Warum fallen mir eigentlich nicht die Haare aus?

Hallo Welt,

heute wird es wieder etwas unpolitischer. Es soll einmal wieder um meine Haare gehen. Was ich mit diesen schon alles angestellt habe, das kann man entweder mit einem Blick auf mein Profilbild erahnen oder hier detaillierter nachlesen, denn darüber habe ich schon einmal was geschrieben. Da ich mehr oder weniger regelmäßig blondieren muss, schädigt das auch irgendwo das Haar. Der Bleichvorgang für alles vor mehr als einem Jahr war mit einer Mischung aus 6% und 9% Wasserstoffperoxidanteil. Mein Ansatz wird meistens mit 6% blondiert, das macht bei mir ein sichereres Gefühl als eventuelle 3%, mit denen es auch noch funktionieren könnte. Diese Prozedur ist nicht gerade das, was für das Haar gesund ist. Ich habe noch Glück, mein Haar ist sehr dick, so um die 120 µm, das haben wir lustigerweise mal unter einem entsprechenden Mikroskop nachgemessen, aber das soll nicht das Thema sein. Meine Naturhaare stecken das Blondieren an sich auch relativ gut weg und fühlen sich danach etwas trocken an. Dass sie sich aber kaugummiartig ziehen lassen, das hatte ich bisher glücklicherweise nur, als ich bereits gefärbte Haare blondiert hatte. Sonst pflege ich meine Haare auch noch.

Zum einen geschieht das durch nicht allzu häufiges Waschen. Meine Kopfhaut fettet so gut wie gar nicht. Ich kann quasi eine Woche meine Haare nicht waschen und ich merke es immer noch nicht. Im Grunde bin ich da sehr gesegnet mit. Zu viel waschen ist ja auch nicht gut für die Haare. Zwischendurch kann ich besonders für die Spitzen etwas pflegendes rein machen. Außerdem ist die meiste Pflege, die ich benutze, Naturkosmetik. Aber fangen wir erst einmal dabei an, welches Shampoo und welche Spülung ich verwende. Dort habe ich erst einmal angefangen, mich durch das Alverde-Sortiment zu probieren. Ich habe den Vorteil, dass ein dm quasi einen Ort weiter ist und zusätzlich noch in dem Ort, in dem ich zur Schule gehe. Ich könnte dort also täglich hin, wenn ich Lust hätte. Bezüglich Rossmann, der ja auch das Alterra-Sortiment führt, müsste ich erst einmal eine halbe Stunde fahren. Also habe ich mit Alverde angefangen und habe dort zum einen Shampoo und Spülung mit Hibiskus und Aloe Vera probiert und dieses hier:

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Bei beiden gab es eigentlich keinen großen Unterschied, aber ich habe gerade auf der Seite von dm gesehen, dass es nun statt Hibiskus und Aloe Vera was mit Passionsfrucht und Reis gibt. Das habe ich noch nicht ausprobiert und kann daher nichts dazu sagen. Alverde hat ein bisschen doof geformte Verpackungen, was die Spülung angeht, was man eventuell schon an dem Bild erahnen kann. Ansonsten ist es ganz okay, es macht das Haar nicht kaputt, aber ich habe auch nicht das Gefühl, dass es stark gepflegt wird. Anders ging es mir mit Shampoo und Spülung von Alterra, was ich mir mal gekauft habe, als ich im Rossmann war.

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Damit fühlt sich mein Haar besser an und die Verpackungen sind problemlos zu leeren, anders als bei Alverde. Von daher werde ich vermutlich darauf umsteigen, wenn ich die Produkte von Alverde aufgebraucht habe.

Des Öfteren verwende ich aber noch diverse andere pflegende Produkte. Vor der Haarwäsche mache ich ab und zu entweder Haarbutter oder Kokosöl ins Haar. Die Haarbutter ist von Alverde und riecht nicht nur gut, sondern stört auch nicht durch das zusätzliche Fett nach der Haarwäsche, obwohl man diese danach verwenden kann.

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Gerade diese Haarbutter ist auch sehr ergiebig und muss ich so etwa alle drei Monate neu kaufen.

Kokosöl mache ich auch lieber aus ähnlichen Gründen vor der Haarwäsche rein, von welcher Marke das nun ist, ist eigentlich egal.

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Und auch wenn es dort steht, die Piratenpartei Saarland hat mit diesem Kokosöl eigentlich nichts zu tun. Ich wollte nur kein neues Bild machen. Nebenbei hat das auch den Vorteil, dass man es auch für’s Essen verwenden kann.

Für nach oder besser gesagt während der Haarwäsche habe ich eigentlich unzählige Haarkuren. Ab und zu nehme ich welche vom Frisör mit, die dann auch mal von Paul Mitchell sein können und teste mich durch la vera. Aber immer öfter kaufe ich mir tatsächlich eine Haarkur von Balea.

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Diese ist nicht ganz so pflegend wie ähnliche Produkte von Naturkosmetikmarken, aber dennoch benutze ich sie ganz gerne, nachdem ich schwimmen war, denn Chlorwasser ist für das Haar auch nicht gerade das Beste. Für eine etwas stärkere Pflege nehme ich dann entsprechende Produkte wie dieses:

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Das soll mal als Beispiel zählen für alle Kuren, die ich so benutze, denn diese gehen alle in die Richtung Naturkosmetik. Des Öfteren verwende ich dann zum Trocknen meiner Haare ein Leave In-Produkt, meistens in Spray-Form.

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Das erste Spray ist etwas problematisch was den Faktor Umweltbewusstsein angeht, da ich nicht herausfinden kann, ob dafür Tierversuche eingesetzt wurden oder nicht. Der Liste von PETA vertraue ich da nicht ganz, weil es sich dabei explizit um Firmen handelt, die mit der Organisation in Kontakt standen. Weiterhin sind dort ein paar Silikone drin enthalten, die meines Wissens nach allerdings ohne größere Probleme wieder aus dem Haar entfernt werden können. Dabei müssen die Silikone noch nicht einmal wasserlöslich sein, sondern nur löslich in Hinblick auf Substanzen im Shampoo oder Spülung. Was nun die Fettlöslichkeit von Silikonen angeht, auf dem Gebiet bin ich leider (noch) kein Experte. Aber gerade weil Silikone drin sind, verwende ich das Produkt gerne nachdem ich meine Haare frisch getönt habe, damit die Farbe noch etwas geschützt ist. Das zweite Produkt habe ich mir einfach mal so gekauft, ist sehr ergiebig und inzwischen ein Jahr alt und ich habe es erst bis zur Hälfte geleert. Das dritte Produkt hält auch eine gefühlte Ewigkeit, riecht zwar nicht ganz so gut, aber ist auf jeden Fall auch ganz angenehm.

Das war es eigentlich soweit, was das Thema Pflege angeht, plus natürlich noch ein bisschen testen mit diversen Produkten. Um vielleicht noch eine letzte Frage zu beantworten, was tue ich, wenn ich eine Farbe loswerden will? Gerade auf der Seite, die nicht blau ist, bieten sich da verschiedene Mittel an:

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Damit wasche ich meine Haare dann etwa alle zwei Tage, je nachdem, wie schnell es gehen soll, und hoffe, dass sie schnell wieder heller werden. Meine Haare sind in der Hinsicht sowieso sehr klammernd, ich brauche schon fast einen Strandurlaub, um einen dunkleren Rotton loszuwerden.

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Analsex, Darkrooms und BDSM im Aufklärungsunterricht?

Hallo Welt,

heute geht es um ein Thema, das vor kurzem wieder durch die Medien gegangen ist. Es soll diesmal um Sexualkunde gehen oder das Wort, das ich in dem Kontext bevorzuge, nämlich Aufklärungsunterricht. Meiner Meinung nach sollte es dabei nämlich nicht nur um sexuelle Gegebenheiten gehen. Hintergrund der Diskussion ist unter anderem hier zu finden.

Bevor ich mich allerdings dem Thema widme, was ich denke, was allgemein so im Aufklärungsunterricht von der Schule aus wann behandelt werden sollte, werde ich mich erst einmal mit der erwähnten Kampagne, Schule der Vielfalt, auseinander setzen und ob das auf der Onlinepräsenz wirklich so extrem ist, wie es in den meisten Medien dargestellt wird. An sich ist das Projekt, was den ersten Blick angeht, zu befürworten. Zunächst einmal geht es um die Bekämpfung von Homophobie an Schulen, daneben noch um den Abbau von Diskriminierungen gegenüber Leuten, die irgendwie der Queer- oder LGBT+-Community angehören. Allerdings gibt es ja hauptsächlich Kritik bezüglich der Lehrmaterialien im Punkt Rollenspiele. Genau das habe ich versucht, mir anzuschauen. Ja, versucht. Als ich für diesen Blogbeitrag recherchiert habe, hat mir die Seite gesagt, dass die pdf-Datei bezüglich dem kompletten Modul wohl nicht (mehr) verfügbar ist.

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Gerade an dieser Stelle wäre es sehr interessant gewesen, sich das alles anzuschauen, was so kritisiert wird, aber an der Stelle tut es mir Leid, dass ich das Dokument nicht finde. Wenn der Link wieder funktionieren sollte oder jemand die entsprechende Datei hat, ich bin dafür zu haben und an dieser Stelle kann ich das dann gerne wieder aufgreifen. Daher werde ich nun auf die vermutlich etwas weniger inhaltreiche Übersichtsseite zu Rollenspielen zurückgreifen. Hier finden wir keine konkreten Informationen zu irgendeiner Art der Rollenspielen, in der Anleitung ist lediglich folgender Hinweis noch dazu gegeben:

Grundsätzlich sollten Rollenspiele freiwillig erfolgen. Da in drei der vier Rollenspiele Lesben bzw. Schwule auftreten, sollte die Rollenverteilung unter den Freiwilligen per Los erfolgen, um keine Schülerin/keinen Schüler unter Rechtfertigungsdruck zu setzen.

Dieser Hinweis ist bezüglich der weiteren Diskussion zur Schule über Vielfalt meiner Meinung nach unglaublich wichtig. Es wird also kein kleines Kind dazu gezwungen, Analsex oder ähnliche Praktiken darstellen zu müssen, wenn es das nicht will. Einvernehmen bezüglich jeglichen sexuellen Handlungen ist verdammt wichtig und sollte auch schon in jüngeren Jahren, also hier ist die Rede von Klasse 7, gelehrt werden. Der Punkt ist hier allerdings, dass die meisten Kinder in dem Alter noch nicht wissen, was Analsex ist und selbst, wenn es einer nicht weiß, könnte man dessen Schamgefühl verletzen. Wenn ich mich an die Zeit in der siebten Klasse zurück erinnere, wusste ich persönlich noch nicht, was Analsex ist. Ich habe mich da immer gefragt, warum einige aus meiner Klasse das Wort Uralsee zu Analsee umwandelten und sich dabei kaputt lachten. So viel dann auch zu Reife bei dem Thema. Da ich im Grunde genommen nur die Informationen aus den Medien habe und die wenigen, die Schule der Vielfalt selbst hat, greife ich kurz Rollenspiele mit Dildos, Analsex, BDSM, den Bau eines Bordells und was weiß ich noch alles auf. Davon bin ich kein großer Fan. Die meisten Schüler sind dafür entweder zu jung oder haben es schon geschafft, sich dank Internet selbst aufzuklären. Wenn an irgendeinem dieser Themen ernsthaftes Interesse besteht, dann wird derjenige sich auch intensiv damit beschäftigen. Es ist zwar okay, ab einem gewissen Alter mal am Rande davon gehört zu haben, damit man weiß, dass es noch etwas anderes als die eigene, sexuelle Norm gibt, aber das gleich nachzuspielen halte ich für fragwürdig. Anders sieht es meiner Meinung nach im Bereiche der alltäglicheren Rollenspiele aus. Hier bin ich der Ansicht, dass Kinder ruhig mal eine Diskriminierungssituation darstellen können, um mal ein Beispiel zu nennen, wie ich mir das vorstellen könnte:
Schüler A: „Ey, ich hab gehört, du bist eine Schwuchtel!“
Schüler B: „Ich habe doch nur einen Freund wie ihre eine Freundin.“
Schüler C: „Schwuchtel, Schwuchtel!“
Damit soll dann im Idealfall gezeigt werden, was eben nicht okay ist, wenn Homophobie in der Klasse denn wirklich auftritt. Wenn alle lieb und tolerant sind, kann man auch gerne Rollenspiele durchführen, in denen Homosexuelle dann so behandelt werden, wie sie es eigentlich auch sollten, nämlich wie ganz normale Menschen, was sie ja letztlich auch sind. Sexuelle Handlung müssen da nicht nachgestellt werden, wenn denn was zum Thema Diskriminierung gegen Queer und LGBT+ gemacht werden soll. Übrigens habe ich mir mal den Spaß gemacht, die Suche auf der Seite Schule der Vielfalt mit verschiedenen Suchbegriffen zu füttern. Zu Dildo, anal, Darkroom, BDSM, Fetisch, Vibrator, Sexspielzeug, Lecktuch (was eigentlich ja eine Verhütungsmethode ist, was wichtig werden kann, sobald die sexuelle Handlung einen Menschen mit weiblichen Geschlechtsorganen involviert), Kondom (auch ein nicht unwichtiges Verhütungsmittel, sobald ein Mensch mit männlichen Geschlechtsorganen dabei ist), Penis und Vagina gibt es keinen einzigen Treffer. Zu SM gibt es lustigerweise Treffer, das sind dann aber meistens einfach nur Wörter, in denen irgendwie die Buchstaben S und M hintereinander vorkommen:

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Ähnliches Spiel hat man bei der Suche nach dem Wort Sex. Da das Wort Homosexualität nun einmal die Buchstaben S, E und X hintereinander enthält und es sich um ein Projekt gegen die Diskriminierung von Homosexualität handelt, ist es irgendwo logisch, dass dieser Begriff auftaucht. Da gibt es nur wenig interessante Dinge, beispielsweise das Begriffslexion zum Abgrenzen von Begriffen und es werden sogar Filme ab 16 aufgegriffen. Da gibt es wirklich Schlimmeres, vor allem, weil in meiner Schulzeit auch Filme mit FSK 16 geschaut worden, obwohl nicht alle Anwesenden zu diesem Zeitpunkt 16 waren. Das interessiert in der Regel auch nicht groß, vor allem nicht die Eltern, wenn es mal um ein bisschen mehr Gewalt geht. Die Schule für Vielfalt scheint also eigentlich gar nicht so schlimm zu sein, wenn man von dem Punkt absieht, dass gewisse Rollenspiele keine Option darstellen sollten.

In diesem Zusammenhang wird jedoch auch SCHLAU NRW kritisiert, was ich mir in dem Zusammenhang auch mal ansehen will. Dazu habe ich diesmal funktionsfähige Infomaterialien gefunden, an denen ich mich orientieren will. Dort steht explizit ganz weit vorne schon einmal das drin:

Werden die Jugendlichen in euren Workshops mit Sexualität konfrontiert?

Nein. SCHLAU macht keine Sexualaufklärung, sondern Antidiskriminierungsarbeit. Das bedeutet, dass wir mit den Jugendlichen über Lebensentwürfe und Familienmodelle, über Coming‐out und Diskriminierung sprechen.

Hört sich doch schon einmal gut an, dass hier kein Workshop im Sinne von sexueller Aufklärung bezüglich aller Bereiche der Sexualität, also auch beispielsweise verschiedene Fetische genaustens unter die Lupe genommen werden, stattfindet. Es wird sogar auf die kritisierten Rollenspiele eingegangen:

Wir haben von Methoden gehört, in denen Jugendliche einen Puff planen oder sich Lieblingsstellungen ausdenken sollen. Wendet ihr solche Methoden an?

Nein. In unseren Methoden geht es um Diskriminierung, Klischees, Familienbilder oder allgemein um gesellschaftliche Privilegien. Die Jugendlichen planen keinen Puff, denken sich keine Lieblingsstellungen aus und spielen auch sonst keine Stellungen nach. Alle von uns genutzten Methoden respektieren die Intimsphäre und die persönlichen Grenzen der Jugendlichen.

Laut Projekt scheint es also keine solcher Methoden zu geben. Auch wird scheinbar auf die Freiwilligkeit großen Wert gelegt:

Können die Jugendlichen eure Workshops verlassen?

Ja. Dies ist selbstverständlich zu jedem Zeitpunkt des Workshops möglich. Die Lehrkraft hat für diesen Fall alternative Aufgaben und Themen parat.

Was ich etwas schade finde an diesen Aufklärungsprojekten ist, dass die Queer-Community sich rein auf die Sexualitäten und die Geschlechteridentitäten dreht. Ich persönliche sehe Menschen, die in irgendeiner Weise dem Bild von zwei Menschen, die eine Beziehung führen und nur miteinander auf sexueller Ebene interagieren, auch als Teil der Queer-Community, sowie bestimmte Fetisch- und BDSM-Bereiche. Insofern kann man die beiden Organisationen in ihrer Außendarstellung nicht kritisieren. Da will ich mich allerdings selbst in meiner Aussage einschränken, weil ich keine Ahnung davon habe, was die Materialien von Schule der Vielfalt enthalten haben, aber dazu habe ich weiter oben ja schon was geschrieben.

Nachdem ich mich nun also mit verschiedenen Konzepten der Aufklärung befasst habe, stellt sich natürlich die Frage, inwiefern ich persönlich denke, wie genau in Schulen aufgeklärt werden muss. Das lässt sich eigentlich ganz simpel beantworten: Altersgerecht. Ein Grundschüler wird mit Begrifflichkeiten und Abgrenzungen von Bi- und Pansexualität vermutlich irgendwo überfordert sein und es wird ihn gar nicht interessieren. Es reicht in dem Fall doch einfach, wenn ihnen beigebracht wird, dass es Männer gibt, die Frauen lieben, Männer, die Männer lieben, Frauen, die Frauen lieben, Männer, die Männer und Frauen lieben und Frauen, die Männer und Frauen lieben. Manchmal sogar mehr als eine Person. Bezüglich Geschlechtsidentität kann man auch ganz einfach sagen, dass es Mädchen gibt, die eigentlich Jungen sind und Jungen, die eigentlich Mädchen sind. Bezüglich Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, bin ich mir unsicher, aber ich habe noch die Hoffnung, dass Kindern das Geschlecht irgendwie egal ist, auch wenn es oft heißt „Ich spiele aber nicht mit Jungs/Mädchen!“ Irgendwie habe ich das schon in meiner Kindheit nicht ganz verstanden. Ich war quasi irgendwie Post Gender von Beginn an. In meiner Kindheit sind mir auch nicht viele Geschlechterklischees durch meine Eltern begegnet, die haben mir gerne ’ne Barbie-Puppe gekauft und eine Carrera-Rennbahn mein halbes Zimmer blockieren lassen. Ich wünschte, jedes Kind hätte die Chance so aufzuwachsen und nicht in Geschlechterklischees gezwungen zu werden, nur weil die Eltern eben ein Kind von diesem oder jenen Geschlecht bekommen haben. Irgendwann werden die Kinder dann auch so langsam zu Jugendlichen. So in der siebten bis achten Klasse würde ich es dann als wichtig erachten, dass sie bestmöglich über Safer Sex aufgeklärt werden, wenn das nicht sowieso schon die Eltern tun. Auch gerade Verhütungsmittel wie die Kupferkette, worüber ich schon mal gebloggt habe, die eher unkonventionell sind oder Lecktücher, die ich bereits weiter oben schon einmal erwähnt habe, sollten ein Teil des Unterrichts werden, natürlich noch immer mit Betonung auf Kondom, weil das eben vor sexuellen Krankheiten schützt. Besonders Wert sollte meiner Meinung auch darauf gelegt werden, dass sexuelle Handlungen jeglicher Art immer einvernehmlich sein müssen. Hier würde ich besonders an die Jugendlichen appellieren, dass das, was einvernehmlich ist, in den meisten Fällen auch zu respektieren und zu akzeptieren ist. Das betrifft dann den ganzen Bereich bezüglich anderer Sexualitäten als die Heterosexualität, wobei gerade der noch einmal extra erwähnt werden sollte, genauso wie Polyamory. Verschiedene Fetische, der Lack-, Leder- und Latexbereich, sowie BDSM müssen nicht extra erwähnt werden. Das fällt meiner Meinung nach unter sexuelle Praktiken, die vollkommen okay sind, weil und vor allem wenn sie einvernehmlich ablaufen. Geschlechtsidentität wird in dem Zusammenhang vermutlich wieder wichtiger und hier kann man die Dinge wirklich beim Namen nennen. Ein ungefähr 14-jähriger Jugendlicher sollte nicht damit überfordert sein, wenn er sich grob im Bereich der verschiedenen Geschlechter auskennt und die Begriffe männlich, weiblich, nicht-binär sowie cis und trans unterscheiden kann und alle Menschen eben trotzdem als Menschen zu bewerten sind, was aber auch klar ist. Das ist so das Basiswissen, was meiner Meinung nach jungen Menschen mitgegeben werden sollte. Wenn sie irgendwelche individuelleren Fragen haben, ist es natürlich immer schön, wenn kompetentes Lehrpersonal vorhanden ist, die notfalls auch im Privatgespräch helfen können. Davon kann man aber leider nicht immer ausgehen. Daher sollten vielleicht auch die ein oder anderen Vereine genannt werden, die sich mit solchen Thematiken beschäftigen. Am bekanntesten sollte da der LSVD sein, aber das Internet kennt da meistens auch eine Lösung, vor allem, wenn die Jugendlichen schon mal wissen, dass das, was sie da empfinden, etwas ganz Normales ist, wie jede weiter verbreitete Sexualität oder L(i)ebenseinstellung. Eine Aufklärung in diesem Maße hätte ich mir damals auch gewünscht, aber ich konnte relativ schnell lernen, dass auch mit mir alles normal ist, auch weil ich mich als queer identifiziere. Ich hoffe, dass es vielen Jugendlichen in Zukunft genauso geht, egal, ob sie queer sind oder nicht. Letztlich soll das Ganze ja einerseits auf sexuelle Aktivitäten vorbereiten, andererseits aber auch zeigen, dass nicht das standardmäßige Hetero-Pärchen das einzig Normale in dieser Gesellschaft ist.

Alltagssexismus – Emanzipation gerne, aber doch nicht im Fußball!?

Hallo Welt,

eigentlich hatte ich mir vorgenommen, es bei einem Blogbeitrag zur EM zu belassen. Fußball ist gar nicht mein Themengebiet und interessiert mich auch nicht. Allerdings bekomme ich dank sozialen Medien ab und an leider etwas von der EM mit. Finde ich nicht gut. Allerdings bin ich vor kurzem darauf gestoßen, dass die EM wohl teilweise von einer Frau kommentiert wurde. Das ist im Jahre 2016 etwas ganz normales, finde ich. Mir ist es doch egal, ob der, der ein Spiel kommentiert, sich nun als weiblich, männlich oder was auch immer identifiziert. Schon beim ersten Mal hat es einen ziemlich sexistischen Shitstorm hervorgerufen und wenn ich mich so im Internet umschaue, kommt es mir so vor, dass der Hauptgrund dafür ihre Weiblichkeit ist. Sie als Frau wagt es, Fußball zu kommentieren. Ich habe kein Problem damit, wenn eine Frau wegen ihrer mangelnden Kompetenz kritisiert wird, ob das bei der besagten Kommentatorin der Fall ist, weiß ich schlicht und ergreifend nicht, weil ich mich nicht für die Europameisterschaft interessiere. Allerdings sehe ich die meiste Kritik aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist, als wäre das eine Einstellung gegenüber Fußball, die sie schon gleich als Moderatorin disqualifiziert. Um ein paar Beispiele zu zeigen:

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Ich frage mich ehrlich gesagt, warum das sein muss. Es fällt mir sogar schwer, diesmal auf die Vorwürfe einzugehen, warum eine Frau keinen Männerfußball kommentieren sollte. Sollen Tierdokus dann demnächst auch von Tieren kommentiert werden? Dokumentationen über Länder auch in deren Nationalsprache? Schlimm ist es ja auch, dass einige Frauen in ihren Kommentaren äußern, dass sie als Frauen es nicht okay finden, dass eine andere Frau Männerfußball kommentiert. Auch als Frau ist es möglich, sexistisch zu sein. Schließlich gab es auch einmal Frauen, die gegen das Frauenwahlrecht waren, weil sie als Frauen es nicht okay fanden.

Es ist traurig, dass wir 2016 noch darüber reden, ob eine Frau Fußball kommentieren sollte oder nicht. Ich beneide da ehrlich gesagt auf lange Sicht die Welt, in der das Geschlecht wirklich egal sein wird für irgendeine berufliche Zukunft und sei es Fußballkommentatorin. Ich hoffe ja, dass diese Post Gender-Welt irgendwann verwirklicht wird und bis dahin werde ich weiter diese Form des Alltagssexismus kritisieren. Gerade bei diesem Thema ist es meiner Meinung nach vollkommen logisch, dass das Geschlecht eines Kommentators vollkommen egal für die erbrachte Leistung ist und die Kompetenz des Menschen, und nicht die seines Geschlechts, beurteilt werden soll.

Blut, Blut, Räuber saufen Blut, außer, es kommt von Schwulen

Hallo Welt,

heute ist Weltblutspendetag, daher auch der Titel als Zitat aus „Julia und die Räuber“ von Subway to Sally. An sich natürlich eine gute Idee, schließlich wird immer noch viel mehr Blut benötigt als tatsächlich gespendet wird. Letztlich ist zwar die in Umfragen erfragte Bereitschaft zum Spenden hoch, aber tatsächlich einen halben Liter des eigenen Bluts abgeben? Fehlanzeige bei vielen.

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So kommt es, dass insgesamt relativ wenig Blut zur Verfügung steht. Gerade Blutgruppen wie 0 negativ (oder auch noch positiv) sind recht gefragt, weil sie als (fast) Universalspender fungieren können. Gerade auch jeder von uns könnte in die Situation kommen, in der wir Blut benötigen. Jeder könnte morgen von einem Auto angefahren werden oder einen anderen Unfall haben, auch wenn man das natürlich niemandem wünscht, und in Folge dieses Unfalls Spenderblut benötigen. Das passiert täglich oft genug in Deutschland, wobei viel Spenderblut für die Therapie von Krebs benötigt wird. Allerdings kann dies genauso jeden treffen, wenn auch nicht so wahrscheinlich und nicht so schnell. Wir stellen also fest, es wird viel Blut benötigt. Weiterhin gibt es schon fast zu wenig Blut für zu viele Patienten. Was also tun? Es wird oftmals versucht, Menschen zum Blutspenden zu motivieren, sei es durch kostenlose Versorgung mit Kaffee und Kuchen danach, als auch teilweise mit Aufwandsentschädigungen, mit denen jedoch nicht aktiv geworben werden darf. Klappt eher schlecht als recht, habe ich den Eindruck, weil immer noch irgendwie Blut fehlt.

Angenommen, ich habe nun viele Männer, die sogar noch öfter jährlich Blut spenden dürfen als Frauen, die gerne Blut spenden würden, aber es nicht dürfen. Sie sind gesund, vergleichsweise munter, sind so zwischen 18 und 80 Jahre alt und leiden an keinen Krankheiten, die sie in irgendeiner Art und Weise von der Spende ausschließen. Eigentlich doch super, so viele Spender dem „Markt“ zuzuführen. Da gibt es allerdings ein Problem. Diese Männer sind homosexuell und fallen in die Kategorie „Männer, die mit Männern Sex hatten“ und sind damit für eine Blutspende ausgeschlossen, weil zu einer Risikogruppe gehören sollen. Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 80000 Männer an HIV leiden, während circa 65000 Frauen auch infiziert sind, nach den Zahlen von 2012, wobei natürlich auch Männer, die Sex mit Männern hatten, als Infektionsquelle zählen. Das passiert. Allerdings ist jemand, der homosexuell ist, in einer festen Beziehung lebt, die keine Sexualkontakte nach außen zulässt, und an keiner Geschlechtskrankheit leidet, genauso eine Risikoquelle für eine HIV-Infektion wie ein Heterosexueller. Offenbar gibt es nämlich auch Frauen, die eine Infektion mit HIV haben, also können sich auch heterosexuelle Männer damit infizieren, besonders, wenn sie häufig wechselnde Sexualpartner haben. Hier sind wir wieder an einem Punkt angekommen, der etwas schwierig ist. Was genau sind „häufig wechselnde Sexualpartner“? Zwei Partner pro Jahr? Pro halbes Jahr? Pro Monat? Pro Woche? Pro Tag? Pro Stunde? Die Realität wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Diese Menschen sind bis jetzt übrigens auch von der Blutspende ausgeschlossen. Es muss sich also niemand Sorgen machen, dass selbst wenn homosexuelle Männer nun Blut spenden dürften, gleich eine Epidemie ausbricht und alle etwas promiskuitive veranlagten Menschen und homosexuelle Männer nun auf die Idee kommen, Blut spenden zu wollen. Geht sowieso nicht. Über die Definition von „häufig wechselnde Sexualpartner“ kann ich gerne streiten, Poly-Beziehungen mit beispielsweise drei Menschen, die nur sehr selten Sexualkontakte außerhalb der Beziehung pflegen, sehe ich da auch nicht in einer besonderen Risikogruppe. Bevor ich’s vergesse, Safer Sex sollte man natürlich immer ausüben, egal ob nun Risikogruppe oder nicht. Kommen wir also nun zu unseren Männern, die Sex mit Männern haben. Vor allem in Beziehungen ohne Sexualkontakte außer dieser oder überhaupt ohne eine aktuelle Beziehung und sehr wenig Sexualkontakten ist ein Blutspendeverbot einfach nur noch homophob. Wo keine Sexualkontakte sind oder nur wenige, die dabei sogar noch in einer Beziehung stattfinden könnten, kann generell nicht allzu viel passieren, sowohl bei homo- als auch hetero-, als auch alles weitere-sexuell. Als jemand, der Blut benötigen könnte, wäre mir Blut eines Homosexuellen übrigens viel lieber als gar kein Blut. Manche Risikogruppen mögen ja sinnvoll sein und von der Blutspende ausgeschlossen. Dass ich jemandem, der Blutverdünner nimmt, nicht eine Nadel in den Arm stecke und dem erstmal einen halben Liter Blut abnehme, ist auch irgendwo einleuchtend. Der könnte das Blut danach selbst brauchen. In solchen Fällen ist ein Ausschluss von der Blutspende ja vollkommen verständlich.

Übrigens zeigt das Beispiel der Knochenmarkspende, dass homosexuelle Männer doch eigentlich keine unumstößliche Risikogruppe sind. Knochenmark darf gegeben werden, Blut jedoch nicht. Klar sind Knochenmark und Blut unterschiedlich, aber gerade bei Knochenmark müssen die Faktoren viel eher stimmen als beim Blut und Erkrankungen wie HIV müssen ausgeschlossen sein. Insofern hoffe ich, dass es nur noch ein kurzer Weg ist, bis auch endlich homosexuelle Männer ihr Blut geben dürfen. Da gibt es bestimmt einige, die Leben retten wollen – unabhängig von der Sexualität derer, die gerettet werden sollen.

Weiterführende Links:

https://queeraten.eu/index.php/2016/01/20/blutspende-piraten-sorgen-im-saarland-fuer-den-ersten-teilerfolg/

*klick*

 

Alltagssexismus – Trennung von Düften nach Geschlecht

Hallo Welt,

je öfter ich durch Einkaufsläden wie dm gehe, fällt mir immer wieder scharf ins Auge, dass zwischen Düften für Männer und Düften für Frauen unterschieden wird. Das ist allerdings noch nicht alles, was sich heute so finden lässt. So gibt es nicht nur Düfte für zwei Geschlechter, sondern auch Shampoos und viele andere Kosmetikartikel, und daraus lassen sich wunderbare Geschlechterklischees wie „Wenn ein Mann Rosenduft mag, dann ist er ja viel zu weiblich.“ oder „Eine Frau mit Männerdeo kann sich ja gleich eine Kurzhaarfrisur schneiden lassen und eine Lesbe werden.“ ableiten. Dass jeder Mensch, wenn er denn Lust drauf hat, ruhig etwas mit Rosenduft benutzen darf und eine Frau mit kurzen Haaren, die Männerdeo benutzt nicht unbedingt homosexuell ist, ist auch irgendwo klar. Gerade letzteres ist dazu noch homophob. Vielleicht sollte ich auch noch eine Kategorie mit Alltagshomophobie basteln, aber das soll nicht das Thema dieses Beitrags sein.

Aber woher kommt das gerade im Bereich der Düfte her? Düfte wirken gerade bei der Partnerwahl als Mittel der Wahl und als anziehend. Inzwischen wurde ja auch schon nachgewiesen, dass der Körpergeruch mit der Wahl des Partners zusammenhängt. Aber auch schon im Artikel wird erwähnt, dass ein Zusammenhang zwischen Deo einer Person und der zukünftigen Partnerwahl nicht besteht.

Auch die Befürchtung, dass Deo, parfümierte Pflegeprodukte und Parfum das HLA-Profil verfälschen, ist unbegründet. „Riechrezeptoren sind spezifisch angelegt, manche reagieren ausschließlich auf HLA-Peptide“, erklärt der Geruchforscher. Sie springen also nur auf diese Düfte an, können andere gar nicht wahrnehmen und lassen sich deshalb auch von keiner noch so starken Duftwolke irritieren.

An der Stelle könnte ich nun sagen „Cool, Wissenschaft hat schon das Gegenteil bewiesen, dass Düfte in Männer und Frauen einzuteilen sind, um sich selbst entsprechend attraktiv zu machen“. Dann wäre der ganze Spaß an der Stelle schon vorbei und niemand müsste sich durch meine Aufregung über das Thema quälen. Da ich nunmal nicht dafür bekannt bin, mich so wortkarg über Alltagssexismus aufzuregen, ist es hier doch nicht zu Ende. Tut mir nicht leid.

An der Stelle kann man nun einwerfen, dass meine These, dass ein Mensch nicht durch ein Deo attraktiv wird, weil er einem bestimmten Geschlecht angehört und gerade den passenden Duft für sein Geschlecht verwendet, sondern das da wenn schon persönliche Präferenzen noch eine Rolle spielen, dass ich ja die sogenannten Pheromone vollkommen außer Acht lasse. Doch davor müssen wir erst einmal klären, was diese dubiosen Stoffe überhaupt sind. Die Meisten kennen sie als Sexualbotenstoffe zwischen Menschen, allerdings ist das nicht ihre einzige Funktion. Aber in diesem Fall wird auf gerade diese Funktion angespielt. Als einfacher Test kann nun gerne jeder schauen, wie viele Kosmetikprodukte, die so im Alltag verwendet werden, irgendwas, was nach Pheromonen aussieht, beinhalten. Viel Spaß bei der Suche, aber um es leichter zu machen, Achtung, Spoilergefahr, es wird sich sehr in Grenzen halten. Zwar gibt es extra Parfüms, die damit werben, dass sie Pheromone enthalten, die die Chancen beim Flirten erhöhen sollen, aber ob das nun wirklich einen Nutzen hat, ist fraglich (mir ist bewusst, dass die Welt nicht unbedingt die beste Quelle ist, allerdings ist es auf jeden Fall in Grundzügen brauchbar). Beim im Artikel erwähnten Stoff Hedion, auf schlau auch Methlydihydrojasmonat, konnte zwar eine unterschiedliche Reaktion im Gehirn von biologischen Männern und Frauen festgestellt werden, dennoch heißt das nun nicht, dass eine Person diesen Duft tragen muss und plötzlich springen alle Frauen darauf an. Interessant ist sowieso, dass Jasmin, ein Duft, der eher Frauen zugeschrieben wird, eine Wirkung auf Frauen haben soll. Da ist mal wieder zu sehen, wie willkürlich Geschlechterklischees eigentlich sind, sollte sich das im Laufe weiterer Forschungen in der Form bewahrheiten. Aber nur, um es noch einmal deutlich zu machen, das hier ist der Ausnahmefall, der sowieso noch genauer untersucht werden muss, wie er auf die Sexualität v0n Menschen wirkt. Daher kann dazu noch gar nicht was genauer gesagt werden, aber wenn es wirklich so offensichtlich wäre, dann wäre es auch nicht so schwer, neue Erkenntnisse in dem Bereich zu gewinnen. Ein Geschlechterklischee, das ein bestimmter Duft besser zu Frauen oder Männern passt, kann damit niemals ausreichend begründet werden.

Was mich in dem Zusammenhang aber auch ein wenig schockiert hat, ist, dass selbst Naturkosmetikmarken wie Alverde unterschiedliche Produkte für Frauen und Männer herstellen. So gibt es beispielsweise ein Shampoo mit Bier, suggeriert an der Stelle mal wieder schön, dass Bier nur etwas für echte Männer ist. Bier für gesunde Haare ist zwar schon ein alter Trick, aber gut. Das hat mich dann doch ehrlich gesagt etwas enttäuscht, ähnlich wie bei Paul Mitchell, die zwar größer sind und sich entsprechend der gewünschten Nachfrage anpassen, aber dennoch schade. Natürlich kann man an der Stelle damit argumentieren, dass Shampoos für Männer eher für kurze Haare und die für Frauen eher für längere Haare sind. Aber ich kann dann an der Stelle natürlich auch sagen, dass es genügend Männer mit langen und genügend Frauen mit kurzen Haaren gibt. Müssen die jetzt Männer- bzw. Frauenshampoo benutzen? Nö. Jegliche Haarpflegeprodukte lassen sich sowieso besser in Haarstrukturen unterscheiden. Auch lavera, die das allerdings etwas unauffälliger machen, unterscheiden zwischen den Geschlechtern. Ich sollte an der Stelle aber vielleicht auch die Marken erwähnen, die außerhalb meiner kosmetischen Filterbubble liegen wie Axe.

Dass diese Werbung nun nicht gerade Sexismus bekämpft, ist auch irgendwo klar. Und auch hier wird natürlich klar ein Duft als männlich beworben. Und was ist natürlich der Traum eines jeden Mannes? So viele Frauen wie möglich um sich zu scharen. Und da alle Frauen ja auf diesen einen Duft stehen, überwinden sie nicht nur biologische Grenzen, um zum Objekt der Begierde zu finden. Einteilung von Düften in Geschlecht finde ich sehr enttäuschend und ist nur ein weiteres Symptom unserer Gesellschaft, was den Alltagssexismus zeigt.

Aufgegessen – Alles bio und etwas vegan, bitte!

Hallo Welt,

heute soll es dann mal wieder etwas abseits der Politik sein. Abgesehen natürlich von der Forderung Hofreiters, dass künftig mehr Hartz IV da sein soll, damit sich eben diese Menschen auch Bio-Produkte leisten können. Nach dem Veggie-Day, den die Grünen einst andachten, scheint das Thema Ernährung ja hoch politisch zu sein und ich habe mich ja bereits schon einmal über Milch und Küken ausgelassen. Also ist es heute gar nicht so unpolitisch. Aber nur fast, denn es soll um Produkte gehen, die ich konsumiert habe und was ich davon halte. Es könnte passieren, dass ich solche Beiträge nun des Öfteren poste, aber es dauert natürlich erst einmal, bis ich überhaupt was gegessen und probiert habe. Das meiste, was ich hier poste, wird vermutlich bio und in manchen Fällen auch vegan sein, das werde ich dann extra kennzeichnen. Außerdem zeigt das hier nicht meine alltägliche Ernährung, sondern auch mal mehr das, was ich mir „gönne“ und was sich über ein paar Wochen ansammelt. Denn meine Ernährung besteht aus nicht gerade wenig Obst und auch Gemüse und da ich es nicht für sonderlich sinnvoll halte, Obst, das sowieso in genauer dieser Form von genau diesem Bauern eh nicht mehr auftreten wird, zu bewerten. Viele Produkte habe ich auch vor ein paar Wochen gegessen und Obst und Gemüse lässt sich eben nicht so einfach in genau dieser Form nachkaufen wie beispielsweise Kekse.

Aber fangen wir mal an. Das erste Produkt, was ich vorstellen will, ist Veggie Gyros. An sich bin ich ein großer Fan von Produkten, die irgendwie Fleisch imitieren sollen, obwohl ich davon dann nicht erwarte, dass es nach Fleisch schmeckt. Soll es meiner Meinung nach auch gar nicht. Da kommt des Öfteren dennoch etwas sehr Leckeres raus, was ich gerne esse, in dem Fall ist es dieser Veggie Gyros.

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Wie man sieht, handelt es sich hierbei um ein Bio-Produkt, das zusätzlich noch damit beworben wird, dass es vegan ist. Auf jeden Fall schmeckt es würzig und ist vom Aussehen her nicht weit von Fleisch weg. Der Geschmack ist davon auch nicht weit weg, dennoch ist es was eigenes und kein Fleisch. Esse ich sehr gerne zu Reis und der hier gezeigte Dip ist halt leider nicht vegan, aber im Prinzip ist das einfach was in Richtung Sahne, Quark oder Joghurt mit Kräutern, sodass dort entsprechende Ersatzprodukte verwendet werden können. Ein Nachteil ist außerdem, dass die meisten Fleischersatzprodukte, so auch dieses hier, nicht gerade so billig sind, dass man sich täglich davon ernähren sollte.

Als nächstes soll es um einen Schokoaufstrich in Bio gehen, meistens auch als Nutellaersatz angesehen. IMG_5014.JPG

Dieses Mal leider nicht vegan, dafür verdammt gut. Soweit ich weiß gibt es im dm inzwischen aber auch veganen Schokoaufstrich, wie der schmeckt, kann ich allerdings nicht sagen.

Weiterhin habe ich noch was, was eher zum Nachtisch geeignet ist, nämlich Bio-Apfelstrudel.IMG_5024

Die gibt es gefroren und kann man im Ofen warm machen. Auch hier handelt es sich um ein nicht veganes Produkt. Dafür, dass es allerdings Tiefkühlware ist, schmeckt es erstaunlich fruchtig und gut. Die Portionen sind zum Glück auch relativ klein, dann muss niemand einen riesigen Apfelstrudel essen.

Zwischendurch habe ich mir auch mal einen Riegel geholt, der unschwer zu erkennen sowohl vegan als auch bio ist.

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Für ab und an ist der mal okay, aber der Geschmack war jetzt nicht so furchtbar fruchtig und eigentlich macht er selbst dafür, dass er nur ein Riegel ist, relativ schlecht in irgendeiner Art und Weise satt.

An einem arroganten Tag könnte ich sagen, das nächste, was ich habe, ist so süß wie ich. Ich hatte mal Bock auf ein paar Kekse, die ich partnerschaftlich geteilt habe.

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Mein Partner, der eh kein Fan von vegan ist, fand, dass es kein bisschen nach Schokolade schmeckte, während ich deutlich schmecken konnte, dass lecker schokoladig ist. Scheint also nicht für jeden was zu sein.

Dann habe ich noch was, was eventuell etwas praktischer für den ganz normalen Alltag ist. Zumindest ich als Schülerin mag es nicht, täglich Schokoaufstrich auf dem Brot zu haben, also habe ich mir mal veganen Brotaufstrich genommen.

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Ich war von den Gewürzen begeistert, weil ich in meiner Kindheit immer Leberwurst gegessen hatte, die ähnlich gewürzt war, die ich aber heute nicht mehr essen würde, weil es sich dabei um Discounter-Fleisch handelt. Entsprechend freudig habe ich also diesen Brotaufstrich begrüßt, wobei ich persönlich auch ein Fan von Schnittlauch bin.

Als nächstes habe ich noch einen Smoothie. Meistens mixe ich mir meine Smotthies zwar selbst, aber ab und an kaufe ich auch einen und dementsprechend habe ich mal diesen grünen Smoothie probiert.

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Hat soweit ganz gut geschmeckt, aber der hat ziemlich viel Feuer, weil er zudem auch noch Ingwersaft enthält, was nicht unbedingt mein Fall ist. Davon abgesehen war er vergleichsweise süß und süßer, als ich erwartet hatte. Außerdem ist es nicht wirklich grün, sondern grüngelb, wenn man genau auf die Farbe achtet. Auch dieser Smoothie sollte vegan sein.

Als letztes habe ich mir noch ein Eis gegönnt, was auch ein bisschen aus Nostalgie passiert ist. Nicht vegan und das Bio-Siegel habe ich auch nicht wirklich perfekt fotografiert, ich meine mich aber zu erinnern, dass es leider nur EU-Bio war. Dennoch habe ich ein Eis gesucht, dass mich an das Eis mit weißer Schokolade erinnert, dass ich als Kind relativ oft gegessen habe und das hier kam schon verdammt nah dran.IMG_5099

Fußball-EM – Hallo Nationalstolz!

Hallo Welt,

oder soll ich euch lieber Nationalstolz nennen? Wobei das vermutlich diskriminierend wäre, weil sicherlich nicht jeder von euch stolz auf sein Heimatland ist. Bin ich aber auch nicht so wirklich. Die Fußball-EM steht wieder an und ich bin unglaublich motiviert, kein anderes Thema mehr zu hören (wie kann man noch mal bestimmte Hashtags auf Twitter blocken oder stumm schalten?). Das war schon bei der WM so wundervoll. Ich kam mir schon fast einsam vor, als ich mich lieber über die grausamen Bedingungen in Brasilien aufgeregt habe, statt mich über das Fußballereignis zu freuen, ich, die höchstens Freude daran hat, sich einmal im Jahr eSport-Weltmeisterschaften via Stream zu geben. Entsprechend unterhalten werde ich durch die permanente Berichterstattung zu diesem Thema sein. Was zum Thema König Fußball noch dazu kommt, ist, dass diese hübschen Fahnen, die PEGIDA mit Rufen wie „Wir sind das Volk!“ (Nein, seid ihr immer noch nicht) durch die Gegend schleppt, quasi überall zu kaufen sind. Ja, das ist noch eine etwas undifferenzierte Art der Dinge, weil es ja in einem Fall klar Nationalismus, gepaart mit einer nicht kleinen Portion Chauvinismus ist, und das, was mit den meisten Leuten zu solchen Fußballevents abgeht, schlicht Patriotismus ist.

Gehen wir mal etwas tiefer in diese Thematik des Nationalstolzes ein. Nationalstolz, das Gefühl, Stolz auf das Heimatland zu sein. Heimatland, noch so ein Begriff, der oftmals von rechts geklaut wird. Mein Heimatland ist letztlich das Land, in dem ich mich zuhause fühle. Angenommen, ich fühle mich nun in Deutschland verdammt zuhause, arbeite dort, lebe dort, habe dort meine sozialen Kontakte, dann ist es meiner Meinung nach vollkommen okay, Deutschland als die eigene Heimat zu bezeichnen, unabhängig vom Status der Staatsangehörigkeit und des Geburtsort. An der Stelle noch ein kleines Beispiel, ein Flüchtling, der vor kurzem noch mein Nachbar war, sieht Deutschland mittlerweile auch als seine neue Heimat an und will auch nicht mehr zurück, weil er inzwischen hier arbeitet und soziale Kontakte knüpfen konnte, auch wenn er die Sprache noch nicht perfekt beherrscht. Er kann Deutschland genauso als sein Heimatland bezeichnen wie ich, nur um das von Anfang an mal von rechts abzugrenzen. Ich nehme einfach mal an, dass die meisten Menschen schon einmal Stolz empfunden haben, ganz gleich, warum genau nun. Ich befürchte meistens, dass ich einfach ein anderes Verständnis von Stolz habe als viele andere Menschen. Stolz kann ich persönlich nur für etwas empfinden, bei dem ich selbst einen großen Anteil geleistet habe. Da ich aber weder einen großen Anteil für die tolle Wirtschaftssituation in Deutschland leiste, noch irgendwie Teil der deutschen Fußballnationalmannschaft bin, um mal darauf zurückzukommen, fällt es mir sehr schwer, stolz darauf zu sein. Ich kann beispielsweise auch nicht stolz auf die Piratenpartei sein, obwohl ich mich selbst sehr gerne als Piratin bezeichne. Ich habe einfach nicht in einem so großen Maßstab mitgewirkt, als dass ich es könnte, ohne es in irgendeiner Art und Weise abwertend zu meinen. An der Stelle könnte man zwar damit argumentieren, dass ich mich Deutschland dann wohl nicht genügend zugehörig fühle, aber wer mich zumindest etwas kennt und auf Seiten wie Twitter verfolgt, der weiß, dass ich ziemlich piratig bin. Am Zugehörigkeitsgefühl scheint es also nicht zu liegen. Bleiben wir wohl beim unterschiedlichen Verständnis von Stolz.

Wie sehe ich es nun bei anderen, dass dort Menschen sitzen, die fröhlich Deutschlandfähnchen schwenken und „unsere“ Mannschaft anfeuern? An der Stelle würde ich sehr gerne sagen, dass es mir nicht egaler sein könnte. Aber das wird so stark in sämtlichen Medien präsent, dass ich davon wirklich genervt sind und die Deutschlandfähnchen schwenkenden Menschen sind schließlich Teil davon. Dennoch, wenn ich das ignoriere, ist es mir schlicht und einfach verdammt egal. Ich halte es nicht für gefährlich, wenn ein paar Menschen der Meinung sind, zur EM Fußball- und Deutschlandfan zu werden. Patriotismus im eigentlichen Sinne beinhaltet auch nicht die Abwertung anderer Nationen, ähnlich ist es auch bei der EM. Klar, Patriotismus ist zwingend notwenig für einen Nationalismus, der andere Völker wieder abwertet, als eine Art Vorstufe. Aber das drückt man wohl besser anhand einer Beispiels aus. Wenn ich mir nun ein Schnitzel zubereiten will, brauche ich dafür überhaupt erst einmal ein Schwein. In dem Fall ist das Schwein der Patriotismus und das Schnitzel der Nationalismus. Obwohl das eine die Voraussetzung für das andere ist, muss es nicht zwingend dazu führen. Daher bin ich der Meinung, dass dieser Fußballpatriotismus, der zur EM und WM meistens auftritt, nicht in irgendeiner Form gefährlich ist und sollte auf gar keinen Fall von Rechten instrumentalisiert werden, weil man ja gar nicht mehr stolz auf sein Land sein darf. Sofern es bei einer friedlichen Denkweise bleibt, die andere Nationen gleichberechtigt neben der anderen existieren lässt, kann mir das egal sein. Ist es im Endeffekt ja auch. Solange der Patriotismus nicht zum Nationalismus und Unterstützung von rechts entwickelt, sollte jeder darauf stolz sein können, worauf er Bock hat. Ob es nun Omas Kartoffelsalat oder die deutsche Nationalmannschaft ist, solange ich in Ruhe nicht stolz auf mein Heimatland sein kann und auch deswegen nicht abgewertet werde, gibt es definitiv Schlimmeres als ein paar Menschen, die zur WM ein paar Fähnchen schwingen.

Polyamory in Filmen und Serien für Kinder und Jugendliche?

Hallo Welt,

heute soll es, nachdem ich bereits das Thema Homosexualität in Kinderfilmen, in dem Fall insbesondere den Disney-Film Frozen, aufgegriffen habe, um Polyamory in Kinderfilmen gehen. Doch bevor ich überhaupt über das große Thema poly reden kann, insbesondere was Definitionen und Abgrenzungen voneinander angeht, werde ich erst einmal mit ein paar Begriffen um mich werfen.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was Polyamory überhaupt ist. Den meisten Leuten wird da vermutlich etwas vorschweben, genauer definiert beschreibt dies alle möglichen Beziehungskonstrukte, in denen mindestens ein Partner, in vielen Fällen aber alle auf irgendeine Art und Weise, es kommt immer auf die Absprache in solchen Beziehungen an, und die ist nicht immer gleich, mehrere Liebesbeziehungen führen können. Ob und wie genau diese Liebesbeziehungen aussehen und inwiefern die sexueller Natur sein dürfen, ist noch nicht gesagt. Wie genau der Begriff Polyamory nun geschrieben wird und ob das zugehörige Adjektiv nun polyamor, polyamorös oder sonst was ist, ist sprachlich noch nicht wirklich festgelegt, weil der Begriff im Duden schlicht fehlt, zumindest noch. Nun zum Punkt der sexuellen Natur, hier wird oft der Begriff polygam für Beziehungen, in denen mehrere Sexualpartner, aber nicht mehrere Liebespartner erlaubt sind, verwendet. An der Stelle will ich nun nicht unbedingt behaupten, dass das so falsch ist, weil ich mittlerweile mitbekomme, dass sich das eingebürgert hat. Das Problem an dem Begriff der Polygamie ist schlicht, dass damit juristisch gesehen und im bekanntesten Sinne die sogenannte Vielehe gemeint ist. Dass es an der Stelle nun gewisse sprachliche Probleme geben könnte, verwende ich den Begriff der Polygamie nur für Formen, die wirklich den Zustand der Heirat mit mehreren Personen meinen. Für sexuell offene Beziehungen, in denen es also erlaubt ist, mehrere Sexualpartner, aber nicht Liebespartner zu haben, werde ich einfach den Begriff der offenen Beziehung verwenden. Allerdings wird das bezüglich Kinderfilmen eher die Ausnahme als die Regel sein, falls irgendetwas in Richtung Poly überhaupt thematisiert werden sollte. Als Überbegriff für beides verwende ich persönlich gerne den Begriff der Poly-Beziehung. Nichts spezifischeres um sich konkret darüber zu äußern, aber wie bereits erwähnt wird es heute sehr wahrscheinlich um die nicht-sexuelle Seite gehen. Abgrenzend, um den Bereich der Polygamie noch etwas genauer einzuordnen und was ich eigentlich nur aus dem Biologie-Buch und damit auch aus dem Tierreich kenne, sind Polygynie und Polyandrie. Polygynie ist im Tierreich ein männliches Tier mit mehreren Weibchen und bezogen auf den Menschen ein männlicher Ehepartner mit mehreren Weiblichen, Polyandrie genau das Gegenteil, um es der Vollständigkeit halber zu erwähnen.

Was hat das Ganze nun mit Kinderfilmen zu tun, nachdem ich einen Berg von Definitionen habe, der selbst für Erwachsene verwirrend sein kann? Als ich über das Thema Homosexualität in Kinderfilmen nachgedacht habe, bin ich auch einen Schritt weitergegangen und habe noch andere Dinge, die irgendwie nicht hetero- oder mononormativ sind, in meine Überlegungen mit einzubeziehen. Und da bin ich auf poly gekommen, also irgendetwas, was in irgendeiner Art und Weise mehrere Partner mit einbezieht. Aber wie oft kommen in Kinderfilmen und -serien eigentlich Liebesgeschichten vor? Die Erinnerung an meine Kindheit und frühere Pubertät, was auch nicht wieder so lange her ist, sagt mir, dass das relativ oft war. Ich war ein Fan von Serien wie Zoey 101, Hannah Montana, Barbie, Kim Possible, iCarly, Die Zauberer vom Waverly Place, Hotel Zack & Cody, Zack & Cody an Bord, Spongebob Schwammkopf, Harry Potter, Lilo & Stitch, Ice Age, Winx Club, kannte Die Wilden Kerle und was weiß ich noch alles und habe unzählige Bücher gelesen, in denen Liebesbeziehungen thematisiert wurden. Bei den genannten Filmen und den zugehörigen Serien gibt es größtenteils irgendwie geartete Beziehungen, sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund und wie wird eine  Liebesszene gerne inszeniert? Irgendeine Person muss sich zwischen zwei Personen, in die sie verliebt ist, entscheiden. Im Grunde genommen eine wunderbare Situation, um eine polyamore Beziehung oder auch eine Dreiecksbeziehung, also eine Beziehung, in der jeder der Partner eine Beziehung zu den beiden anderen Partnern unterhält, einzuführen, wenn es denn erwünscht ist. Dennoch kommt es erstaunlich selten vor. So ist Freddie aus iCarly zu Beginn der Serie furchtbar in die Protagonistin Carly verliebt und kommt zum Ende mit ihrer besten Freundin Sam zusammen. Eigentlich wäre diese Situation nicht schlecht gewesen, um daraus eine Beziehung mit mehr als einem Partner zu schreiben. In manchen Storys würde sich eine Poly-Beziehung nun besser ergeben als ein gespieltes „Ach, ich entscheide mich nun für X!“, weil der ja plötzlich viel besser ist.

Wo findet man nun solche Poly-Beziehungen in Filmen, die sich explizit an Kinder und Jugendliche richten, nun wirklich? Ich habe lange überlegt, bis mir ein Film eingefallen ist, der mir noch aus meinen jüngeren Jahren bekannt ist. Das mag nun auf den ersten Blick sehr unkonventionell erscheinen, aber eingefallen ist mir tatsächlich Barbie und der geheimnisvolle Pegasus. Das Bild, was hier allerdings von einer zugegebenermaßen erzwungenen Poly-Beziehung vermittelt wird, was Kinder allerdings nur so schwer erfahren können, ist jedoch nicht gerade das Beste. Zunächst einmal versucht der Antagonist Wenlock, der sich bereits drei Frauen erzwungen hat, die Hauptcharakterin zu seiner vierten Frau zu machen. Diese verwandelt er allerdings in unschöne Wesen und zwingt sie dazu, ihn permanent zu bedienen.

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Es wird also nicht gerade das beste Bild einer Beziehung mit mehreren Personen vermittelt. Ich glaube, von Kindern wird das eigentlich auch gar nicht so stark wahrgenommen, weswegen es auch so lange gedauert hat, bis mir überhaupt etwas eingefallen ist. Die meisten Kinderfilmen beschäftigen sich einfach nicht mit diesem Thema, was eine gleichberechtigte polyamore Beziehung angeht, obwohl ich eigentlich der Meinung bin, dass so etwas, sofern es in die Story passt und sich auch gut schreiben lässt, eine Form der Aufklärung sein kann. Wenn schon Kinder verstehen, dass es kein Problem ist, mit mehreren Partnern eine Beziehung zu führen, dann wird schon direkt gelernt, dass das etwas ganz Normales ist, was es ja auch ist. Daher fände ich es gut, wenn so eine Story, sofern es denn passt, entsprechend in Filme integriert werden würde.

Zumindest werden solche unkonventionellen Filmprojekte, die eben nicht eine Welt der perfekten Ehe zu zweit, in denen nur Sex wegen Kindererzeugung läuft und alles andere als unmoralisch darstellt, um es mal ein wenig zu überspitzen, inzwischen immer öfter gezeigt. Angefangen bei Filmen, die das Bild von sexuellen Aktivitäten, die nur im Sinne einer Beziehung stattfinden dürfen und dann auch noch vollkommen ohne irgendeine Art von Fetisch auskommen müssen, weil das ist ja pervers, in Frage stellen, wie Freunde mit gewissen Vorzügen oder, ich will an der Stelle nun weder einen Spartenfilm nennen, noch einen Film, der BDSM und alles, was in die Fetisch-Richtung einordnen lässt, in ein vollkommen falsches Licht rückt, also nehme ich einfach mal „9 1/2-Wochen“, bis hin zu „Nymphomaniac“, der zunächst einmal Sex an sich thematisiert, und einem harmlosen Film, der einfach nur eine Liebesbeziehung zu dritt zeigt und damit das mononormativ Beziehungsbild als nicht allgemeingültig und immer zutreffend darstellt, nämlich „Drei“. Heteronormative Beziehungsbilder werden nun zum Glück immer häufiger nicht als das Non Plus Ultra darstellt, homosexuelle Beziehungen kommen in Filmen und Serien, die zumindest ältere Menschen als Jugendliche betreffen oder ältere Jugendliche, immer häufiger vor wie in Pretty Little Liars. Ich hoffe, dass es ähnlich mit Poly-Beziehungen läuft und natürlich auch mit dem gesellschaftlichen Thema Sex, das häufig mit Moral in Verbindung gebracht wird, wobei letzteres eben nicht Kinderfilme betreffen sollte. Homosexuelle und Poly-Beziehungen sind meiner Meinung nach auch sehr gut für Kinderaugen geeignet.

Ein paar Subventionen für Milch? Macht doch nichts!

Hallo Welt,

pünktlich zum Weltmilchtag und zu den neuen Subventionen für Milchbauern soll es heute um das Thema Milch gehen. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass auch noch andere Produkte wie Käse oder Sahne aus Milch gewonnen werden, was man vielleicht vergessen könnte. Ich nehme mal an, dass das für die meisten Menschen täglich auf dem Speiseplan steht, ich selbst sehe mich da nicht als Ausnahme, obwohl ich Milch in der reinen Form als Milch nur noch selten konsumiere, weil ich die Alternativen viel vielfältiger finde und es dabei eben verdammt viel Auswahl gibt.

Subventionen oder Marktvorteile in der Landwirtschaft hat es schon des Öfteren gegeben. Ich bin zwar der Meinung, dass an manchen Stellen in den Markt eingegriffen werden muss, damit kein Monopol besteht und auch kleinere und mittlere Unternehmen erhalten werden können. Dennoch rechtfertigt das natürlich nicht, dass permanent in die Landwirtschaft eingegriffen wird. An der Stelle erinnere ich gerne an die Abnahmegarantie im Agrarsektor der EU. Was würde ich als Bauer denn tun, wenn sowieso klar wäre, dass alle Produkte, die ich herstelle, zu einem bestimmten Preis aufgekauft werden? Ich würde natürlich so viel produzieren, wie es geht, vermutlich egal, was die Umwelt sagt, angenommen, ich würde so unmoralisch handeln und auch nicht vor Methoden nach Monsanto zurückschrecken. Da ich aber nicht der einzige Bauer wäre und es sich dann besonders lohnen würde, den landwirtschaftlichen Sektor auszubauen, kämen auch noch ein paar andere Bauern auf diese Idee. Die Folge ist eine massive Überproduktion von landwirtschaftlichen Gütern. Eine Abschaffung dieser Abnahmegarantie ist damit schwierig, weil dadurch Existenzen zerstört werden würden. Den Rest, den wir davon heute noch haben, sind sogenannte Ausfuhrsubventionen. Hört sich toll an, ist es aber nicht. Wenn ein Agrarprodukt aus der EU seinen Weg aus dem Binnenmarkt findet und dort ein niedrigerer Preis gezahlt wird, wird der Preis im Vergleich zu dem, den man in der EU bezahlt hätte, durch Subventionen ausgezahlt.

Aber zurück zur eigentlichen Milch und nicht zum Sinn und Unsinn der Subventionen. Schauen wir uns erst einmal an, wie viel Milch und Milchprodukte produziert werden. Wenn nur die reine Produktion von Milch betrachtet wird, ist zu sehen, dass etwa 5 Millionen Tonnen sind. Das ist einiges. Und was (ver)brauchen wir davon eigentlich? Laut aktueller Medienberichte zu wenig, wir bräuchten eigentlich weniger Milch. Auch ist es gewaltig zu sehen, wie viel davon eigentlich exportiert wird.

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Interessant ist, dass etwa die Hälfte der hergestellten Milch ins Ausland exportiert wird. Und gerade, wenn die wirtschaftlichen Partner, die uns eigentlich Milch abnehmen sollten, mal nicht so stark mit uns handeln, kann es sehr gut passieren, dass Subventionen scheinbar notwendig werden. Kleine wirtschaftliche und politische Änderungen können eine solche Milchkrise wie aktuell bewirken. Beispielsweise ist durch die Abschaffung der Milchquote der EU, die geregelt hat, dass Milch nicht über eine bestimmte Menge hinaus produziert werden darf, einer der Gründe dafür zu suchen, warum wir eigentlich eine solch große Überproduktion von Milch haben, neben den Subventionen, die der Agrarbereich nun einmal erhält.

Eine einfache Lösung wäre, den Bereich der Milchproduktion nicht zu subventionieren. Leider geht das nun einmal nicht so einfach. Das größte Problem liegt erst einmal darin, dass durch einen sofortigen Stopp der Subventionen darunter kleinere und mittlere Betriebe leiden würden, während die Monopole, die Freunde der Massentierhaltung sind, davon eher Vor- als Nachteile davon hätten. Das geht also auch nicht so einfach. Eine neue Milchquote könnte ein Ansatz sein, genauso wie eine spezifische Förderung für kleinere Betriebe. Meiner Meinung nach sollte die Politik darauf ausgerichtet werden, nicht die Großkonzerne zu erhalten, das schaffen die selbst. Schließlich kann nur die Massentierhaltung die billigsten Preise liefern, warum also noch staatlich unterstützen? Das ist w0hl der heftigste Tritt für alle Tierschützer, die hier natürlich auch Steuern zahlen, wenn davon ein solch großes Tierleid wie die Massentierhaltung unterstützt wird. Für viele Verbraucher zählt sowieso nur der Preis, man muss sich nur anschauen, wie viel Billig-Fleisch es im Supermarkt gibt. Klar, ein Teil der Verbraucher, zu denen ich mich zähle, die zwar tierische Produkte konsumieren wollen, tun das bewusst und nehmen auch mal gerne höhere Preise dafür in Kauf. Sonst würde es auch nicht hier, in den nördlichsten Tiefen des Saarlandes noch Biohöfe mit Verkauf geben. Bio-Haltung ist zwar auch nicht immer die Lösung, weil man die klassischen Probleme der Trennung der Tiere von ihrer Mutter beispielsweise noch hat, aber auch in diesem Bereich gibt es inzwischen Bauern, die das Problem lösen wollen. Der erwähnte Milchratgeber ist übrigens hier zu finden, den erwähnten Förderbetrag muss aber niemand bezahlen. Falls jemand noch einen besseren Milchratgeber kennt und eventuell einen, der nicht Bio als das Non-Plus-Ultra darstellt, sondern auch gerne Probleme aufzeigt und einzelne Höfe und Initiativen, die sich dem entgegenstellen, zeigt, dafür bin ich immer offen. Um möglichst wenig Tierleid zu verursachen und nicht einen moralischen Kompromiss in Kauf zu nehmen, gibt es natürlich immer noch die Möglichkeit, sich komplett von tierischen Produkten fernzuhalten. Im Bereich der Milch sehe ich da immer mehr auftauchen, Sojamilch in verschiedensten Geschmacksrichtungen, Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch, Lupinenmilch, Haselnussmilch und noch weiteres. Da existiert wirklich wenn es nur um die reine Milch geht eine verdammt große Auswahl, bei denen auch sehr viel im Bereich Bio existiert, wenn es denn beides sein soll. Davon haben wir aktuell zum Glück noch keine Überproduktion, was auch hoffentlich so bleibt.