Verhütung – Pille reicht doch!

Hallo Welt,

heute soll es mal um ein etwas unpolitischeres Thema gehen, das zwar auch von einer politischen Ebene angegangen werden kann, aber ich werde mich hauptsächlich auf den gesellschaftlichen und medizinischen Aspekt beschränken. Zunächst einmal will ich hier auch kein Verhütungsmittel verteufeln, während ich ein anderes bis in den Himmel lobe. Klar habe ich da meine Präferenzen und kann aus (persönlichen) Erfahrungen berichten, aber da versuchen, anderen Menschen vorzuschreiben, dass sie nun bitte Verhütungsmittel XY ausprobieren sollen, weil das ja so viel besser ist als YZ, will ich nicht.

Um gleich schon mal etwas gesellschaftlicher anzufangen bin ich der Meinung, dass Verhütung keinesfalls nur die Sache des einen Partners ist. In cis-heterosexuellen Beziehungen sei das die Aufgabe der Frau, schließlich könne sie ja als einzige schwanger werden. Allerdings sind in der Hinsicht auch Männer in der Verantwortung, zu schauen, dass sie einerseits nicht für eine Schwangerschaft der Frau sorgen und andererseits keine Geschlechtskrankheiten zu bekommen. Das ist einfach eine Sache beider (Sexual-)Partner sich um die Verhütung zu kümmern. In gleichgeschlechtlichen Beziehungen beispielsweise können Frauen untereinander auch Lecktücher einsetzen, die auch für heterosexuellen Geschlechtsverkehr geeignet sind. Daher finde ich, dass generell alle Menschen, die das Thema Sex betrifft, entsprechend über die Wirkungsmechanismen von verschiedensten Verhütungsmitteln aufgeklärt sein sollten und im Idealfall Safer Sex betreiben. Ich will mich jetzt erst einmal auf drei Methoden beschränken.

Das berühmteste Verhütungsmittel und auch in Diagrammen zur Bevölkerungsentwicklung nachweisbar: Die Antibabypille (auch, wenn ich den englischen Ausdruck „birth control pill“ besser finde). Sie ist das am häufigsten genutzte Verhütungsmittel in den Industrienationen und immer mal wieder in den Medien bezüglich mancher Einzelfälle mit sehr starken Nebenwirkungen, was dann entsprechend auch zu Verboten geführt hat. Ganz abstreiten lässt sich definitiv nicht, dass gravierende Nebenwirkungen auftreten können, aber auf alle Anwender gerechnet kann man dabei wirklich von Einzelfällen sprechen. Nichtsdestotrotz enthält die Pille keinen kleinen Hormoncocktail mit nicht gerade wenig Nebenwirkungen. Depressionen können verstärkt werden, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, gesundheitliche Einschränkungen sind nicht selten. Nimmt man noch die Blutgerinnsel dazu, die auftreten können und ziemlich oft kritisiert werden, hört sich das alles nicht mehr so schön an. Natürlich kann das alles nur passieren und muss nicht passieren. Wenn jemand die Pille nimmt, damit wunderbar klar kommt und keinerlei Nebenwirkungen verspürt, dann ist das super. Dennoch sollte man sich bewusst sein, was genau alles passieren kann, wenn man dem eigenen Körper täglich diese Hormone zuführt. Das Argument mag zwar ausgelutscht sein, aber darin ist einiges an synthetischen Hormonen enthalten, die über diverse Körperflüssigkeiten ausgeschieden werden, nicht so einfach wieder abgebaut werden können und ins Wasser gelangen. Das sollte man ab und an auch bedenken. Dennoch hat die Antibabypille Vorteile, eine hohe Sicherheit und sofern man entsprechend darüber aufgeklärt ist, ist es meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung, sich selbst dafür zu entscheiden, dieses Medikament zu nehmen. Ich persönlich bin davon abgekommen, weil ich familiär was Herz-Kreislauf-Erkrankungen und speziell Blutgerinnsel angeht von beiden Seiten aus belastet bin. Da war ich schon während der Einnahme verdammt panisch, dass irgendetwas passiert und das will ich mir einfach nicht antun. Das gilt quasi für alle hormonellen Präparate, von daher musste ich mir irgendwann Alternativen suchen.

Eine der alternativen Verhütungsmethoden, die zudem nicht gerade kostenintensiv ist, ist die natürliche Familienplanung. Das hört sich jetzt etwas paradox an, weil die Methode dazu verwendet werden kann, die fruchtbaren Tage zu ermitteln, wenn eine Schwangerschaft erwünscht ist. Genauso kann man aber, wenn man die fruchtbaren Tage kennt, eine Schwangerschaft verhindern. Ich will an der Stelle nicht genau darauf eingehen, wie das alles funktioniert und wie man das denn macht. Dennoch sei gesagt, dass das meiner Meinung nach eine gute Methode ist, den eigenen Körper kennenzulernen. Man bekommt ein Gefühl für den eigenen Menstruationszyklus, achtet  vielleicht intensiver auf sich selbst und kann so auch außerhalb einer (sexuellen) Beziehung für das Körpergefühl angewendet werden. Die Methode ist, natürlich nur, wenn sie richtig angewendet wird, recht sicher. Das Problem dabei ist allerdings, dass es zunächst einmal ein paar Probezyklen braucht, damit man ein entsprechendes Körpergefühl entwickeln kann, um die fruchtbaren Tage wirklich genau herauszufinden. Gerade, wenn eine ungewollte Schwangerschaft wirklich gar nicht funktionieren würde, vertraue ich persönlich der Methode eher weniger, weil ich mir verdammt sicher sein will, dass es nicht zur Befruchtung kommt. Falls ich mich dann also um einen Tag verschätze, könnte es das schon gewesen sein. Das will ich mir selbst nicht antun, vor allem komme ich nicht gut mit den Gedanken klar, was wäre, wenn nun doch etwas passiert ist, was eigentlich gar nicht hätte passieren sollen. Daher empfinde ich das höchstens als Begleitmethode gut, in anderen Belangen bin ich mir einfach zu unsicher.

Das dritte Mittel im Bunde, das leider noch nicht so verbreitet ist, funktioniert quasi wie eine Kupferspirale, nämlich die Kupferkette. Das Prinzip ist ähnlich, die Kette wird nur anders in der Gebärmutter befestigt. An sich definitiv eine gute Idee, vor allem, weil es auch und gerade für junge Menschen geeignet ist und weniger Nebenwirkungen hat als beispielsweise die Antibabypille. Verstärkte Menstruation ist da das Harmloseste, beim Eingriff könnte es passieren, dass die Gebärmutterwand durchstochen wird und eine Operation notwendig ist, um das Ganze wieder hinzubiegen. Hört sich im ersten Moment schlimm an, ist es bestimmt auch, aber zum Glück passiert das relativ selten. Wenn man davor sehr große Angst hat, sich so was aber trotzdem machen lassen will, ist es vielleicht besser, dass in einer Praxis mit Krankenhausnähe machen zu lassen. Es ist ein meiner Meinung nach recht schmerzhafter Eingriff, allerdings ist nach einer kleinen Betäubung die Welt wieder in Ordnung – zumindest für mich. Man kann als Anwender quasi nichts falsch machen, weil die Kupferkette nur mit Hilfe eines Gynäkologen eingesetzt und wieder entfernt werden kann. Gerade nach dem Einsetzen lebt man dennoch mit der Angst, das Ding gleich wieder zu verlieren, denn direkt danach ist die Wahrscheinlichkeit dazu am höchsten. Die ersten Menstruationen müssen sich auch überhaupt erst einmal auf das Kupfer einspielen und können so ungewohnt heftig ausfallen. Das regelt sich allerdings mit der Zeit, wenn der Körper sich darauf eingestellt hat. Verhältnismäßig wenig Nebenwirkungen, eine Haltbarkeit von ein paar Jahren, quasi für jeden Menschen mit Gebärmutter nutzbar. Warum ist das also nicht weiter verbreitet? Zum einen liegt das an dem Alter des Verhütungsmittels. Zum anderen an den Kosten. Die Kupferkette gehört leider zu den Mitteln, die gar nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen übernommen werden. Das führt dann schnell dazu, dass Kosten um den Betrag von etwa 200€ entstehen. Das Geld hat nicht jeder mal schnell parat.

Aber das führt mich eigentlich zu einem anderen Punkt. Meiner Meinung nach sollten Verhütungsmittel entweder sehr günstig oder kostenlos erreichbar sein. Denn egal, wie wenig oder wie viel Geld Menschen haben, die meisten von ihnen werden vermutlich Sex haben. Generell ist es dabei besser, die Menschen nicht einfach aus Geldnot gar nicht verhüten zu lassen und damit die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten und die Entstehung von Schwangerschaften zu begünstigen, sondern entsprechend die Verhütungsmittel zu finanzieren. Geschlechtsverkehr mag zwar kein Grundbedürfnis sein, allerdings ist eine Tabuisierung des Themas aufgrund moralischer Vorstellung, die in unserer Gesellschaft herrschen, insgesamt gesehen falsch.

TTIP – Transparenz-Tod internationaler Politiker

Hallo Welt,

heute findet die große Demo gegen TTIP in Hannover statt. Ich werde leider nicht dort sein können, wünsche aber schon mal allen Teilnehmern viel Spaß und hoffe, dass zahlreicher Besuch dort sein wird. Auch den Livestream gibt es auf entsprechender Seite. Diesmal werben Angela Merkel und Barack Obama persönlich für das Freihandelsabkommen.

Das ist insofern interessant, weil die Zustimmung zu TTIP auf beiden Seiten des Atlantiks immer stärker sinkt. Laut aktuelleren Umfragen hält sich die Begeisterung doch sehr in Grenzen: 17% auf deutscher Seite dafür, 15% auf der US-amerikanischen. Sehen wir uns Umfragewerte für die ganze EU an, zeigt eine Bürgerbefragung des letzten Jahres, dass ganze 97% das Abkommen ablehnen. Ich gehe zwar bei der Bürgerbefragung davon aus, dass 2015 nicht ganz so viele Menschen dagegen waren, halte diese große Ablehnung, die sich durch die gesamte EU zieht, aber für durchaus realistisch. In Deutschland kann natürlich immer noch dafür geworben werden, dass wir daraus den größten Profit schlagen würden, weil wir eine große Exportnation sind. Wie genau das mit dem Wirtschaftswachstum aussehen würde, ist natürlich noch immer sehr fraglich. Das hat auch schon im Entwicklungsprozess sehr früh eine Studie gezeigt, die von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde: 0,5% Wirtschaftswachstum in 10 Jahren ist so das konkrete Ergebnis, das sich finden lässt. Wen die restlichen Zahlen interessieren, die Studie ist hier zu finden.

Das waren viele Zahlen, aber gerade in den USA wird es noch interessanter. Im aktuell laufenden Vorwahlkampf positioniert sich die Mehrheit der vorderen Kandidaten mehr gegen TTIP. Der populistische und nationalistische Donald Trump bleibt lieber – ganz wie der Nationalismus es fordert – am liebsten innerhalb seiner eigenen, tollen Vereinigten Staaten. Positiv gesinnt ist er auch nicht gegenüber anderen Freihandelsabkommen wie dem bereits bestehenden Abkommen NAFTA. Wie soll denn „Make America Great Again“ auch ohne genügend Nationalismus funktionieren können? Hillary Clinton, die bezüglich TTIP ihren Kurs gewechselt hat, reagiert vermutlich auf die immer lauter werdenden Proteste und kann laut eigener Aussage, nachdem, was sie über das Abkommen weiß, dieses nicht unterstützen. Dass Bernie Sanders sich gegen TTIP stellt, ist keine Überraschung. Immerhin ist er der Kandidat, der am weitesten links steht von jenen, die aktuell eine Chance haben und ist Freihandelsabkommen gegenüber generell negativ eingestellt. Lediglich Ted Cruz, der Republikaner, der immer weniger Chancen hat, befürwortet TTIP. Obama, der bald vermutlich als lame duck gilt, versucht noch, das Abkommen positiv zu bewerben, allerdings wird das Thema sich zeitlich sowieso bald erledigt haben, wenn die Verhandlungen noch weiter hinausgezögert werden können.

Auf der europäischen Seite versucht natürlich immer noch die Handelskommissarin Malmström, das Freihandelsabkommen positiv darzustellen. Sie kann ja die Angst der Deutschen nicht verstehen. Ich würde die Angst der Deutschen und der Europäer auch nicht verstehen können, wenn ich noch nicht einmal versuchen würde, die Gegenargumente ernst zu nehmen und stattdessen Positionen der EU bezüglich TTIP veröffentlichen würde statt direkt das ganze Dokument mit aktuellem Verhandlungsstand. In den eigenen Dokumenten kann man die Situation noch positiv darstellen, aber wenn das Abkommen selbst frei öffentlich zugänglich wäre, dann wäre der Widerstand gegen TTIP vermutlich noch größer. Natürlich können alle, die das Abkommen nicht gelesen haben, nur mutmaßen, was dort drin steht. Aber wenn es nicht veröffentlicht wird, dann hat das sehr wahrscheinlich auch seinen Grund. Die Abgeordneten, die kein Wörtchen darüber verlieren dürfen, was sie gelesen haben, können das Dokument auch nicht frei lesen, nein, es wird überwacht, dass die bösen Parlamentarier, die das Volk vertreten, nichts unrechtes tun. Ein Freihandelsabkommen unter Verschluss und ein Text, über den man im Nachhinein nicht sprechen darf. Das nenne ich Transparenz.

Dabei ist es nicht wirklich verwunderlich, warum so eine große Mehrheit sich gegen das Abkommen ausspricht. Davon muss auch nicht jeder gegen Freihandel an sich sein. Freihandel ist im Grunde genommen gar keine so schlechte Idee. Was würden wir beispielsweise ohne den Binnenmarkt der EU tun? Natürlich sind einige Abkommen negativ, vermutlich sogar der Großteil der Abkommen. Dennoch muss das nicht heißen, dass Freihandel was schlechtes ist. Man könnte beispielsweise erst einmal damit anfangen, die Zölle zwischen der EU und den USA (schrittweise) zu senken, bis sie ganz verschwunden sind. Danach müsste in den Prozess des Freihandels zwischen EU und USA die Bevölkerung integriert werden. Mir ist klar, dass die Bürger der EU und der USA keine Handelsexperten sind, aber ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, wenn sie ein Mitbestimmungsrecht bekommen, ob sie überhaupt eine Freihandelszone wollen und wenn ja, wie die Standards aussehen müssen. Denn ich nehme an, beide Seiten wollen, so egoistisch das auch klingt, für sich selbst die besten Standards. Aber ich denke, dass das noch zu weit gedacht ist und sich in der Zukunft zeigen würde.

Schulisches Handyverbot – realitätsnah?

Hallo Welt,

als Schülerin erlebe ich tagtäglich hautnah etwas, das sich Handyverbot nennt. Das kümmert allerdings die wenigsten Schüler und Lehrer. Trotzdem ist die Nutzung des Handy laut Hausordnung verboten, neuerdings kennt meine Schule sogar das Wort „Smartphone“ dafür. Das ist beeindruckend für eine Schule, in der man 4 Computer für die gesamte Schülerschaft bereit stellt. Es waren einmal 6, aber da sich niemand um die Wartung kümmert, passiert da auch nicht viel. Was die technische Ausstattung angeht, sind wir also nicht gerade weit vorne. Da ist ein Handyverbot eigentlich gar keine großartige Überraschung mehr. Leider ist die Entwicklung oder eher diese Versteifung im ganzen Bildungsbereich zu beobachten.

Es besteht also noch immer der Wunsch, das Smartphone oder veraltet Handy genannt zu verteufeln, aus dem Unterricht zu halten, am liebsten gar nicht in der Schule zu sehen. Weil böse. Weil lenkt zu sehr ab. Weil Schüler zu viel auf das Ding in der Hand starren. Weil Gefahr der Onlinesucht. Weil Cybermobbing möglich. Und natürlich Pornos. All diese Probleme werden aber nicht gelöst, indem man die Handynutzung einfach verbietet. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Schüler durchaus in der Lage sind, Smartphones so zu halten und dann zu nutzen, dass Aufsichtspersonen das meistens nicht mit bekommen. Probleme nicht gelöst, sondern teilweise sogar noch verstärkt und Handy aus dem Unterricht verbannt weil böse. Eigentlich ist es als Schüler sehr schwer nachzuvollziehen, warum dieses kleine Ding, das man in der Hand hält, böse sein soll, wenn damit doch so viel Wissen abrufbar wird. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen haben ich mich im Unterricht so schlecht informiert gefühlt, dass es ein Leichtes war, Wikipedia, Spektrum oder eine andere Seite zu öffnen, um mir das erklären zu lassen, wenn auf meine Fragen ein „Weiß ich selbst nicht“ geantwortet wurde. Wissenslücken, auch Seiten des Lehrers, könnten damit problemlos recherchiert werden, was zum Glück auch der ein oder andere trotz geltendem Handyverbot zulässt. Vermutlich einer der Privilegien der Oberstufe. Apropos Oberstufe. Das sind Menschen, die bald auf die Universität und Berufswelt losgelassen werden, die bald volljährig werden oder es schon sind. Da finde ich es persönlich etwas lächerlich, die Smartphonenutzung komplett zu verbieten. Auto fahren, Verträge unterzeichnen, heiraten und wählen wird uns zugetraut, aber über die Nutzung unseres Handys entscheiden? In dem Alter sollte jeder selbst wissen, wie viel Handykonsum man sich zumuten kann und trotzdem noch im Unterricht aufpassen kann. Und selbst wenn nicht, wird man es spätestens in der nächsten Kursarbeit erfahren. Und wenn dann diese Kursarbeit noch relevant für’s Abitur ist, gerade dann wissen die meisten, wie viel Handy vertretbar ist und wie viel nicht. Der Großteil ist freiwillig in der Oberstufe, wir könnten jederzeit gehen und beispielsweise eine Ausbildung beginnen. Ein bisschen Entscheidungsfreiheit könnte man uns da schon zutrauen, oder?

Generell wäre statt einem pauschalen Verbot der Einsatz zum Lernen mit einem Smartphone und generell Computern sinnvoll. Wie heißt die Vokabel nochmal, wie sieht der Graph aus, ohne dass ich ihn selbst zeichnen muss, wie ist der aktuelle HDI von Deutschland und heißt es Gratwanderung oder Gradwanderung? Zugegeben, das lassen manche Lehrer aktuell sogar zu. Dann profitieren alle von der Technik, aber das ist eher die Ausnahme statt der Regel. Schließlich herrscht ja das generell Handyverbot. In der Theorie zumindest. Daran hält sich nur fast niemand. Einige Lehrer legen ihr eigenes Handy sogar offen auf den Tisch und linsen bei einer angekommenen Nachricht mal ab und zu rüber, während wieder andere den kleinen Helfer dämonisieren und darüber reden, wie schön doch so eine Unterhaltung mit echten Menschen und nicht mit seinem Handy ist. Aber auch viele Schüler sehen es nicht ein, dass sie ihr Smartphone wegstecken sollen. Ich auch nicht. Meinen sozialen Kontakten in der Schule hat das nicht geschadet. Meinem Jahrgang geht es ähnlich. Wir sind bestens miteinander vernetzt, im Real Life wie im Internet. Durch das Internet sogar mit manchen mehr, als ich es im Real Life tun würde. So erfuhr ich, dass jemand, mit dem ich noch nie über das Thema geredet habe, sich sehr für die Rechte von geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten einsetzt. Dadurch konnte mich jemand fragen, wie ich das eigentlich mit meinen Haaren mache. Ach ja, und ich erfuhr von einem YouTube-Channel eines Mitschülers, weil Twitter mit das irgendwann mitteilte. Ähnlich könnte man auch Nachrichten in der Schule nutzen. So muss niemand jemanden suchen, der am anderen Ende der Schule Unterricht hat, weil man sich noch unbedingt was kopieren musste. Bei Gruppenarbeiten muss niemand mehr für sich selbst mitschreiben, weil in der nächsten Stunde ja jemand krank sein könnte. Ein Schulfach Medienkompetenz könnte über die Gefahren aufklären wie Cybermobbing, was so oder so stattfinden würde, ob Handyverbot oder nicht, so traurig die Realität in dem Fall auch ist, Onlinesucht, Pornographie und was eigentlich mit den eigenen Daten so passiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass bei Kindern und Jugendlichen der Punkt Onlinesucht und Pornographie durch das Datenvolumen eingeschränkt werden, was dann sehr schnell weg wäre. Trotzdem kann eine Aufklärung im Zuge des Faches Medienkompetenz nicht schaden.

Es ist also schon längst an der Zeit, das sowieso schon veraltete Handyverbot aufzugeben. Ein pauschales Verbot verschlimmert die Probleme nur, weil sie überhaupt nicht mehr kontrollierbar werden. Ganz abgesehen davon halten sich die meisten, Schüler als auch Lehrer, sowieso nicht dran und damit geht es vollkommen an der eigentlichen Realität und heutiger Lebenswelt vorbei.

Feminismus, Post Gender, Gleichstellung und ich

Hallo Welt,

heute werde ich versuchen, meine Position in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit halbwegs verständlich darzustellen. Dabei gibt es gefühlt hunderte verschiedenste Varianten, wenn ich mich so im Netz umschaue und sobald ich englischsprachig werden sowieso noch viel mehr.

Zunächst einmal definiere ich mich selbst nicht als Feministin. Ich tue zwar vermutlich das, was auch Feministen tun, dennoch sehe ich mich nicht zu dieser Gruppe zugehörig. Warum? Im Grunde genommen  ist Feminismus nicht direkt etwas Negatives. Wikipedia sagt dazu

Feminismus bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt

Soweit so gut Ziele, denen ich zustimme. Ich finde Gleichberechtigung zwischen allen Geschlechtern, nicht nur Mann und Frau, sondern natürlich auch den nicht-binären Geschlechtern, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Als ein großer Fan des Grundgesetztes empfinde ich Menschenwürde als etwas wunderbares und wünsche mir, dass irgendwann auch die ganze Welt davon profitieren kann. Selbstbestimmung ist für mich auch ein sehr hohes Gut. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit erhalten, in einem großen Maße über sich selbst bestimmen zu können, sofern er dabei einem anderen Menschen nicht schadet. Aktionen wie „Mein Bauch gehört mir“ im Zuge der früheren Abtreibungsdebatte haben mit dazu beigetragen, dass Frauen mehr von dieser Selbstbestimmung zugestanden bekamen. Ähnlich ist es zu sehen, als endlich Vergewaltigungen in der Ehe unter Strafe standen. Auf jeden Fall positiv zu bewerten und ein großer Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit. Außerdem bin ich sowieso kein Freund von Sexismus und (Geschlechter)klischees. Frauen müssen pink mögen, sich schminken, tausende von Schuhen haben und noch mehr kaufen wollen, süß sein, natürlich vollkommen emotional sein und Stimmungsschwankungen sind immer auf die Menstruation zurückzuführen. Genauso müssen Männer immer harte Machos sein, dürfen nicht weinen, müssen hart anpacken können, Bier und andere alkoholische Getränke in Massen trinken, auf gar keinen Fall Röcke tragen oder sich schminken und wehe, ein kleiner Junge wünscht sich mal eine Puppe. Das ist der Sexismus, den wir in unserer Gesellschaft im Alltag erleben und von dem man leider noch oft immer hört in Form von „Das ist halt so, das ist biologisch so“. Darüber rege ich mich immer gerne auf. Und dann haben wir auch noch die ganzen Probleme, unter denen Frauen auf anderen Kontinenten leiden. Unterdrückung in verschiedensten Formen, der Missbrauch als Gebärmaschine, grausame Beschneidungen oder die Tötung von weiblichen Säuglingen bzw. die Abtreibung unter dem Aspekt, dass man sich einen Jungen als starken Erben gewünscht hat. Als das ist menschenverachtend und natürlich abzunehmen. In dem Sinne scheine ich wohl schon mit dem feministischen Grundgedanken übereinzustimmen. Allerdings glaube ich, dass das noch viel mehr Menschen tun, die sich so wie ich nicht selbst als Feministen sehen, aber genau diesen Grundgedanken als richtig und wichtig empfinden.
Wo ist also nun das Problem? Feminismus ist nun mal leider nicht nur dieser Grundgedanke. Es gibt so viele Unterströmungen des Feminismus, alleine Wikipedia kennt 10. Die geschichtliche Entwicklung spielt noch mal eine Rolle und insgesamt ist die Gruppe derer, die für Feminismus kämpfen, nicht gerade klein. Mich stört es allerdings sehr, dass dort Menschen mit am lautesten schreien, mit denen ich mich so gut wie gar nicht identifizieren kann. Eine Alice Schwarzer sieht die Selbstbestimmung nur bis zu dem Punkt, bis zu dem sie sie selbst für die eigene Ideologie instrumentalisieren kann und lehnt Frauen, die sich frei und einvernehmlich für den Beruf des Sexarbeiters entscheiden, ab, genauso wie Pornographie und vermeidet somit, die Situation von Frauen in den Berufen so zu verbessern, dass die Sorge um Freiheit und Einvernehmlichkeit minimal wird. Genauso lehnt sie es ab, wenn Frauen sich frei und einvernehmlich dazu entscheiden, BDSM auszuleben oder, etwas aktueller, dürften laut der Emma Frauen kein Kopftuch tragen, selbst wenn es sich dabei um eine freie Entscheidung handelt. Die Ächtung durch einen Feminismus nach Alice Schwarzer schränkt eher die Selbstbestimmung ein, als dass sie sie ausweitet. Ich will nicht zusammen in einer Gruppe sein, in der die Emma, ein feministisches Magazin, mit der AfD kuschelt. Ich will nicht zu einer Bewegung gehören, in denen einige Stimmen schreien, dass jeder Mann ein Vergewaltiger ist, der dadurch das Böse darstellt und diskriminiert werden muss. Ich halte den Begriff „Rape Culture“ für zu hart und scheue mich deswegen, das Wort zu verwenden, obwohl ich genau weiß, dass es durchaus genügend Fälle gibt, in denen sexuelle Gewalt bewusst klein geredet wurde. In dem Punkt, dass es nicht sein kann, das Frauen eine Teilschuld an sexuellen Übergriffen bekommen.  Ich will nicht zu einer Bewegung gehören, die sich Frauenquoten, gegenderte Sprache oder besondere Förderungen für Frauen in MINT-Berufen wünscht. Ich selbst wünsche mir, dass jeder Mensch nach Qualifikation in Berufe kommt, habe mir selbst angewöhnt, dass ich kein Sternchen brauche, um alle Menschen zu meinen und bin der Meinung, dass jeder Mann, jede Frau, jeder nicht-binäre Mensch entsprechend des eigenen Talentes gefördert werden soll. Als Frau, die selbst mal was im MINT-Bereich machen will, weiß ich, dass da sehr viel gefördert wird, aber ich will mit meinen männlichen Freunden zusammen an einer Uni sitzen, einen MINT-Studiengang vorgestellt bekommen und mich darüber ärgern, dass der Autofahrer neben uns so schlecht geparkt hat, dass ich mit meinem großen Auto nur Ärger habe und dabei keinerlei Witze über irgendein Geschlecht hören. Das mag dem feministischen Grundgedanken entsprechend, der schon zu Anfang erwähnt wurde. Nur gibt es durch die vielen verschiedenen Interpretationen von Feminismus viele Ansichten, die ich so nicht teilen kann. Daher will ich mich selbst nicht in die Gruppe der Feministen stecken. Trotzdem verteidige ich gerne den Grundgedanken gegen selbsternannte Antifeministen. Es ist ähnlich wie meine Verteidigung für Veganer, wenn militante Fleischesser, zu denen ich ja selbst gehöre, der Meinung sind, leicht zu widerlegende Argumente hervorbringen á la „Fleisch ist ja vollkommen gesund und ohne kann man nicht lange überleben“ oder „Vegane Ernährung ist Mangelernährung“. Ich sehe mich selbst da ziemlich zwischen den Fronten und will mich nicht auf eine Seite stellen und in dem Graubereich bleiben, weil weder das eine noch das andere meine Meinung zu hundert Prozent widerspiegeln kann.

Mir ist also mehr und mehr bewusst geworden, dass mir das Geschlecht meines Gegenübers in der Regel vollkommen egal ist. Ich bin kein Mediziner und das Geschlecht im Sinne von Geschlechtsorgan (sex), nicht Geschlechtsidentität (gender), meines Gegenübers wird höchstens zu dem Zeitpunkt wichtig, ab dem ich sexuelles Interesse entwickle. Soweit bin ich also über Geschlechter hinweg. Ich habe immer wieder versucht, sämtliche Geschlechterklischees zu verwerfen. Das klappt erstaunlich gut. Der Mensch, der vor mir steht, wird nicht über sein Geschlecht definiert. Der Mensch, der vor mir steht, ist in erster Linie ein Mensch mit Interessen, Träumen und Idee, ein eigenes Individuum. Das Geschlecht spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Genauso sollte es für den Staat sein. Was spielt es denn bitte in der Verwaltung für eine Rolle, ob der Mensch dort nun weiblich, männlich, gar nichts, was dazwischen oder etwas anderes nicht-binäres ist? Genauso ist es vollkommen irrelevant, ob mein Kind mit dem Namen Kim nun biologisch als weiblich, männlich oder intersexuell gilt. Warum sollte ich dazu noch einen geschlechtseindeutigen Vornamen vergeben müssen? Ich wünsche mir Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung für jeden Menschen. Mann, Frau und Nicht-Binäre sollen alle Röcke tragen, weinen, sich schminken, sportlich sein und ihre Lieblingsfarbe nennen dürfen ohne dabei irgendwie diskriminiert zu werden. Männer sollten nicht pauschal aufgrund ihres Geschlechtes Vergewaltiger und pädophil sein, vor allem, wenn sie in Kindergärten arbeiten. Frauen sollten nicht als übertrieben emotional gelten und in kurzer Kleidung als Frischfleisch angesehen werden. Nicht-binäre sollten nicht an den Kopf geworfen bekommen, dass sie sich ja nur eine Geschlechtsidentität aussuchen, um als eine ganz besondere Schneeflocken zu gelten. Generell sollten all diese Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, im gleichen Maße respektiert und gesellschaftlich anerkannt werden. Kurz auch Post Gender. Frauen und Männer unterscheiden sich nicht so stark wie Geschlechterklischees behaupten. Letztendlich sind das alles Menschen. Und im Zuge der Tatsache, dass es sich dabei um Menschen handelt, ist es für mich genauso Post Gender wie Grundgedanke des Feminismus, Gewalt gegen Frauen hier als auch im Rest der Welt abzuschaffen. Post Gender beruht letztendlich darauf, dass alle Geschlechter gleich sind (was sie ja auch sind) und gerade deswegen aufgrund des Geschlechts keine Diskriminierung, kein Sexismus stattfinden kann. Wenn das Geschlecht vollkommen egal ist, kann auch gar keine Gender Pay Gap, die noch immer ein Problem ist, auftreten. Frauen können dann gar nicht mehr als nicht rentabel aufgrund einer möglichen Schwangerschaft gelten, weil eben auch der Vater, die Mutter, der zweite Vater, die zweite Mutter oder das dritte Elternteil, sofern es legalisiert wird, dass polyamore Familienverhältnisse möglich sind, zuhause bleiben und sich um das Kind kümmern kann.

Gleichstellung ist für mich auch so viel mehr als die Verwirklichung von Post Gender im gesamtgesellschaftlichen Bereich. Gleichstellung beinhaltet für mich nicht nur Gleichstellung der Geschlechter, sondern auch Gleichstellung unabhängig von der Religion, der Sexualität, der Hautfarbe, der Lebensziele, der Beziehungsmodelle, die Liste lässt sich beliebig erweitern. Kurz gesagt: Sehen wir den Menschen als Menschen ohne die äußeren Umstände.

Drogen für alle oder wie ich begann zu bloggen

Hallo Welt!

Statt einem „Hallo Welt“-Programm, das so ziemlich das Erste ist, was man meistens so programmieren kann, starte ich meinen Hallo Welt-Blogeintrag. Ich hatte zwar davor schon den ein oder anderen Blog, aber reden wir nicht drüber. Das sind damals Versuche geblieben und jetzt versuche ich es noch einmal.

Hauptsächlich zu finden sein wird hier (piratige) Politik. Ich selbst bin leidenschaftliche Piratin und versuche immer sehr gerne, politisch mit meiner Partei was zu bewegen. Von Bildungspolitik über Netzpolitik bis hin zu Gleichstellungspolitik lasse ich gerne ab und an mal einen Kommentar da und werde auch versuchen, aktuellere politische Themen abzudecken, je nachdem, wie meine Muse (und meine Zeit) sich so verhält. Eigentlich habe ich keine besondere Vorliebe für eine bestimmte Kategorie der Politik, mir macht das meiste soweit Spaß. Vor allem durch die Piraten habe ich viele liebe Menschen kennengelernt, die mir zusätzlich zeigen, dass Parteipolitik verdammt viel Spaß machen kann.

Die restlichen Themen meines Blogs werden vermutlich eher in die Lifestyle-Richtung gehen. Ich habe bunte Haare, das bietet sich immer wunderbar als Gesprächsthema an. Ab und an reise ich durch die Welt, besuche Konzerte und Festivals, kaufe Alben, Bücher, Spiele, möchte über gesellschaftliche Themen vor mich hin philosophieren und diese Gedanken mit der Welt des Internets teilen, will ab und an auch nur mal meine kreative Seite ausleben, kurz gesagt weiß ich selbst noch nicht ganz genau, wo die Reise mit diesem Rest hingeht. Offen für Vorschläge bin ich aber immer.

Eine kurze Vorstellung meinerseits wäre vielleicht auch nicht ganz verkehrt. Hi, ich bin Lea, bin Schülerin, höre dunkle böse Metalmusik, bin links-liberal eingestellt und interessiere mich für Naturwissenschaften, um es kurz zu machen. Das Internet kennt mich unter „Blue1337Blood“, größtenteils von Twitter. Dort wurde mir auch geholfen mit der Entscheidung, ob ich nun unter die Blogger gehen soll oder nicht. Und da die meisten mich nur unter Drogen ertragen können und ich sowieso für eine liberale Drogenpolitik bin: Drogen für alle!