auch nicht ohne weiteres abstreiten kann, würde ich es allerdings ähnlich formulieren wie im hier gezeigten Programm. Das Programm für Mecklenburg-Vorpommern lehnt das Schächten ab, laut eigener Aussage um des Tieres Willen:

Wir lehnen das Schächten als Schlachtmethode ab, weil es die grausamsten und langwierigsten Todesqualen verursacht, die man einem Lebewesen bei vollem Bewusstsein zufügen kann.

In diesem Programm lehnt die AfD übrigens die Massentierhaltung mit dem Argument des Tierschutzes nicht eindeutig ab. Sie spricht sogar von

Sowohl konventionelle als auch Bio-Produkte müssen sich am Markt bewähren.

Also will die AfD eher, dass sich billiges Fleisch, was de facto eher von Menschen verkauft wird, mit Fleisch aus artgerechterer Haltung misst. Klar, Bio ist nicht zwingend artgerechter, aber man könnte sich für Subventionen aus artgerechter Haltung aussprechen, was aber nicht getan wird. An diesem Punkt könnte nun vermutet werden, dass die Tradition des Schächtens nicht aus dem vorgeschobenen Grund abgelehnt wird, sondern weil es muslimische und jüdische Traditionen angreift. Natürlich muss nicht jeder, der das Schächten ablehnt, gleich antisemitisch sein, nur bei der AfD legt es den Verdacht näher als bei jedem anderen. Geht man nun weiter und schaut sich nicht nur mehr Programm der AfD an, dann sind genügend Artikel über den Antisemitismus innerhalb der AfD zu finden. Wer suchet, der findet auch. Über den Punkt Antisemitismus könnte zwar diskutiert werden, aber letztlich stellt sich heraus, das trifft zu. Übrigens ist es auch interessant, wie sehr sich die AfD ein Feindbild mit dem Islam verschafft, ähnlich wie die NSDAP mit dem Judentum.

Kommen wir nun zum Punkt Rassismus. Da gibt das Grundsatzprogramm der AfD einiges her.

Der erhebliche Anteil von Ausländern gerade im Bereich der Gewalt‐ und Drogenkriminalität begegnet derzeit nur halbherzigen ausländerrechtlichen Maßnahmen, insbesondere könnensich ausländische Kriminelle sehr häufig auf Abschiebungshindernisse berufen und sind auf diese Weise vor Abschiebung sicher.

(…)

Die Mehrzahl der Täter im Bereich der organisierten Kriminalität sind Ausländer.

Zunächst einmal fällt auf, dass die AfD Personen mit Migrationshintergrund und Personen, die nach Deutschland geflohen sind und einen Antrag auf Asyl gestellt haben, zusammen in einen Topf wirft. Das passt super zu Ausländerfeindlichkeit. Dass die Behauptung, dass Flüchtlinge entsprechend kriminell sind, nicht stimmt, sollte inzwischen jeder, der sich in der Presselandschaft oder bei Polizeibehörden umschaut, entdeckt haben. Hier sind die Zahlen entsprechend aufbereitet und hier erklärt die Zeit was. Weiterhin lehnt die AfD eine Gesellschaft, in der es egal ist, welche Religion und Herkunft ein Mensch mitbringt, ab:

Die Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle Strömungen auf ge‐ schichtsblinde Weise der einheimischen Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert, betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fort‐ bestand der Nation als kulturelle Einheit.

Wäre der Erfolg dieser Partei nicht so traurig, wäre es auch irgendwo wieder lustig, dass der Widerspruch, dass laut der AfD die deutsche Kultur auf dem Christentum, das aus der Region Israel stammt, der Renaissance, die ja schon einen so deutschen Namen trägt, und auf dem römischen Reich fußt, das nicht gerade der Repräsentant Deutschlands war, gleich darüber im Programm steht. Im Prinzip kann man hier alles zitieren, was die AfD dazu bringt, auf den unbedingten Erhalt und Betonung des Deutschen im Gegensatz zum anderen zu pochen. Auf schlau heißt das rassistischer Chauvinismus oder kurz auch als Rassismus bekannt.

Beim Punkt des Antikommunismus wird es etwas schwieriger. In unserem heutigen, aktuellen Bild würden wir natürlich sagen, dass das Gegenteil von Kommunismus der Kapitalismus ist. Das Problem an dieser Stelle ist nun einmal, dass der Begriff des Antikommunismus im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus primär ein historischer Begriff ist. Dennoch ist die AfD im Bereich der Wirtschaft wohl was, was nicht gerade kommunistisch ist. Sie findet soziale Marktwirtschaft ganz super und mag die Wirtschaft ziemlich.

Im marktwirtschaftlichen Wettbewerb ergeben sich die besten Leistungen. Das Angebot, das sowohl Anbietern als auch Nachfragern den größten Vorteil verspricht, setzt sich dauerhaft durch.

(…)

Zentrale Prinzipien sind Eigentum, Eigenverantwortlichkeit und freie Preisbildung. Der Schutz des Privateigentums ist dabei genauso unentbehrlich wie offene Märkte, Vertragsfreiheit und ein freier Wettbewerb mit entsprechender Wettbewerbspolitik und Monopolkontrolle.

(…)

Die Erbschaftsteuer ist besonders mittelstandsfeindlich und setzt Fehlanreize im Hinblick auf den nachhaltigen Umgang mit erwirtschaftetem Vermögen beim Übergang zur nächsten Generation.

Das sind so einige Beispiele, die eher antikommunistisch als kommunistisch sind. In dem Punkt ist die AfD also auch schuldig.

Kommen wir nun zum Punkt antidemokratisch. Nun ja, an diesem Punkt könnte ich nun selbst sehr viel zusammentragen. Hier will ich allerdings lieber auf die Bloggerin Kattascha verweisen. Sie hat zusammengetragen, was eigentlich so undemokratisch an der AfD ist. Besonders Pressefreiheit und Bürgerrechte sind dabei interessant. Klar, die AfD fordert Volksentscheide, allerdings kann durch das Schüren von Angst bei einer rechtspopulistischen Partei wie der AfD ein Volksentscheid entsprechend gelenkt werden. Nur, was demokratisch gewählt ist, muss nicht unbedingt demokratisch sein. Ähnlich wie die AfD.

Somit haben wir alles zusammen. Zwar lässt sich über manche Dinge ein wenig streiten, aber letztlich kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass all das zutrifft. Somit kann ich nun sagen: Die AfD ist eine (Neo-)Nazi-Partei. Interessanterweise arbeitet sie auch mit der FPÖ zusammen bzw. die FPÖ bekam zum Wahlabend Besuch von Frauke Petry. Die Partei, die selbst fast den Kanzler gestellt hätte, ist selbst sehr umstritten, was so die politische Ausrichtung angeht und an der Ecke kann jeder für sich gerne weiterdenken, wie es denn so ist, wenn man mit einer Nazi-Partei zusammenarbeitet. Dieser Beitrag soll übrigens nicht die sogenannte Nazi-Keule schwingen, sondern hat leider auch reichlich mit der Realität zu tun und deswegen sollte jeder, der AfD, FPÖ oder ähnlich wählt, genau überlegen, was er da eigentlich tut.

Schreddern wir doch einfach mal Küken

Hallo Welt,

letzte Woche wurde bekannt, dass das Töten männlicher Küken, weil industriell nicht rentabel, vollkommen zulässig und mit dem Tierschutz vereinbar ist. Unabhängig davon, welche Ernährungsweise nun selbst präferiert wird, hier sterben Tiere sinnlos, ohne überhaupt einen Zweck erfüllt zu haben, der sich auf das reine Nahrungsmittel beschränken kann. Es wurde auch relativ genau darüber berichtet, dass dies ja lediglich ein Schritt der Produktion sei und Abfall nun einmal entsorgt werden muss. Dies betrifft auch nicht primär die Fleischindustrie, sondern vor allem auch die Eierindustrie, ist also ein Thema, das jene, die Eier auf ihrem Speiseplan habe, betrifft. Hühner haben meistens eine Funktion, diese beschränkt sich entweder auf das Legen von Eiern oder das Ansetzen von Fleisch. Beides zusammen ist inzwischen auch nicht mehr rentabel. In Massentierhaltungsbetrieben sind natürlich die extremsten Beispiele zu finden, was gequälte Tiere betrifft. Darüber, wie sehr diese Tiere dort eigentlich gequält werden und unter vollkommen niederen Bedingungen auf ihren Tod warten, das ist auch für mich nicht mehr tragbar und kann ich unter keinen Umständen unterstützen. Entsprechende Haltungsbedingungen sind nun auch nicht so schwer zu finden.

Aber zurück zu den männlichen Küken, die geschreddert und vergast werden, nur, weil sie weniger Geld in die Kassen bringen. Dabei sagt das Tierschutzgesetz eigentlich

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden

Somit ist es alleine schon vom Tierschutzgesetz schwierig, so zu urteilen. Aus der Sicht meiner moralischen Überzeugungen ist „wirtschaftlich nicht rentabel“ kein vernünftiger Grund, Tiere zu töten. Um es an einem anderen Beispiel zu erklären, das ist in etwa so, als würde ich mir ein weibliches Kind wünschen und gebäre stattdessen einen Jungen und lasse diesen töten. Übrigens passiert Ähnliches in unserer Welt, nur dass statt männlichen Babys die Weiblichen unbeliebt sind, sodass es in Indien und China durchaus zu Tötungen kam. Das Beispiel ist also gar nicht so weit von der Realität entfernt und dabei würden viele ihren Kopf schütteln. Ich behaupte mal jetzt einfach, dass das mehr wären als die, die gegen das Schreddern von männlichen Küken protestieren.

Was gibt es denn nun für Alternativen und Möglichkeiten, dem entgegenzutreten? Wirtschaft basiert auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wenn viel gewünscht wird, wird auch viel produziert. Wenn viele billige Eier aus Massentierhaltung, die mit dem Schreddern der männlichen Küken einhergehen, nun gewünscht werden, dann werden sie auch produziert und die Küken werden weiter geschreddert. Hier ist also nicht nur die Politik gefragt, das zu verändern, auch der Verbraucher kann einen Einfluss darauf nehmen, wenn er sich entsprechend für das Thema sensibilisiert und somit der Massentötung von Küken entgegentritt. Natürlich ist es möglich, sich für den Weg zu entscheiden, dass nichts mehr aus der Ei- und Fleischindustrie verzehrt wird. Es gibt unzählige Produkte, durch die Eier zu ersetzen sind. Oft schon gesehen, ab und an auch probiert, vegane Mayonnaise. Wenn man an solche Produkte mit der Erwartungshaltung „Das muss nun genauso schmecken wie meine Mayonnaise, die ich immer nehme“rangeht , dann wird das nichts. Dann würde es aber auch genauso nichts werden, wenn die Entscheidung auf eine andere Mayo-Sorte mit Ei fallen würde. Beim Backen sind Eier auch relativ einfach zu ersetzen und was Kekse, die Ei oder so enthalten, angeht, muss ich sagen, dass es da relativ viel Auswahl gibt. Schließlich ist eine Allergie gegen Hühnereier in welcher Form auch immer nicht so selten und eben diese Verbraucher müssen auch angesprochen werden und das ohne Ei. Das sind alles Möglichkeiten und gerade die letztere ist mir wegen meines Cousins, der auch eine Eierallergie hat, nur zu gut bekannt.

Was tun, wenn nun ein Verzicht auf Ei nicht in Frage kommt, die Gründe seien mal dahingestellt. An der Stelle sei gesagt, dass ich auch nicht auf Eier verzichte. Wie vielleicht schon ab und an indirekt angedeutet, bin ich ein Bio-Fan. Meine Eier kommen entsprechend nicht aus der großen Massentierhaltung, sondern vom Bio-Hof ein paar Orte weiter. Aber auch in dem Bereich findet teils eine Massentötung von Küken statt. Allerdings bilden sich oftmals Initiativen, die sich gegen das Schreddern von männlichen Küken in der Bio-Haltung einsetzen. Das begrüße ich natürlich sehr und es ist auch einfach zu sehen, der Preis steigt dadurch nicht gerade in besorgniserregende Höhen. Man sieht also: Es geht auch ohne das sinnlose Töten von Tieren als Abfallprodukt. Man muss es nur gesellschaftlich wollen und versuchen, das durchzusetzen.

Grundgesetz, alles Gute!

Hallo Welt,

heute ist ein meiner Meinung nach wichtiger Tag. Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz der Bundesrepublik in Kraft, dessen Gültigkeit zwar immer noch von einigen Verschwörungstheoretikern bezweifelt wird. Dass das jedoch, man möge mir den Ausdruck verzeihen, ist vollkommener Schwachsinn. Gut, Reichsbürger kommen meistens auch aus der rechten Ecke und das Grundgesetz mag für diese nun nicht gerade das sein, was erwünscht ist.

Das Grundgesetz ist eines der wenigen Themen, in denen ich, bis auf ein paar kleine winzige Änderungen, konservativ bin. Es ist auch immer ein schönes Thema im Politikunterricht, ich diskutiere ab und an ganz gerne darüber, was nun grundgesetzkonform ist und was nicht. Vor allem die Grund- und Bürgerrechte liegen mir sehr am Herzen, was im Kern ja schließlich auch piratig ist. So sehe ich im Fernmeldegeheimnis, das im Grundgesetz verankert ist, noch immer das Verbot einer Massenüberwachung wie durch die Vorratsdatenspeicherung und das Bundesverfassungsgericht wird dies hoffentlich auch so beurteilen.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir das Grundgesetz haben und daher dieser kleine Post mit Alles Gute ans Grundgesetz.